Künstliche Intelligenz in der Radiologie: Zwischen etabliertem Einsatz und ungenutztem Potenzial
Künstliche Intelligenz (KI) hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Innovationstreiber im Gesundheitswesen entwickelt. Auch in der Radiologie kommt KI zunehmend zum Einsatz – etwa in der Bildanalyse oder der Automatisierung administrativer Prozesse.
Trotz technologischer Fortschritte zeigt sich im Praxisalltag jedoch ein differenziertes Bild: KI ist vielerorts vorhanden, aber noch nicht flächendeckend integriert.
Vor diesem Hintergrund hat LifeLink Medical im Rahmen des RÖKO 2026 in Leipzig eine Befragung unter Fachbesucherinnen und Fachbesuchern durchgeführt. Die Umfrage fand vom 13. bis 15. Mai am Messestand statt und basierte auf vorbereiteten Karten mit drei Fragen zum Einsatz von KI in der Praxis sowie der Angabe zur Berufsgruppe. Die Teilnehmenden konnten ihre Antworten durch Ankreuzen auswählen und die ausgefüllten Karten anschließend in eine Umfragebox einwerfen. Ziel war es, ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, warum KI im radiologischen Alltag bislang häufig hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.
Stichprobe und aktueller Einsatz von KI
An der Umfrage nahmen über 500 Personen teil, darunter rund 22 % Ärztinnen und Ärzte sowie etwa 56 % MTR/MFA.
Ein zentrales Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Befragten hat KI bereits in den eigenen Workflow integriert, während etwa ein Drittel KI bislang noch nicht aktiv einsetzt.
Wo wird KI-Unterstützung konkret gesehen?
Unabhängig vom aktuellen Nutzungsgrad wurde deutlich, dass ein breiter Bedarf an zusätzlicher KI-Unterstützung entlang der gesamten radiologischen Prozesskette besteht.
Innerhalb der vorgegebenen Auswahloptionen konzentrieren sich die Zustimmungen vor allem auf organisatorische und administrative Bereiche. Besonders häufig wurden die allgemeine Verwaltung sowie die Patiententerminierung und -vorbereitung ausgewählt. Gleichzeitig zeigt sich jedoch auch, dass die Befundung und die Durchführung der Untersuchung weiterhin als relevante Einsatzfelder wahrgenommen werden.
Insgesamt verdeutlicht dieses Antwortbild, dass KI nicht ausschließlich als diagnostisches Werkzeug verstanden wird, sondern ebenso als Mittel zur Optimierung von Abläufen und zur Entlastung im Praxisalltag.
Welchen Nutzen verbinden Anwenderinnen und Anwender mit KI?
Auch beim wahrgenommenen Nutzen zeigt sich ein klares Bild auf Basis der vorgegebenen Antwortoptionen. Im Vordergrund steht deutlich die Zeitersparnis beziehungsweise Effizienzsteigerung durch den Einsatz von KI.
Darüber hinaus wird KI auch mit einer verbesserten diagnostischen Sicherheit sowie mit der Fähigkeit verbunden, wachsende Informationsmengen besser zu bewältigen.
Damit wird KI vor allem als unterstützendes Instrument zur Entlastung und Qualitätssicherung eingeordnet, weniger als isolierte technologische Innovation.
Unterschiede zwischen den Berufsgruppen
Bei der Betrachtung der einzelnen Berufsgruppen zeigt sich, dass sich sowohl der Einsatz als auch die Erwartungen an KI unterscheiden.
Unter den Ärztinnen und Ärzten nutzt bereits die Mehrheit (ca. 58%) KI im Arbeitsalltag, gleichzeitig besteht aber weiterhin ein relevanter Anteil ohne Integration in den eigenen Workflow. Innerhalb der vorgegebenen Antwortoptionen zeigt sich, dass der Unterstützungsbedarf insbesondere in der Befundung gesehen wird, ergänzt durch administrative Tätigkeiten. Beim erwarteten Nutzen stehen vor allem Zeitersparnis und eine höhere diagnostische Sicherheit im Vordergrund.
Bei MTR/MFA ergibt sich ein ähnliches Bild hinsichtlich der Nutzung: Auch hier hat bereits über die Hälfte KI in den Workflow integriert. Die thematischen Schwerpunkte unterscheiden sich jedoch. Die Zustimmung konzentriert sich stärker auf organisatorische Aufgaben, insbesondere auf die Patiententerminierung und -vorbereitung sowie auf die allgemeine Verwaltung. Als zentraler Nutzen wird ebenfalls primär die Zeitersparnis gesehen, ergänzt durch eine bessere Strukturierung und Verarbeitung von Informationen im Arbeitsalltag.
Fazit: Klare Erwartungen – aber noch ungenutzte Potenziale
Die Ergebnisse der Befragung zeigen insgesamt ein konsistentes Bild: KI ist in der Radiologie angekommen, wird jedoch noch nicht konsequent ausgeschöpft.
Während viele Einrichtungen bereits erste Anwendungen erfolgreich integriert haben, bestehen weiterhin strukturelle und organisatorische Hürden. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Erwartungen an KI je nach Berufsgruppe unterschiedlich ausgeprägt sind. Ärztinnen und Ärzte sehen den größten Mehrwert vor allem in der Befundung, während MTR/MFA den Schwerpunkt stärker auf organisatorische Prozesse legen.
Gemeinsam ist allen Befragten jedoch die Erwartung einer spürbaren Entlastung im Arbeitsalltag, insbesondere durch Zeitgewinne und effizientere Abläufe.
Bei LifeLink Medical sind wir davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung der Radiologie ist. Entsprechend treiben wir den sinnvollen und praxisnahen Einsatz von KI aktiv voran – mit dem Ziel, Arbeitsprozesse zu verbessern und medizinische Qualität nachhaltig zu unterstützen.
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