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Teil der Anatomie des Unterschenkels ist ein biomechanisches System aus Muskeln und Sehnen. Überlastungen dieses Systems führen zu schleichenden Veränderungen, die Betroffene mitunter jedoch nur durch morgendliche Anlaufschmerzen oder ein wiederkehrendes Spannungsgefühl in der Wade spüren. Beide Symptome sollten jedoch nicht zu unterschätzt werden, da Veränderungen der Achillessehne oder das chronische Kompartmentsyndrom der Auslöser sein können. In diesem Artikel erklären wir, was sich hinter einer Tendinopathie der Achillessehne und dem chronisch-exertionellen Kompartmentsyndrom verbirgt und welche Funktion die MRT als radiologisches Untersuchungsverfahren in diesem Zusammenhang hat.
Inhalt

Tendinopathien der Achillessehne & chronisches Kompartmentsyndrom mittels MRT erkennen

Der Unterschenkelbereich zählt zu den besonders häufig von sport- und belastungsbedingten Verletzungen (Traumata) betroffenen Regionen des Körpers. Neben der Wadenmuskulatur, die anatomisch aus einem an der Oberfläche liegenden Teil (Musculus triceps surae) und tiefer liegenden Muskelkomplexen besteht, sind die Sehnen – vor allem die Achillessehne – immer wieder von Traumata, Entzündungen oder degenerativen Erkrankungen betroffen.

Die Pathologien reichen von akuten Verletzungen wie dem Riss der Achillessehne bis zu schleichenden Überlastungsschäden oder dem chronischen Kompartmentsyndrom. Da sich Symptome, wie Schmerzen und Schwellungen oder eine Verminderung der Kraft, bei den verschiedenen Pathologien ähneln können, spielt die bildgebende Diagnostik der Radiologie eine zentrale Rolle, wenn es um die Differenzierung zwischen muskulären Strukturveränderungen einerseits und Schäden der Sehnenansätze und der Sehnenstruktur andererseits geht.

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Aufbau und Funktion des Wadenmuskulatur-Achillessehnen-Komplexes

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die Wadenmuskulatur ist ein Komplex aus mehreren Muskelgruppen, von denen die oberflächlichen Wadenmuskeln in die Achillessehne übergehen.
  • Einzelne Muskel- und Nervenpakete werden von Bindegewebe umfasst und bilden sogenannte „Faszien“.
  • Aufgrund von Fehlbelastungen kann es zu Degenerationen der Muskel-Sehnen-Komplexe kommen.

Der Komplex aus Wadenmuskulatur und Achillessehne ist als biomechanisches System von zentraler Bedeutung für die Bewegung im Alltag. Innerhalb dieses Systems wirken verschiedene Muskeln und Sehnen zusammen. Die oberflächliche Wadenmuskulatur besteht aus dem Zwillingswadenmuskel (Musculus gastrocnemius) und dem Schollenmuskel. Zur tiefen Wadenmuskulatur gehören unter anderem der Kniekehlenmuskel und der hintere Schienbeinmuskel.

Für das Zusammenspiel von Achillessehne und Muskelkomplex sind der Musculus gastrocnemius und der Schollenmuskel besonders wichtig. Beide laufen in Richtung Fuß in die Sehne zusammen, die wiederum am Fersenhöcker ansetzt. Mit einer Länge von etwa 15 Zentimetern ist sie die dickste und zugfesteste Sehne des menschlichen Körpers. Eine schlechte Durchblutung im mittleren Sehnendrittel sowie hohe Zugbelastungen beim Laufen und mögliche Fußfehlstellungen machen sie jedoch anfällig für degenerative Veränderungen.

Ein wichtiges Element des Wadenmuskulatur-Achillessehnen-Komplexes in Bezug auf das Kompartmentsyndrom sind die sogenannten „Faszienlogen“ (oft einfach als „Faszien“ bezeichnet), bei denen es sich um ein Bündel aus Muskeln, Nerven und Blutgefäßen in einer festen Bindegewebshülle handelt.

Was sind die Tendinopathie der Achillessehne und das chronische Kompartmentsyndrom?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Akute Sehnenverletzungen treten regelmäßig im Zusammenhang mit Fehl- und Überlastungen beim Sport auf.
  • Chronische Beschwerden beruhen oft auf strukturellen Sehnengewebsveränderungen.
  • Beim belastungsabhängigen Kompartmentsyndrom können Schmerzen ohne äußerlich erkennbare Veränderungen auftreten.

Das Spektrum der möglichen Ursachen von Schmerzen in der Wade – sowohl akuter als auch chronischer – ist umfassend. Äußere Einwirkungen wie beispielsweise Tritte gegen die Wade oder Stürze beim Rennen führen zu hohen mechanischen Belastungen und direkten Verletzungen. Aber auch primäre muskuloskelettale Erkrankungen – wie Muskeldystrophien oder Entzündungen – und anhaltende Überlastungen resultieren in nachhaltigen Schädigungen.

Sehnenrisse und Tendinopathie der Achillessehne

Die Achillessehne ist für die Mobilität von zentraler Bedeutung, zugleich aber auch anfällig für degenerative Veränderungen und Rupturen. Strukturelle Veränderungen in Form einer Tendinopathie entwickeln sich oft durch eine chronische Überlastung sowie eine unzureichende Regeneration nach Belastungen oder Fehlbelastungen. Betroffene bemerken morgendliche Anlaufschmerzen und eine Druckempfindlichkeit der Sehne.

Risikofaktoren für diese degenerative Erkrankung des Sehnengewebes sind unter anderem eine Erhöhung der Trainingsintensität beim Sport ohne ausreichende Anpassungszeit – was im Übrigen auch Muskelfaserrisse begünstigt –, das Laufen in nicht korrekt angepassten Schuhen und mit unzureichender Dämpfung sowie Fehlstellungen des Fußes. Dabei kann ein Beschwerdebild entstehen, das von den Betroffenen teilweise mit einer chronischen Entzündung der Achillessehne verwechselt wird.

In der Magnetresonanztomographie (MRT) zeigt eine gesunde Achillessehne in allen Sequenzen ein homogen dunkles Signal und ist als langgezogene Struktur gut zu erkennen. Degenerative Veränderungen äußern sich als punktförmige oder diffuse Signalserveränderungen des Sehnengewebes. Eine Tendinopathie zeigt sich oft durch die Auftreibung des Sehnenlängsschnitts, es entsteht ein in die Länge gezogenes, linsenförmiges Profil. Diese Veränderungen können asymptomatisch bleiben und werden teilweise als Zufallsbefund entdeckt.

Die Tendinopathie ist klinisch relevant, weil bei ihrem Vorliegen ein erhöhtes Rupturrisiko besteht. Ein kompletter Sehnenriss ist in der MRT als Unterbrechung dieser Struktur mit einem flüssigkeitsgefüllten Defekt erkennbar. Der Abstand der Sehnenenden voneinander sowie die Qualität des verbliebenen Gewebes sind für die Therapieentscheidung von zentraler Bedeutung.

Das chronisch-exertionelle Kompartmentsyndrom

Das chronisch-exertionelle Kompartmentsyndrom entsteht, wenn der Gewebedruck innerhalb einer Faszie unter Belastung ansteigt. Eine durch das Einströmen des Blutes ausgelöste Druckerhöhung ist physiologisch normal. Arbeiten die Muskeln unter intensiver Belastung, benötigen sie mehr Energie und Sauerstoff, was zu einem stärkeren Blutfluss pro Zeiteinheit führt.

Beim Kompartmentsyndrom ergibt sich in dieser Situation das Problem, dass die umgebenden Bindegewebshüllen nicht ausreichend dehnungsfähig sind. In der Folge kommt es in der Faszie zu hohem Druck, unter dem die eingeschlossenen Muskeln und Nerven leiden. Das Ergebnis können Schmerzen, ein Spannungsgefühl und gelegentlich Taubheitsgefühle sein. Charakteristisch ist der Verlauf des Syndroms: Die Beschwerden setzen nach einer bestimmten Belastungsdauer ein und klingen in Ruhe wieder ab.

Die besondere Herausforderung für die Diagnostik liegt darin, dass der MRT-Befund von Unterschenkel und Wadenmuskulatur in Ruhe oft vollständig unauffällig ist. Daher werden Untersuchungen bei einem Verdacht auf das chronische Kompartmentsyndrom unmittelbar nach einer Belastungsprovokation durchgeführt.

In den flüssigkeitssensitiven MRT-Sequenzen lassen sich Signalanhebungen in der betroffenen Faszie erkennen. Als Alternative kann eine direkte Druckmessung in der Faszie (Kompartmentdruckmessung) durchgeführt werden. Bestätigt sich der Verdacht, reicht das Behandlungsspektrum von der Trainingsreduktion und Anpassung der Belastung bis zur operativen Spaltung der Bindegewebshülle (Fasziotomie), um bei therapieresistenten Verläufen eine Druckentlastung herbeizuführen.

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Fazit: Die MRT ermöglicht eine präzise Diagnostik zur Abklärung von Tendinopathien und dem chronischen Kompartmentsyndrom

Setzen Schmerzen im Unterschenkel – speziell der Wadenmuskulatur und der angrenzenden Achillessehne – unvermittelt beim Sport oder anderen Belastungen ein, kann es sich um eine akute Sehnenverletzung handeln. Diese kann auf eine Tendinopathie durch Über- oder Fehlbelastungen zurückgehen. Schmerzen unter Belastung, die sich in Ruhe wieder bessern, können aber auch auf ein chronisches Kompartmentsyndrom hindeuten.

Die MRT bietet in dieser Situation die Möglichkeit, die Beschwerden präzise zu untersuchen und dabei etwaige strukturelle Veränderungen zu erkennen. Darüber hinaus ist mit der bildgebenden Methode nicht nur eine Unterscheidung zwischen sehnenbezogenen und muskulären Ursachen möglich, sondern auch die Identifizierung schmerzauslösender Raumforderungen, bei denen es sich auch um bösartige Pathologien wie Weichteiltumore der Muskulatur handeln kann.

FAQ zur MRT-Diagnostik bei Tendinopathien und chronischem Kompartmentsyndrom: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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