Was macht ein Facharzt für Nuklearmedizin?
Der Facharzt für Nuklearmedizin übernimmt zentrale Aufgaben in der Diagnostik und Behandlung verschiedener Erkrankungen. Er führt medizinische Verfahren durch, deren Funktionsweise auf radioaktiv markierten Substanzen basiert, die sich gezielt in bestimmten Zellen, Geweben oder Organen anreichern.
Im Gegensatz zur Radiologie, für deren Verfahren externe Strahlenquellen – wie Röntgenröhren bei der Computertomographie (CT) – genutzt werden, kommen in der Nuklearmedizin radioaktive Verbindungen zum Einsatz, die direkt in den Körper eingebracht werden, um die dort emittierte Strahlung zu erfassen. Nach der Bildakquisition wertet der Nuklearmediziner die Aufnahmen aus, teilt den Befundbericht anderen Fachkollegen mit und plant die Behandlungsschritte einer Strahlentherapie.
Aufgaben des Nuklearmediziners in der Diagnostik
Ein wesentlicher Anteil der klinischen Aufgaben eines Facharztes für Nuklearmedizin macht die funktionelle Bildgebung aus, die mittels verschiedener Verfahren erfolgen kann. So handelt es sich beispielsweise bei der Szintigraphie um eine Methode, bei der mithilfe einer Gammakamera die Strahlung eines injizierten Tracers erfasst wird, um ein bestimmtes Organ begutachten zu können.
- Mit der Schilddrüsenszintigraphie werden Funktionsstörungen, die Aktivität von Knoten im Schilddrüsengewebe oder der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung beurteilt.
- Anhand einer Skelettszintigraphie ist der Nachweis von Knochenmetastasen oder entzündlichen Veränderungen möglich.
- Mithilfe der Myokardszintigraphie lässt sich die Durchblutung des Herzmuskels unter Belastung und in Ruhe beurteilen, was für die Diagnostizierung der koronaren Herzkrankheit (KHK) relevant ist.
Im Rahmen der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) – oft kombiniert mit der CT oder der Magnetresonanztomographie (MRT) – lassen sich unter anderem Stoffwechselprozesse auf zellulärer Ebene oder bestimmte Gewebetypen durch das Binden der Tracer an Oberflächenstrukturen darstellen (zum Beispiel mit der PSMA-PET-CT und der DOTATOC-PET-CT).
Aufgrund seiner Fachkunde wählt der Nuklearmediziner die passenden Verfahren aus, bewertet anhand der vorliegenden Patienteninformationen mögliche Komplikationsrisiken bei anstehenden Untersuchungen und steht den Medizinischen Technologen für Radiologie (MTR) bei Fragen zur Verfügung. Nach der Bildaufnahme obliegt dem Nuklearmediziner die Auswertung und schriftliche Zusammenfassung des Befundes.
Weiterhin ist der Facharzt für Nuklearmedizin ein zentrales Bindeglied in interdisziplinären Boards, um eine optimale Abstimmung der verschiedenen Fachbereiche bei Tumor- oder Herzerkrankungen zu gewährleisten. Darüber hinaus fallen die Qualitätssicherung und Aspekte des Strahlenschutzes in den Verantwortungsbereich von Nuklearmedizinern.
Aufgaben des Nuklearmediziners in der Therapie
Neben der Diagnostik übernimmt der Facharzt für Nuklearmedizin auch Aufgaben im Bereich der Therapie. Beispielsweise werden mit der Radiojodtherapie verschiedene Schilddrüsenerkrankungen und mit der Radioligandentherapie diverse Tumore – unter anderem Prostatakarzinome und neuroendokrine Tumore (NET) – gezielt behandelt.
Weitere zentrale Tätigkeiten bestehen in der Indikationsstellung und Therapieplanung – also der Bewertung, ob bei dem individuellen Patienten mit einem Ansprechen auf die Behandlung zu rechnen ist – sowie in der Dosisberechnung bzw. der Identifizierung und Auswahl des Zielvolumens. Dazu können im Rahmen der Vorbereitung weitere Untersuchungen erforderlich werden. Zudem überwacht der Facharzt für Nuklearmedizin den Behandlungsverlauf, um im Fall einer Therapieresistenz alternative Lösungen in Ansatz bringen zu können.
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Fazit: Nuklearmediziner arbeiten an Diagnostik und Therapie
Der Facharzt für Nuklearmedizin ist eine zentrale Schnittstelle zwischen der diagnostischen Bildgebung und der Therapie schwerwiegender Erkrankungen. Dementsprechend breit ist sein Aufgabenspektrum – von der Auswahl zur Verdachtsdiagnose passender Untersuchungsverfahren in der Krebsmedizin (Onkologie), der Herz- und Gefäßmedizin (Kardiologie) und der Neurologie über die Planung und Überwachung von Behandlungen bis zur Qualitätssicherung und Einhaltung strahlenschutzrechtlicher Maßnahmen.

