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Kommt es zu Schmerzen und Schwellungen in Kombination mit einer eingeschränkten Beweglichkeit des Ellenbogens nach einem Sturz oder Unfall, ist eine Verletzung nicht auszuschließen. Das konventionelle Röntgenbild bleibt für die Befundung zentral, kann aber gerade bei komplexen Verletzungsmustern nicht alle nötigen Informationen liefern. Die Computertomographie (CT) ist eine Ergänzung, die bestimmte Frakturmuster hochauflösend darstellen und damit sowohl für die Diagnostik als auch die Vorbereitung operativer Eingriffe wichtige Hinweise liefern kann. In diesem Artikel geben wir einen kompakten Überblick über die Bedeutung radiologischer Untersuchungsverfahren bei Ellenbogenverletzungen.
Inhalt

Wann kommt die CT bei Ellenbogenverletzungen zum Einsatz?

Verletzungen des Ellenbogens treten häufig auf. Beispielsweise ist das Ausrenken oder Auskugeln (Luxation) mit einer Inzidenz von sechs Fällen pro 100.000 Einwohner ein verbreiteter Behandlungsgrund [1]. Einen hohen Anteil an den Fallzahlen haben Sportunfälle. Neben dem ausgekugelten Ellenbogengelenk sind auch Brüche ein Behandlungsgrund. Aufgrund der komplexen Struktur erfordern Ellenbogenfrakturen eine umfassende Diagnostik und Vorbereitung.

Zur Betrachtung des Gelenks wird als primäres bildgebendes Verfahren das konventionelle Röntgen auf zwei Ebenen eingesetzt. Bei verschiedenen Fragestellungen reicht die Aufnahme allerdings nicht aus. So erfordern komplizierte Frakturmuster, Knochen- oder Knorpelfragmente im Gelenkspalt oder die Vorbereitung eines operativen Eingriffs regelmäßig eine detailliertere Bildgebung. Unter den radiologischen Verfahren hat sich diesbezüglich die Computertomographie (CT) etabliert.

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Die Bedeutung der CT für die Diagnostik von Ellenbogenverletzungen?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Der erste Schritt in der Diagnostik ist in der Regel das Röntgen.
  • Gerade bei umfassenderen Fragestellungen kann die CT genauere Aufnahmen liefern.
  • Für die Beurteilung des Weichgewebes bietet sich die Magnetresonanztomographie (MRT) an.

Der menschliche Ellenbogen besteht anatomisch aus drei Teilgelenken, nämlich

  • dem Humeroulnargelenk (zwischen Oberarmknochen und Elle),
  • dem Humeroradialgelenk (zwischen Oberarmknochen und Speiche) sowie
  • dem proximalen Radioulnargelenk (zwischen Elle und Speiche im ellenbogennahen Bereich).

Deren Zusammenspiel ermöglicht sowohl Beuge- und Streckbewegungen als auch die Rotationsbewegung des Unterarms (in der Medizin als „Pronation“ und „Supination“ bezeichnet). Aufgrund dieser strukturellen Komplexität ist das Ellenbogengelenk nicht nur anfällig für bestimmte Verletzungsmuster, sondern stellt besondere Anforderungen an die bildgebende Diagnostik.

Als Erstlinienuntersuchung kommt allgemein das Röntgen zum Einsatz. Die CT hat eher ergänzenden Charakter und wird herangezogen, wenn die Aufnahmen auf zwei Ebenen mit Röntgengeräten keine hinreichenden Informationen liefern. Aufgrund der komplizierten Struktur sind bestimmte Frakturmuster nicht immer eindeutig zu erkennen.

Das grundlegende Funktionsprinzip beruht sowohl beim Röntgen als auch der CT auf Röntgenstrahlen. Aber: Im Fall der CT erfolgt die Bildakquisition auf mehreren Ebenen, womit die Technik eine hochauflösende Darstellung erlaubt und das Risiko von Verdeckungen verringert. Mit der Möglichkeit, aus den CT-Daten eine dreidimensionale Rekonstruktion zu errechnen, entsteht ein räumlicher Eindruck des vermuteten Frakturmusters.

Der Vorteil einer CT-Untersuchung liegt in der sehr guten Darstellbarkeit knöcherner Strukturen. Auf diese Weise lassen sich Brüche im Ellenbogengelenk unter verschiedenen Gesichtspunkten beurteilen, unter anderem

  • die Anzahl von Fragmenten,
  • die Fragmentgröße oder
  • der Dislokationsgrad (Ausmaß der Verschiebung).

Da nicht nur das Gelenk, sondern auch Teilbereiche von Unter- und Oberarmknochen mit abgebildet werden, lässt sich mittels CT-Scan auch eine etwaige Fortsetzung der Verletzungsmuster beurteilen.

Wie beim Röntgen liegt auch bei der CT der Fokus auf einer Beurteilung des Knochens. Stehen Fragestellungen zur Verletzung von Weichgewebe im Raum – zum Beispiel Verletzungen der Muskeln, der Gelenkkapsel, Sehnen oder des Gelenkknorpels –, liefert die Magnetresonanztomographie (MRT) hochwertigere Informationen. Bei der Abklärung von Hinweisen auf Gefäßverletzungen spielt die CT- oder MRT-gestützte Angiographie eine Rolle.

Indikationen für die CT am Ellenbogen

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die CT wird speziell beim Verdacht auf komplizierte Frakturen eingesetzt.
  • Mithilfe der Aufnahmen ist eine präzise Operationsplanung möglich.
  • Anhand der CT-Bilder lässt sich abschätzen, ob eine Prothese eine angemessene Behandlungslösung ist.

Die häufigste Fraktur am Ellenbogengelenk beim Erwachsenen ist die Radiusköpfchenfraktur (Bruch des ellenbogennahen Anteils des Speichenknochens), die etwa 30 Prozent aller Ellenbogenbrüche ausmacht. Die Einteilung erfolgt nach der Mason-Klassifikation.

Gerade bei Frakturen mit einer Beteiligung der Gelenkflächen liefert die CT wichtige Informationen zur weiteren Therapieplanung, um den Dislokationsgrad (Ausmaß der Verschiebung) und die Größe der Knochenfragmente zu bestimmen.

Klinisch relevante Begleitverletzungen, wie ein paralleler Bruch des Processus coronoideus (knöcherner Vorsprung der Elle zur Gewährleistung der Gelenkstabilität), lassen sich mit dem konventionellen Röntgen oft nicht sicher erfassen. Die CT ist in der Lage, diese Informationen zuverlässig zu liefern.

Auch im Fall der distalen Humerus- (ellenbogennahes Ende des Oberarmknochens) und der Olecranon-Fraktur (Bruch des hinteren knöchernen Vorsprungs der Elle) lassen sich komplizierte Muster mit der CT abbilden. Freie Gelenkkörper, die im Röntgenbild nicht sicher erkennbar sind, lassen sich mittels CT zuverlässig nachweisen und lokalisieren [2].

Operationsplanung und 3D-Rekonstruktion

Bei Verletzungen des Ellenbogens ist die CT auch für die Planung von Eingriffen von zentraler Bedeutung. Durch die dreidimensionalen Rekonstruktionen der Frakturmorphologie entsteht ein genaues Bild der Bruchlinien sowie der Lage und Verschiebung einzelner Gelenk- und Knochenfragmente. Zudem ist der Operateur in der Lage, mögliche Trümmerzonen zu identifizieren.

Diese Informationen fließen unmittelbar in die Wahl des Zugangs für den Eingriff und die Osteosyntheseverfahren (Knochenverbindung mittels Schrauben, Platten oder anderen Implantaten) ein. Des Weiteren lässt sich anhand der Bildgebung die Entscheidung für oder gegen einen prothetischen Ersatz treffen.

So kann beispielsweise bei einer Radiusköpfchenfraktur mit mehreren Fragmenten, bei der eine operative Rekonstruktion nicht mehr möglich ist, durch die CT-Befunde frühzeitig die Entscheidung zur Implantation einer Radiuskopfprothese unterstützt werden. Ohne die Bildgebung wäre die Feststellung des Befundes erst während des Eingriffs möglich.

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Fazit: Die Ellenbogendiagnostik setzt bei schwierigen Verletzungsmustern auf die CT

Im Fall einer Verletzung des Ellenbogens ist das klassische Röntgen die etablierte Erstliniendiagnostik. Aber: Aufgrund verfahrensspezifischer Limitationen lassen sich gewisse, komplexe Verletzungsmuster – wie Trümmerbrüche oder Luxationsfrakturen – nicht hinreichend beurteilen. In derartigen Fällen liefert die CT entscheidende Informationen. Hinsichtlich der Operationsplanung und der therapeutischen Maßnahmen (bis hin zur prothetischen Versorgung) ermöglichen die CT-Aufnahme von mehreren Ebenen eine bessere Bewertung der Situation.

FAQ zur CT bei Ellenbogenverletzungen: Die wichtigsten Fragen und Antworten

[1] Thieme-Connect, Traumatische Ellenbogenverletzungen im Sport – Mechanismen und Therapie, online verfügbar unter: Link letzter (Datum des letzten Zugriffs am 23.03.2026).

[2] Thieme-Connect, Supra- und diakondyläre Frakturen des distalen Humerus, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs am 23.03.2026).

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