Aufgaben, Rollenverteilung und Organisation – Wer macht was beim Remote Scanning?
Die Möglichkeiten des Remote Scannings ermöglichen Radiologiepraxen eine besonders effiziente Nutzung ihrer Ressourcen. Gleichzeitig verändern sich damit aber auch die etablierten Rollen, die den Praxisalltag prägen. Wie die Aufgabenzuschnitte und Zuständigkeiten beim Remote Scanning in der Radiologie genau aussehen, beleuchten wir in diesem Beitrag.
Neue Rollenverteilung: Wer macht was beim Remote Scanning?
Das zentrale Element beim Remote Scanning ist die Fernsteuerung des Magnetresonanztomographen. Der Gerätebediener befindet sich also nicht mehr physisch vor Ort in der Radiologiepraxis, sondern an einem anderen Ort. Dies macht eine Anpassung der Aufgaben und Rollen, die zur Durchführung einer Magnetresonanztomographie (MRT) erforderlich sind, notwendig. Für das Remote Scanning in der Radiologie bedarf es
- eines Patient Managers (Patientenbetreuers),
- eines Local Operators und
- eines Remote Operators.
Die Aufgabenfelder dieser drei Rollen greifen ineinander und ergänzen sich. Im Zusammenspiel gewährleisten sie einen reibungslosen Ablauf der remote durchgeführten MRT-Untersuchung.
Der Patient Manager: Begleitung von der Anmeldung bis zur Umkleidekabine
Der Patient Manager übernimmt alle patientenbezogenen Aufgaben, vom Betreten der Praxis bis zum Beginn der eigentlichen Untersuchung. Dazu gehören
- die Begleitung des Patienten vom Wartezimmer bis zur Umkleidekabine,
- die Klärung der anstehenden Untersuchung,
- die Frage nach etwaigen Kontraindikationen (Gründe, die die Durchführung der MRT einschränken oder ausschließen),
- erforderlichenfalls das Legen von venösen Zugängen und
- die Durchführung eines GFR-Schnelltests (Messung der Nierenfunktion zur Abklärung der Kontrastmittelverträglichkeit).
Zusätzlich führt der Patient Manager die Stufenaufklärung (Variante der Patientenaufklärung, die vermittelte Informationen nach Bedarf und Tiefe anpasst) durch. Da die Rolle den unmittelbaren Patientenkontakt und die Vorbereitung medizinischer Entscheidungen beinhaltet, muss der Patient Manager für seine Tätigkeit entsprechend qualifiziert und geschult sein.
Je nach Organisation und Ausstattung der Radiologiepraxis (zum Beispiel mit Anmeldeterminals) kann der Patient Manager weitere Aufgaben rund um die Anmeldung des Patienten übernehmen, womit er zu einer zentralen Schnittstelle zwischen Praxisorganisation und Untersuchungsablauf wird.
Der Local Operator: Betreuung vor Ort während der Untersuchung
Sobald der Patient die Umkleidekabine verlässt und den Untersuchungsraum betritt, übernimmt der Local Operator die Betreuung. Er begleitet den gesamten Untersuchungsprozess vor Ort bis zum Abschluss der Bildakquisition. Dabei erfüllt der Local Operator mehrere zentrale Aufgaben wie die korrekte Lagerung des Patienten auf dem Untersuchungstisch.
Da der Local Operator die Ausführung der erforderlichen Schritte überwacht und auf die ordnungsgemäße Durchführung der Untersuchung achtet, trägt er unmittelbar und wesentlich zur Qualität der Befundung bei. Gleichzeitig ist er der direkte Ansprechpartner für den Patienten im Untersuchungsraum, was einen zentralen Aspekt der Patientensicherheit darstellt.
Der Remote Operator: Gerätesteuerung aus der Distanz
Der Remote Operator ist der eigentliche Gerätebediener und führt die Untersuchung technisch durch. Durch die Datenanbindung kann der Arbeitsplatz örtlich flexibel an einem zentralen Standort oder im Homeoffice eingerichtet werden. Neben der Bedienung der Geräte gehört auch die Abrechnung der durchgeführten Untersuchungen zum Aufgabenbereich des Remote Operators.
Organisationsmöglichkeiten für das Remote Scanning
Je nach Praxisstruktur lässt sich das Remote Scanning auf verschiedenen Wegen realisieren und in den Arbeitsalltag integrieren. Entscheidend ist die technische und personelle Ausstattung der Radiologiepraxis.
- Variante 1 – Zwei Geräte an einem Standort: Praxen mit zwei MRT-Geräten können einen Remote Operator einsetzen, der beide von einem Raum innerhalb des Gebäudes steuert. Diese Lösung lässt sich besonders gut mit der Anwesenheit des zuständigen Radiologen (Facharzt für Radiologie) kombinieren, da dieser für Rückfragen direkt erreichbar ist.
- Variante 2 – Ein Gerät pro Standort: Verfügt eine Praxis nur über ein MRT-Gerät, kann der Remote Operator von seinem Standort aus nicht nur das eigene Gerät, sondern gleichzeitig auch die Geräte in anderen Praxen bedienen. So entsteht eine standortübergreifende Nutzung verfügbarer Personalressourcen.
- Variante 3 – Vollständig dezentrales Arbeiten (Homeoffice): Bei diesem Modell arbeitet der Remote Operator vollständig von zu Hause und steuert über seinen Arbeitsplatz mehrere MRT-Geräte an verschiedenen Standorten. Die Voraussetzung ist eine stabile und sichere Internetverbindung. Diese Option bietet ein Maximum an Flexibilität.
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Fazit: Remote Scanning definiert Rollen und Aufgabenbereiche in Radiologiepraxen teilweise neu
Remote Scanning ist nicht bloß eine technische Innovation in der Radiologie – es handelt sich vielmehr um ein neues organisatorisches Konzept. Durch dessen Implementierung werden Rollen und Aufgabenbereiche in Praxisteams neu strukturiert. Mit den klar definierten Zuständigkeiten von Patient Manager, Local Operator und Remote Operator entsteht eine effiziente Aufgabenverteilung, durch die sich Störungen und Unterbrechungen minimieren lassen und die Qualität der Untersuchung verbessert wird. Gleichzeitig ermöglichen flexible Einsatzmodelle eine optimierte Auslastung teurer MRT-Geräte und bieten dem Personal neue Möglichkeiten zur Flexibilisierung des Arbeitsalltags.
FAQ zu den Aufgaben und Prozessen im Remote Scanning: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Verändert sich die Untersuchungsdauer durch Remote Scanning?
Die reine Untersuchungszeit bleibt unverändert, da sich der Prozess der Bildaufnahme durch das Remote Scanning nicht ändert. Abweichungen können sich jedoch bei der subjektiven Wahrnehmung des Remote Operators ergeben. Aufgrund der räumlichen Trennung von MRT-Gerät und Arbeitsplatz fehlen die typischen Geräusche und Unterbrechungen in der Umgebung des Remote Operators, wodurch dieser Abläufe gegebenenfalls als verlangsamt wahrnehmen kann.
Wie kommunizieren der Remote Operator und das Personal vor Ort?
Eine funktionierende Kommunikation zwischen Remote Operator und Local Operator ist entscheidend für einen sicheren und effizienten Untersuchungsablauf. Mit Audio, Video und Chat stehen drei Kommunikationskanäle zur Verfügung. Die genaue Aufteilung ist individuell unterschiedlich. Der Chat ist für viele Aspekte ausreichend und erfolgt mitunter über eine eigene Chatsprache mit kurzen, standardisierten Ausdrücken. Bei komplexen Sachverhalten können Audio- oder Videokommunikation vorzugswürdig sein.
Wirkt sich die Trennung zwischen MRT und Operator-Arbeitsplatz auf die Bildqualität aus?
Nein, die Qualität der Aufnahmen wird durch die räumliche Trennung nicht beeinflusst. Vielmehr hängt diese von den Einstellungen des MRT-Geräts und den Rahmenbedingungen der Bildakquisition ab. So können beispielsweise Bewegungen des Patienten während der Untersuchung zu störenden Artefakten führen.

