Strahlenbelastung bei der DOTATOC-PET-CT: Wie hoch ist das Risiko wirklich?
Die DOTATOC-PET-CT ist ein Hybridverfahren, mit dem Patienten auf das Vorliegen von neuroendokrinen Tumore (NET) untersucht werden. Der dabei zum Einsatz kommende Radiotracer Gallium-68-DOTATOC ist schwach radioaktiv und bindet an spezifische Rezeptoren der Krebszellen. Für die radiologische Komponente des Verfahrens – also die strukturelle Bildgebung mittels Computertomographie (CT) – wird ionisierende Strahlung genutzt. Aus Patientensicht ist es somit durchaus nachvollziehbar, dass hinsichtlich der Dosisbelastung mitunter Bedenken bestehen. Der vorliegende Beitrag soll klären, ob tatsächlich ein begründeter Anlass besteht.
Warum kommt es bei der DOTATOC PET-CT zu einer Strahlenbelastung?
Die mit der PET-CT verbundene Strahlenbelastung kann bei 10 bis 15 mSv (Millisievert, Einheit zur Messung der biologischen Strahlenwirkung) liegen. Sie ergibt sich aus zwei Komponenten.
Zum einen handelt es sich dabei um den Radiotracer Gallium-68 – ein Positronenstrahler mit einer sehr kurzen Halbwertszeit (Zeitraum, in dem die Hälfte der radioaktiven Substanz zerfällt) von rund einer Stunde. Dass die Substanz im Körper innerhalb weniger Stunden weitgehend eliminiert wird, ist aus Sicht des Strahlenschutzes ein Vorteil. Die von dem PET-Tracer effektiv ausgehende Strahlendosis hängt von der verabreichten Aktivität ab, die an den Patienten angepasst wird. Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) gibt für einen durchschnittlichen Erwachsenen einen Wert von rund 3 mSv als üblich an [1]. In der deutschen Leitlinie wird eine Höhe von unter 4 mSv genannt [2].
Zum anderen ergibt sich die Exposition des Patienten aus der mit der CT verbundenen Röntgenstrahlung. Je nach Protokoll und zu untersuchender Körperregion kann diese den größeren Anteil der Strahlenbelastung ausmachen. So kann beispielsweise ein Ganzkörper-CT-Scan eine Strahlenbelastung von 15 bis 20 mSv mit sich bringen, während es bei einer Untersuchung von Bauch und Becken nur circa 8 mSv sind.
Low-Dose-Protokolle verringern die Strahlenbelastung
In den letzten Jahren hat die Medizintechnik hinsichtlich der Dosisreduktion gerade im Hinblick auf die CT-Komponente Fortschritte gemacht. Inzwischen stehen Low-Dose-Protokolle zur Verfügung, mit denen die Strahlenbelastung deutlich sinkt. Im Rahmen der Leitlinie werden für dieses spezielle Verfahren bis zu 3 mSv als effektive Dosis angegeben, was einer deutlichen Reduktion entspricht [2].
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Fazit: Die Strahlung der DOTATOC-PET-CT bewegt sich im Rahmen typischer radiologischer Untersuchungen
Als bildgebendes Verfahren ist die DOTATOC-PET-CT im Anwendungsbereich der Diagnostik und des Stagings etabliert. Obwohl die Methode gleich zwei Strahlungsquellen einschließt, kommt es nicht zu einer Belastung des Patienten, die deutlich über der Dosis anderer Untersuchungen liegt. Entscheidend für die Dosishöhe ist vor allem, welche Aktivität der verabreichte Radiotracer hat und welches Protokoll die Radiologiepraxis bei der Durchführung der CT-Komponente anwendet. Gerade durch den konsequenten Einsatz der Low-Dose-Methoden lässt sich die Strahlenexposition nachhaltig reduzieren.
[1] U.S. Food and Drug Administration (FDA), HIGHLIGHTS OF PRESCRIBING INFORMATION GALLIUM Ga 68 EDOTREOTIDE, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 11.03.2026).
[2] Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), DGN-Handlungsempfehlung (S1-Leitlinie) Somatostatinrezeptor-PET/CT, Stand: 3/2017, AWMF-Registernummer: 031-046, S. 12, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 11.03.2026).

