Somatostatin-Rezeptoren: Warum die DOTATOC-PET-CT so präzise ist
Die DOTATOC-PET-CT verfügt in der Diagnostik neuroendokriner Tumore (NET) über eine hohe Sensitivität und kann die Raumforderungen mit großer Präzision detektieren. Dies ist in der Funktionsweise der Methode nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip begründet, bei dem radioaktiv markierte Somatostatin-Analoga (Verbindungen, die dem körpereigenen Somatostatin ähneln) gezielt an Somatostatin-Rezeptoren (SSTR) binden.
Solche Rezeptoren werden bevorzugt von den Zellen bestimmter NET gebildet und kommen auf deren Oberflächen gehäuft vor. Mit der nuklearmedizinischen Untersuchung wird der Tumor quasi auf molekularbiologischer Ebene getriggert, was es ermöglicht, auch kleine Raumforderungen mit einer Größe von wenigen Millimetern zu lokalisieren. Im Vergleich zur Somatostatinrezeptorszintigraphie wird mit der DOTATOC-PET-CT bei NET eine höhere räumliche Auflösung und Empfindlichkeit erreicht.
Welche Rolle spielen Somatostatin-Rezeptoren bei der DOTATOC-PET-CT?
Somatostatin ist ein körpereigenes Hormon und Neurotransmitter (Botenstoff im Nervensystem), das seine Wirkung über spezifische Bindungsstellen an der Zelloberfläche – die Somatostatin-Rezeptoren – entfaltet. Diese kommen in verschiedenen Subtypen vor (SSTR1 bis SSTR5, wobei der Subtyp SSTR2 noch weiter unterschieden wird).
Bei gesundem Gewebe erfüllen die Rezeptoren verschiedene Aufgaben. Sie sind für die Regulierung der Hormonausschüttung von Bedeutung, haben Einfluss auf die Zellteilung und wirken auf das Nervensystem. Anzutreffen sind SSTR im Gehirn und in der Bauchspeicheldrüse, im Magen-Darm-Trakt sowie in den Nieren und Teilen des Herz-Kreislauf-Systems.
NET haben die besondere Eigenschaft, dass sie in vielen Fällen eine hohe Dichte an SSTR exprimieren (die Konzentration ist wesentlich höher im Vergleich zu gesundem Gewebe). Dabei sticht der Subtyp SSTR2A bei NET hervor – was den Rezeptor zu einem idealen Ziel für die nuklearmedizinische Diagnostik macht.
Diese nutzt das Somatostatin-Analogon (DOTATOC bzw. Edotreotid), das mit dem radioaktiven Isotop Gallium-68 markiert wird und sich nach einer intravenösen Injektion über das Blutgefäßsystem im Körper verteilt. Die Kombination der PET-Untersuchung mit der Computertomographie (CT) liefert zugleich funktionelle und hochauflösende anatomische Informationen, deren Fusion nicht nur die Lokalisierung von Tumoren, sondern auch die Beurteilung ihrer Beziehung zu umliegenden Strukturen ermöglicht.
Worin besteht die Überlegenheit der DOTATOC-PET-CT gegenüber konventionellen Verfahren?
Die DOTATOC-PET-CT kommt vorrangig bei NET zum Einsatz, die:
- im Verdauungstrakt,
- der Bauchspeicheldrüse oder
- der Lunge
entstehen. Indikationen sind außerdem Meningeome (gutartige Hirnhauttumore), bestimmte Formen von Schilddrüsenkrebs sowie weitere SSTR-positive Tumore.
Im Vergleich zur Szintigraphie, erreicht die DOTATOC-PET-CT eine höhere diagnostische Präzision durch die Verbindung der strukturellen Bildgebung mit den funktionellen Aspekten. Zusätzlich liefert die PET-CT dreidimensionale Aufnahmen, was die Bewertung der Lageverhältnisse deutlich vereinfacht.
Die höhere Sensitivität ermöglicht auch den Nachweis kleiner Tumore und Metastasen, die mit der szintigraphischen Untersuchung möglicherweise übersehen worden wären. Aufgrund ihrer höheren Präzision hat die DOTATOC-PET-CT einen direkten Einfluss auf die Prognosestellung und liefert zusätzlich Hinweise für die Patientenselektion, insbesondere für die Peptid-Rezeptor-Radionuklid-Therapie (PRRT).
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Fazit: Hohe Sensitivität der DOTATOC-PET-CT durch spezifische Bindungsstellen
Mit der DOTATOC-PET-CT steht der Medizin ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Verfügung, welches sehr sensitiv auf bestimmte NET anspricht. Zusätzlich kann es die Therapieentscheidungen unterstützen, da das Verfahren Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der SSTR-sensitiven Tumore erlaubt. Diese hohe Präzision erreicht das Verfahren vor allem deshalb, weil es auf spezifische Rezeptoren anspricht, die bei vielen NET typischerweise vorhanden sind.