Mit neuroendokrinen Tumoren leben: Einsatz der DOTATOC-PET-CT in der Nachsorge
Neuroendokrine Tumore (NET) sind eine besondere Klasse unter den Karzinomen, da sie bestimmte Hormone produzieren können. Da NET in verschiedenen Körperregionen vorkommen, sind die durch sie verursachten Symptome sehr unterschiedlich. Die Behandlung erfolgt neben der Resektion auch mit speziellen Strahlentherapien.
Zur Diagnostik und der Ausbreitungsuntersuchung kommt die DOTATOC-PET-CT – ein hybrides Verfahren, bestehend aus der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Computertomographie (CT) – zum Einsatz. Diese Methode spielt auch in der späteren Nachsorge und für das Auffinden von Rezidiven (wiederkehrender Tumor) eine Rolle.
Darum ist die Nachsorge bei NET so wichtig
NET sind eine Tumorvariante, die durch mehrere Besonderheiten geprägt ist. Dazu gehört, dass diese Karzinome eine sehr starke Heterogenität aufweisen. Einige der Tumore lassen sich durch eine hohe Dichte an Somatostatin-Rezeptoren (SSTR) vergleichsweise gut mit der DOTATOC-PET-CT detektieren, andere wiederum nicht.
Gleichzeitig ist bei diesen Tumoren ein Rezidiv auch nach mehreren Jahren noch möglich. In Kombination mit der Tatsache, dass einige NET unter bestimmten Umständen nicht direkt operativ, sondern nach dem Prinzip des Watchful Waiting behandelt werden, ergibt sich die Notwendigkeit einer individuell umfassenden Nachsorge.
Dabei hängt der Umfang der Untersuchung von patientenspezifischen Faktoren ab. Zu den Parametern, die wichtige Informationen liefern, gehört das Krebsantigen Ki-67. Bei einem niedrigen Wert kann ein ausgedehntes Intervall in der Nachsorge in Erwägung gezogen werden. Bei kritischen Werte ist indes eine engmaschige Beobachtung angezeigt.
Rolle der DOTATOC-PET-CT in der NET-Nachsorge
Die DOTATOC-PET-CT ist auf verschiedenen Ebenen der Nachsorge im Einsatz. Im Rahmen der Therapiekontrolle gibt sie den Ärzten Aufschluss über das Ansprechen auf die Behandlung. So kann unter anderem geklärt werden, ob sich der Tumor wie gewünscht entwickelt oder ob die Bildung von Metastasen zu erkennen ist.
In der klassischen Nachsorge dient das Verfahren außerdem der Erkennung von Spätrezidiven. Darüber hinaus kann die DOTATOC-PET-CT bei auffälligen Befunden, die sich mit anderen Bildgebungsverfahren nicht eindeutig aufklären lassen, wichtige Informationen liefern, die eine angepasste Planung der weiteren Schritte ermöglichen. Wie häufig das Verfahren zum Einsatz kommt, ist individuell verschieden. Grundsätzlich ist jedoch stets die mit der DOTATOC-PET-CT verbundene Strahlenbelastung zu berücksichtigen.
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Fazit: Die DOTATOC-PET-CT ist in der Nachsorge bedeutend, vom Staging bis zur Verlaufskontrolle
Mit der DOTATOC-PET-CT steht der Krebsmedizin (Onkologie) ein radiologisches Verfahren zur Verfügung, das in der Nachsorge durch seine hohe Spezifität eine Rolle spielt. Da ein NET auch nach erfolgter Behandlung als Rezidiv zurückkehren kann, spielt die Methode in der Nachsorge als Ergänzung zu anderen bildgebenden Verfahren eine Rolle. Darüber hinaus wird in Studien untersucht, ob sich die PET-Verfahren auf Basis von SSTR-Tracern bei Patienten mit einem NET ohne Progression als Bestandteil der Verlaufskontrolle (beispielsweise im Rahmen eines Watch-and-Wait-Ansatzes) einsetzen lassen [1].
[1] Hope TA, Bergsland EK, Bozkurt MF, Graham M, Heaney AP, Herrmann K, Howe JR, Kulke MH, Kunz PL, Mailman J, May L, Metz DC, Millo C, O’Dorisio S, Reidy-Lagunes DL, Soulen MC, Strosberg JR. Appropriate Use Criteria for Somatostatin Receptor PET Imaging in Neuroendocrine Tumors. J Nucl Med. 2018 Jan;59(1):66-74. doi: 10.2967/jnumed.117.202275. Epub 2017 Oct 12. PMID: 29025982; PMCID: PMC6910630.

