Welche Tracer werden bei der PET-MRT & PET-CT verwendet?
Sowohl die Magnetresonanztomographie (MRT) als auch die Computertomographie (CT) können mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) kombiniert werden und somit neben der radiologischen Abbildung anatomischer Informationen auch eine nuklearmedizinische funktionelle Bildgebung der Stoffwechselprozesse und Organfunktionen in die Untersuchung einbeziehen.
Die Auswahl des Tracers (Verbindungen aus leicht radioaktiven Substanzen mit Trägermolekülen) richtet sich nach der konkreten medizinischen Fragestellung und dem jeweiligen Target (spezifische Gewebe oder Zellstrukturen, die durch eine Anreicherung des Tracers markiert werden). In den Aufnahmen mit einer Positronenkamera werden pathologische Veränderungen sichtbar.
FDG – Tracer für Stoffwechselprozesse
Fluordesoxyglukose (FDG) ist einer der häufig verwendeten Tracer in der PET-Bildgebung. Es handelt sich bei diesem Radiopharmakon um ein Glukoseanalogon mit Fluor-18, das sich in stoffwechselaktiven Zellen anreichert. FDG kommt unter anderem in der Krebsmedizin (Onkologie) zum Einsatz, da Tumorzellen aufgrund stoffwechselspezifischer Besonderheiten einen erhöhten Glukosebedarf aufweisen.
Aber auch bei der Suche nach Entzündungen markiert FDG besonders aktive Areale. Daher kommt der Tracer in der Herzmedizin (Kardiologie) zur Darstellung entzündlicher Prozesse im Herzmuskel (Myokard) und im Rahmen der Vitalitätsdiagnostik nach einem Herzinfarkt zum Einsatz. Bereiche mit erhaltenem Glukosestoffwechsel weisen auf vitales Myokard hin, während Narbengewebe keine FDG-Aufnahme mehr zeigt. Auch bei der Diagnostik von Kardiomyopathien nach erfolgter Strahlentherapie liefert FDG Hinweise auf aktive Entzündungsprozesse.
PSMA-Tracer für die Prostatakrebsdiagnostik
PSMA-Liganden gehören zu den wichtigsten Tracern in der Diagnostik von Prostatakarzinomen. Das prostataspezifische Membranantigen wird auf Prostatakrebszellen verstärkt gebildet. Zu den gängigen PSMA-Tracern zählen Gallium-68-PSMA-11 und Fluor-18-PSMA-1007.
Die PSMA-PET-MRT wird vor allem zur Ausbreitungsdiagnostik eingesetzt, um Metastasen in Lymphknoten, Knochen und Weichteilen aufzuspüren. Zur Vorbereitung einer PSMA-Radioligandentherapie werden die Tracer ebenfalls eingesetzt, da Läsionen mit einer geringen PSMA-Anreicherung auf eine eingeschränkte Eignung für PSMA-basierte Therapiekonzepte hinweisen können.
Perfusionstracer in der Kardiologie
Zur Beurteilung der Herzmuskeldurchblutung kommen spezielle Perfusionstracer zum Einsatz. Rubidium-82 zeichnet sich durch eine sehr kurze Halbwertszeit aus, was die Strahlenbelastung reduziert und eine schnelle Bildakquisition ermöglicht.
Stickstoff-13-Ammoniak bietet wiederum eine höhere Extraktionsrate und damit eine bessere Bildqualität. Allerdings ist die Herstellung dieses Tracers komplexer und die Verfügbarkeit der Untersuchung damit zugleich limitiert. Beide Tracer werden bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) eingesetzt, um Durchblutungsstörungen unter Belastung nachzuweisen.
Amyloid- & Tau-Tracer in der Neurologie
Für die Diagnostik neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer stehen der Medizin inzwischen sogenannte „Amyloid-“ und „Tau-Tracer“ zur Verfügung. Unter anderem sind Florbetapir, Florbetaben und Flutemetamol in Europa von der EMA (European Medicines Agency) zur Visualisierung von Amyloid-Plaques im Gehirn zugelassen worden. Gleiches gilt für Flortaucipir als Tau-Tracer (macht neurofibrilläre Bündel sichtbar, die auf eine Alzheimer-Pathologie hinweisen).
Allerdings bedeutet die Zulassung nicht automatisch, dass beide Methoden Teil der neurologischen Routinediagnostik in Deutschland sind. In der Demenz-Leitlinie wird eine Amyloid-PET mit radiologischer Bildgebung nicht als Screening-Methode empfohlen, sondern als Verfahren zur Abklärung bei unklarer Differenzialdiagnose. Die Tau-Tracer-basierte PET wird im Vergleich dazu in der Leitlinie noch zurückhaltender bewertet [1].
Ein weiterer neuroonkologischer Tracer ist F-18-Fluorethyltyrosin (FET), bei dem es sich um eine radioaktiv markierte Aminosäure handelt. Diese wird zur Diagnostik von Hirntumoren eingesetzt. Die Medizin macht sich dabei den erhöhten Aminosäurestoffwechsel in Tumorgewebe zunutze.
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Fazit: Der Einsatz der Tracer ist maßgeblich für den diagnostischen Erfolg
Die Auswahl des Tracers hat entscheidenden Einfluss auf die Aussagekraft der PET-MRT bzw. der PET-CT und muss daher stets passend zur konkreten Fragestellung oder Verdachtsdiagnose erfolgen. Mittlerweile werden in der Radiologie nicht nur stoffwechselsensitive oder Perfusionstracer. Die medizinische Forschung ist heute in der Lage, spezifische Bindungsproteine und Liganden zu markieren, die neurologische Fragestellungen beantworten oder über Aminosäure-Tracer sogar Hirntumore detektieren.
[1] Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), S3-Leitlinie Demenzen Living Guideline – Langfassung, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 15.01.2026).

