Was ist ein guter PSA-Wert für eine PSMA-PET-CT?
Die PSMA-PET-CT hat sich als bildgebendes Hybridverfahren in der Prostatakrebsdiagnostik etabliert. Vor allem im Rahmen der Ausbreitungsdiagnostik (Staging) und für die Suche nach Rezidiven (wiederkehrende Krebserkrankung) spielt die Methode, die eine Verbindung von Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Computertomographie (CT) ist, eine Rolle.
Der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) dient als Indikator für die Durchführung einer PSMA-PET-CT. Infolge des Tumorwachstums steigt der Wert an, da durch die Zerstörung der Drüsenstruktur mehr PSA in das Blut abgegeben wird. Die kritische Schwelle unterscheidet sich je nach Patientensituation: Nach einer Prostatakrebsbehandlung wird bereits auf sehr geringfügige Veränderungen des PSA-Werts reagiert, während in der Primärdiagnostik höhere Werte toleriert werden.
Der PSMA-PET-CT und der PSA-Wert vor der Krebsbehandlung
Veränderungen des PSA-Werts können bei bislang unauffälligen Betroffenen folgende verschiedene Ursachen haben:
- benigne Prostatahyperplasie (BPH, Vergrößerung der Prostata),
- Prostatitis (kurzer, starker Anstieg möglich),
- mechanische Ursachen, wie eine Prostatareizung,
- Prostatakrebs.
Tumore sind also nur ein möglicher Grund für einen gesteigerten PSA-Spiegel, weshalb bei einem erhöhten Wert oft nicht sofort zur PSMA-PET-CT gegriffen wird. Die eigentliche Primärdiagnostik bei Verdacht auf Prostatakrebs konzentriert sich auf die Beobachtung des PSA-Werts, die radiologische Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) und die Sicherung der Diagnose durch die Histologie.
Für die Entscheidung zur Durchführung der PSMA-PET-Hybridbildgebung geben letztlich mehrere Faktoren den Ausschlag – insbesondere die Risikoklassifizierung. Für die Untersuchung spricht ein ungünstiges intermediäres Risiko (PSA-Wert ab 10 ng/ml mit Gleason-Score ab 7 und cT-Kategorie 2b, es liegen mindestens zwei Risikofaktoren vor) oder ein Hochrisikoszenario mit einem PSA-Wert von mehr als 20 ng/ml [1].
Der PSA-Wert und die Rezidivdiagnostik mit der PSMA-PET-CT
Ein weiterer Anlass für die Durchführung der PSMA-PET-CT ist der Verdacht auf ein Rezidiv. Aufgrund verschiedener Faktoren kann ein bereits erfolgreich therapiertes Prostatakarzinom „zurückkommen“. Okkulte Metastasen mit einer Größe unterhalb der Nachweisgrenze in der Bildgebung oder Krebszellen, die im Körper überdauert haben, sind Gründe für das Auftreten eines Prostatakrebs-Rezidivs.
Dieses macht sich zuerst oft anhand der Laborwerte bemerkbar, denn nach der Krebsbehandlung kommt es zu einem Wiederanstieg des PSA-Werts. In diesem Zusammenhang wird in der Krebsmedizin (Onkologie) von einem „biochemischen Rezidiv“ gesprochen. Ausschlaggebend ist die Messung von zwei aufeinanderfolgenden PSA-Werten. Liegen diese nach einer operativen Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) bei über 0,2 ng/ml oder nach einer Strahlentherapie bei mehr als 2 ng/ml über dem niedrigsten erreichten Wert (Nadir), spricht dies für die Durchführung einer PSMA-PET-Bildgebung.
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Fazit: In der Primär- und der Rezidivdiagnostik sind jeweils unterschiedliche PSA-Werte ausschlaggebend
Die auf der Verwendung eines PSMA-Radiotracers basierende Untersuchung, bei der ein Verfahren der Nuklearmedizin mit einem Verfahren der Radiologie kombiniert wird, hat sich in der Prostatakrebsdiagnostik etabliert.
Gerade im Hinblick auf Therapieentscheidungen, die Fernmetastasen oder eine Salvage-Behandlung (beim biochemischen Rezidiv) berücksichtigen müssen, ist die PSMA-PET-CT von Bedeutung. Ab welchem PSA-Wert über die Durchführung nachgedacht wird, hängt von den patientenindividuellen Rahmenbedingungen ab.
[1] Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und der Deutschen Krebshilfe, S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Version 8.1, August 2025, AWMF-Registernummer: 043-022OL, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriff: 03.02.2026).

