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Rückenschmerzen, Taubheitsgefühl in den Beinen oder ausstrahlende Beschwerden weisen auf Erkrankungen der Wirbelsäule hin. Die Magnetresonanztomographie ermöglicht eine genaue Abbildung der Bandscheiben, des Rückenmarks und der Nervenwurzeln. Im Folgenden fassen wir das Wichtigste zur MRT-Diagnostik der Wirbelsäule zusammen und erläutern, welche Erkrankungen sich mit der Untersuchung erkennen lassen.
Inhalt

Was erkennt man mit einer MRT der Wirbelsäule?

Rückenschmerzen zählen zu den am häufigsten auftretenden Beschwerden. Schätzungen zufolge leiden etwa 80 bis 90 Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal unter entsprechenden Schmerzsymptomen [1]. Oft klingen die Beschwerden von selbst wieder ab, können aber bei anhaltenden oder gleichzeitig vorliegenden neurologischen Symptomen auf ernsthafte, teils auch maligne Erkrankungen der Wirbelsäule hindeuten.

Als bildgebendes Verfahren hat sich die Magnetresonanztomographie (MRT) der Wirbelsäule etabliert, um Ursachen von Rückenbeschwerden abzuklären. Anders als im Fall konventioneller Röntgenaufnahmen ermöglicht die MRT nicht nur eine detaillierte Darstellung knöcherner Strukturen, sondern auch der Weichgewebeanteile, insbesondere der Bandscheiben, des Rückenmarks und der Nervenwurzeln. Diese Aussagekraft macht die Untersuchung für viele Fragestellungen im Bereich der Wirbelsäulendiagnostik relevant.

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Bedeutung und Vorteile der MRT in der Diagnostik von Wirbelsäulenerkrankungen

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die MRT ist eine nichtinvasive Untersuchung, die bei der Abbildung von Weichgewebe eine Darstellung mit hohem Kontrast bietet.
  • Einige Leitlinien empfehlen die MRT als primäre Methode der Wirbelsäulendiagnostik.
  • Die Durchführung der MRT erfolgt komplett strahlungsfrei.

Als radiologisches Untersuchungsverfahren wird die MRT gezielt eingesetzt, um zwischen harmlosen, von selbst ausheilenden und behandlungsbedürftigen Veränderungen zu unterscheiden. Zu den Vorteilen der Methode gehört neben der hohen Auflösung der Bilder und einem hervorragenden Weichteilkontrast die Tatsache, dass der Patient ohne Strahlenbelastung untersucht werden kann.

Anders als im Fall der Computertomographie (CT), die auf der Basis von Röntgenstrahlung funktioniert, werden bei der MRT starke Magnetfelder genutzt, um Wasserstoffatome anzuregen. Die Aufnahmen lassen sich in verschiedenen Ebenen anfertigen, was im Bereich der Wirbelsäule eine räumliche Beurteilung erleichtert.

Mit der MRT lässt sich der Zustand des Rückenmarks direkt und in hoher Auflösung darstellen. Gerade im Zusammenhang mit neurologischen Symptomen wie Lähmungen oder Blasenfunktionsstörungen erlaubt die Methode eine detaillierte Beurteilung der verschiedenen Abschnitte und Bestandteile der Wirbelsäule, unter anderem der Bandscheiben (einschließlich deren Höhe und möglichen Vorwölbungen).

Darüber hinaus kommt der MRT bei der Untersuchung von Kompressionen und Reizungen – zum Beispiel der Nervenwurzeln – ein großer diagnostischer Wert zu. Diese lassen sich in ihrem Verlauf durch die Neuroforamina (paarige Öffnungen als Austrittslöcher der Nerven aus dem Wirbelkanal) darstellen, um Pathologien wie Kompressionen durch Bänder und die dadurch entstehenden Gewebeveränderungen zu bewerten.

Durch die mechanischen Reizungen entstehen häufig radikuläre Schmerzen, die sich mit der Untersuchung präzise lokalisieren lassen. Durch den hohen Weichgewebekontrast ist zudem eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Gewebearten möglich, die sich durch den Einsatz eines Kontrastmittels noch stärker differenzieren lassen, was bei entzündlichen oder tumorösen Veränderungen die Diagnosestellung erleichtert.

Aufgrund ihrer Besonderheiten wird die MRT in einigen Leitlinien für bestimmte Indikationen sogar als primäres Diagnostikverfahren eingeordnet. Dies ist zum Beispiel in der S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Spondylodiszitis oder bei einem vermuteten Bandscheibenvorfall und dessen Differenzialdiagnostik der Fall [2].

Welche Erkrankungen werden mit einer MRT der Wirbelsäule untersucht?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Mit der MRT lassen sich unter anderem Gewebeveränderungen an den Nervenwurzeln befunden.
  • Im Scan sind auch Veränderungen im Bereich der Bandscheiben erkennbar.
  • Mithilfe einer MRT lassen sich auch Neubildungen der knöchernen Substanz bewerten.

Die Wirbelsäule gliedert sich in mehrere Abschnitte: Halswirbelsäule (HWS, sieben Wirbelkörper), Brustwirbelsäule (BWS, zwölf Wirbelkörper) und Lendenwirbelsäule (LWS, fünf Wirbelkörper). Zwischen den Wirbelkörpern liegen die Bandscheiben, die als eine Art Stoßdämpfer fungieren.

In die Wirbelkörper ist der Spinalkanal eingebettet, der das Rückenmark und die Nervenwurzeln schützt und sich über die einzelnen Abschnitte erstreckt. In der LWS endet das Rückenmark etwa auf Höhe des ersten bis zweiten Lendenwirbels und geht in die Cauda equina (fächerförmiges Bündel von Nervenwurzeln) über.

Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule

Degenerative Veränderungen der Bandscheiben sind ein häufiger Befund bei einer MRT der Wirbelsäule. Mit zunehmendem Alter verringert sich die Flüssigkeit in den Bandscheiben. Diese Dehydratation ist in Form einer Signalabnahme zu erkennen, die aber nicht zwingend pathologisch relevant ist.

Klinisch relevanter sind Bandscheibenvorwölbungen (Protrusion) und Bandscheibenvorfälle (Prolaps). Bei der Vorwölbung baucht die Bandscheibe in den Spinalkanal aus, der Faserring (Anulus fibrosus) bleibt aber intakt. Beim Prolaps durchbricht der Gallertkern (Nucleus pulposus) den Faserring. Hier besteht das Risiko einer Ablösung von Bandscheibengewebe und dem Einwandern in den Wirbelkanal.

Mit der MRT wird die exakte Lokalisation der kritischen Bandscheibensituation bestimmt und Nervenwurzelkompressionen angezeigt. Typische Symptome umfassen:

  • lokale Rückenschmerzen,
  • radikuläre Schmerzen (beispielsweise eine Schmerzausstrahlung vom Becken ins Bein),
  • Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln sowie
  • eine Verminderung der Kraft.

Ebenfalls in der MRT sichtbar ist eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose). Diesbezüglich lassen sich zwei grundlegende Varianten unterscheiden: die zentrale Stenose (Einengung des gesamten Spinalkanals) und die Verengung der Nervenaustrittskanäle (foraminale Stenose). Auslöser sind oft degenerative Veränderungen wie ein Bandscheibenvorfall, eine Verdickung der Bänder in der Wirbelsäule oder eine Arthrose der Facettengelenke oder Wirbelgleiten (Spondylolisthesis).

Betroffene bekommen die Stenose durch die spinale Schaufensterkrankheit zu spüren, bei der nach einer gewissen Gehstrecke belastungsabhängige Beinschmerzen und ein Schwächegefühl auftreten. In der MRT kann sich die Stenose als Einengung der Hülle um das Rückenmark und die Nervenwurzeln zeigen.

Schmerzen entstehen aber auch, wenn die Wirbelgelenke (Facettengelenke) von Arthrose betroffen sind. In der MRT lassen sich Anzeichen wie eine Verringerung des Gelenkspalts und knöcherne Anbauten (Osteophyten, der Knochen weicht den Druckbelastungen aus) erkennen.

Entzündliche und autoimmune Erkrankungen

Entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen wie die axiale Spondyloarthritis (Morbus Bechterew) können in der MRT bereits in einem frühen Stadium erkannt werden. Charakteristisch dafür sind Knochenmarködeme im Bereich der Iliosakralgelenke (Sakroiliitis) und der Wirbelkörper, die als helle Signale in der Bildgebung erscheinen.

Patienten berichten in der Anamnese über nächtliche Rückenschmerzen und eine Morgensteifigkeit, die sich allerdings durch Bewegung bessert. Die rechtzeitige Diagnose mittels MRT ermöglicht einen zeitnahen Therapiebeginn, womit sich das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen lässt.

Parallel zu den Spondyloarthritiden sind auch postinfektiöse oder immunvermittelte Entzündungsprozesse in der Wirbelsäule lokalisiert. Zudem kann die MRT bei der Unterscheidung zwischen degenerativen und entzündlichen Veränderungen von Nutzen sein. Während degenerative Prozesse oft symmetrisch auftreten, zeigen entzündliche Erkrankungen ein spezifisches Verteilungsmuster und gehen häufig mit der Bildung eines Ödems einher.

Tumore und Metastasen

Primäre Tumore der Wirbelsäule sind selten [3]. Es lassen sich benigne (gutartige) Tumore wie Hämangiome (Blutschwämmchen) von malignen (bösartigen) Tumoren wie Osteosarkomen unterscheiden. In der MRT zeigen diese charakteristische Signalmuster und sind nach einer Kontrastmittelgabe häufig an verstärkten Signalen zu erkennen.

Deutlich häufiger als primäre Tumore sind Absiedelungen von Krebserkrankungen anderer Organe (Metastasen). Die Wirbelsäule gehört zu den bevorzugten Lokalisationen für Knochenmetastasen, insbesondere bei Brustkrebs, Prostata- und Lungenkarzinomen. In der MRT zeigen sich Metastasen als Knochenmarkinfiltration mit veränderter Signalintensität.

Zu den Symptome bei Tumoren und Metastasen gehören Ruhe- und Nachtschmerzen, die nicht belastungsabhängig sind. Bei einer Kompression des Rückenmarks können neurologische Ausfälle auftreten. Die MRT der gesamten spinalen Achse ist bei einem entsprechenden Verdacht empfohlen, da bei dem Betroffenen multiple Befunde vorliegen können.

Infektionen der Wirbelsäule

Zeigen sich in der MRT Knochenmarködeme in den Wirbelkörpern und eine verstärkte Signalintensität der Bandscheiben ist dies ein wichtiger Hinweis auf eine Entzündung der Bandscheiben sowie der angrenzenden Wirbelkörper (Spondylodiszitis). Diese kann auf eine Infektion zurückgehen und neben der Entzündung auch Abszesse bilden, durch die es zu einer Kompression des Rückenmarks kommen kann.

Bei Betroffenen treten unspezifische Symptome wie Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl auf, das von starkem Rückenschmerz begleitet wird. Da die Erkrankung auch zu Komplikationen führen kann, ist eine rechtzeitige Diagnosestellung entscheidend. Aufgrund der Strahlungsfreiheit lässt sich eine MRT in diesem Zusammenhang zur Therapiekontrolle einsetzen.

Neben Tumoren, Entzündungen oder Bandscheibenvorfällen sind in den MRT-Aufnahmen auch noch weitere Erkrankungen zu erkennen. Dazu gehören:

 

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Fazit: Mit einer Wirbelsäulen-MRT lassen sich viele Erkrankungen erkennen

Die MRT der Wirbelsäule liefert ohne Strahlenbelastung und invasive Intervention detaillierte Informationen über die Beschaffenheit der Bandscheiben, des Rückenmarks sowie der Nervenwurzeln und des Weichgewebes. Damit kann das Verfahren verschiedene degenerative Erkrankungen und entzündliche Prozesse der Wirbelsäule darstellen. Selbst Tumore oder neurologische Erkrankungen der Wirbelsäule sind mit dem bildgebenden Verfahren identifizierbar. Die gewonnenen Informationen können Ärzte für individuell passende Therapieentscheidungen heranziehen und sie bei Patienten mit komplexeren Erkrankungen in interdisziplinär – etwa aus Orthopädie, Neurologie und Onkologie – besetzte Boards einfließen lassen.

FAQ zur Wirbelsäulen-MRT: Die wichtigsten Fragen und Antworten

[1] Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen, Gesundheitsberichte Spezial – Band 5: Rückengesundheit fördern und verbessern, Dokumentation der Fachtagung zu einem der zehn Gesundheitsziele im Land Nordrhein-Westfalen, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 20.12.2025).

[2] Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Leitlinie zur konservativen, operativen und rehabilitativen Versorgung bei Bandscheibenvorfällen mit radikulärer Symptomatik, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 20.12.2025).

[3] Wewel JT, O’Toole JE. Epidemiology of spinal cord and column tumors. Neurooncol Pract. 2020 Nov 18;7(Suppl 1):i5-i9. doi: 10.1093/nop/npaa046. PMID: 33299568; PMCID: PMC7705531.

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