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Muskelschmerzen können den Alltag erheblich einschränken – ob beim Sport, im Beruf oder in der Freizeit. Die Ursachen reichen von harmlosen Verspannungen bis zu ernsthaften Erkrankungen. Gerade bei unklaren Befunden und anhaltenden Beschwerden ohne erkennbare Ursache spielt die Magnetresonanztomographie (MRT) als Diagnostikmaßnahme eine wichtige Rolle. Mit ihr lassen sich Umbauprozesse und Verletzungen erkennbar machen und Informationen zu Raumforderungen gewinnen. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr darüber, bei welchen Muskelbeschwerden die MRT sinnvoll ist und welche Befunde mit ihr zu erkennen sind.
Inhalt

Wann ist bei Muskelschmerzen eine MRT sinnvoll?

Muskelschmerzen – auch als „Myalgien“ bezeichnet – gehören zu den in der Bevölkerung weit verbreiteten Beschwerden. Sie treten akut nach einer Überbelastung auf oder können chronisch über Wochen und Monate anhalten. Während sie oft durch Verspannungen, einen Muskelkater oder harmlose Zerrungen verursacht werden, können hinter anhaltenden oder unklaren Beschwerden auch ernsthafte Erkrankungen stecken.

Im Kontext von Muskelschmerzen kann die Magnetresonanztomographie (MRT) zu verschiedenen Fragestellungen wichtige diagnostische Informationen liefern. Allerdings ist eine MRT-Untersuchung nicht bei allen Muskelschmerzen erforderlich. Klinische Untersuchung und Anamnese stehen in der Diagnostik häufig im Vordergrund. Erst, wenn keine eindeutige Abklärung möglich ist oder Warnzeichen schwerwiegender Erkrankungen auftreten, wird das bildgebende Verfahren notwendig.

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Muskelschmerzen: Welche Indikationen sprechen für die MRT?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die MRT wird unter anderem beim Verdacht auf strukturelle Muskelschäden eingesetzt.
  • Durch spezifische Signalmuster sind Entzündungen, Umbauprozesse und Tumore erkennbar.
  • Mithilfe der MRT lassen sich auch unklare und chronische Beschwerdemuster abklären.

Die MRT kommt bei Muskelschmerzen in verschiedenen klinischen Situationen zum Einsatz. Ausschlaggebend sind diesbezüglich die Anamnese sowie der Schmerzcharakter und Verlauf (inklusive der vorliegenden Begleitsymptome). Strukturelle Muskelverletzungen und entzündliche Muskelerkrankungen sprechen ebenso für die Durchführung der Untersuchung wie der Verdacht auf das Vorliegen einer Raumforderung und therapieresistente Beschwerden.

MRT bei akuten Muskelverletzungen

Bei Sportverletzungen oder traumatischen Ereignissen durch Unfälle spielt die MRT eine zentrale Rolle in der Diagnostik. Sie ermöglicht beispielsweise bei Muskelfaserrissen, die in mehrere Schweregrade eingeteilt werden, eine genaue Beurteilung der Verletzung und hilft beim Stellen der Prognose, einschließlich der Heilungsdauer. Optimal ist es, wenn die Untersuchung 24 bis 48 Stunden nach der Verletzung durchgeführt wird, wenn das begleitende Ödem seine maximale Ausdehnung erreicht hat.

Blutergüsse (Hämatome) sind mit der MRT ebenfalls gut darstellbar und von anderen Weichteilveränderungen abzugrenzen. Bedeutung hat die Untersuchung etwa beim Verdacht auf ein Kompartmentsyndrom. Dabei handelt es sich um eine Druckerhöhung in einzelnen Muskelgruppen (die von Bindegewebshüllen umschlossen sind), die die Blutzirkulation negativ beeinflusst und als orthopädischer Notfall gilt. Die Erkrankung kann sowohl in einer akuten als auch chronischen Form auftreten. Mit der MRT lassen sich Informationen zur Ausdehnung des Kompartmentsyndroms gewinnen und auch eine differenzialdiagnostische Abklärung durchführen.

Bei folgenden Warnsignalen sollte umgehend eine ärztliche Abklärung erfolgen:

  • Starke Schwellung mit zunehmendem Spannungsgefühl
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln
  • Sichtbare Delle oder Beule im Muskel
  • Zunehmende Schmerzen trotz Ruhigstellung

MRT bei entzündlichen Muskelerkrankungen

Entzündliche Prozesse der Muskulatur (Myositis) können verschiedene Ursachen haben. Polymyositis und Dermatomyositis sind Autoimmunerkrankungen, bei denen das körpereigene Immunsystem die Muskulatur angreift. In der MRT zeigen sich charakteristische Signalveränderungen mit Ödemen im Muskel und einer entzündlichen Infiltration. Typisch ist für diese Erkrankung ein symmetrisches Auftreten. Infektiöse Myositiden durch Bakterien, Viren oder Parasiten verursachen dagegen oft lokalisierte (fokale) Entzündungen.

Muskelabszesse lassen sich in der MRT als umschriebene Flüssigkeitsansammlungen mit zentralem Signalhoch in diffusionsgewichteten Aufnahmen bzw. heller (hyperintenser) Abbildung in den T2-Sequenzen und einer Kontrastmittelaufnahme im Randbereich identifizieren. Dieses Bild ist für eine Abgrenzung zu anderen Raumforderungen relevant, da Abszesse oft mittels einer chirurgischen Drainage behandelt werden.

MRT bei Raumforderungen und Verdacht auf Tumore

Weichteiltumore existieren sowohl in gutartigen (benignen) als auch bösartigen (malignen) Formen. Als bildgebendes Verfahren der Radiologie hat die MRT in diesem Zusammenhang große Bedeutung. Lipome sind Raumforderungen, die häufig als gutartige Weichteiltumore auftreten und ein dem Fettgewebe unter der Haut ähnliches Signalverhalten zeigen. Hingegen sind Sarkome maligne Weichteiltumore, bei denen für die Therapieentscheidungen eine umfassende Diagnostik erforderlich ist. Diesbezüglich können aus einer MRT Informationen zur Tumorgröße und der Infiltration in benachbarte Strukturen sowie über Lagebeziehungen zu Gefäßen und Nerven gewonnen werden. Diese Informationen sind beispielsweise für die Operationsplanung von Bedeutung.

MRT bei unklaren persistierenden Beschwerden

Therapieresistente Muskelschmerzen, die trotz konservativer Behandlung über Wochen bestehen, machen eine weiterführende Diagnostik erforderlich. Die MRT-Untersuchung kann in diesem Fall dabei helfen, strukturelle Veränderungen wie

  • chronische Muskeldegenerationen,
  • Infiltrationen oder
  • Umbauprozesse des Gewebes

sichtbar zu machen. Ein Vorteil der Untersuchung besteht darin, dass sich tiefliegende Auslöser, die mit anderen Verfahren – beispielsweise der Sonographie (Ultraschall) – nur schwer zu detektieren sind, durch die Schnittbilder gut darstellen lassen. Die Entscheidung für eine MRT hängt vom Vorliegen verschiedener Warnzeichen, wie neurologischen Defiziten oder einer unklaren CK-Erhöhung (Creatin-Kinase, eine Veränderung des Werts kann auf Muskelschäden hindeuten) ab.

Darüber hinaus kann ein notwendiger operativer Eingriff für die Untersuchung mittels MRT sprechen, um wichtige anatomische Informationen über

  • die Muskelarchitektur,
  • im OP-Feld liegende Sehnenansätze und
  • die Faszienverläufe

zu erhalten. Damit wird eine bessere Operationsplanung und die Vermeidung von Komplikationen ermöglicht.

Wie lassen sich die Ursachen für Muskelschmerzen in der MRT erkennen?

Die Unterscheidung zwischen den einzelnen Erkrankungen findet nach der Durchführung des MRT-Scans anhand verschiedener Aufnahmesequenzen (T1-gewichtet, T2-gewichtet, STIR, fettgesättigte Sequenzen) statt.

Diese zeigen das für die jeweilige Ursache charakteristische Signalmuster. So erscheinen Muskelödeme, die unter anderem auf akute Verletzungen hinweisen können, in T2-gewichteten und STIR-Sequenzen (Short-Tau Inversion Recovery, Sequenz zur Fettunterdrückung in der Darstellung) zum Beispiel hell.

Muskelfaserrisse sind an fokalen Signalanhebungen mit möglichen Unterbrechungen des Verlaufs der Muskelfasern zu erkennen, während sich entzündliche Infiltrationen durch das spezifische Verteilungsmuster des eingesetzten Kontrastmittels abheben.

Abszesse sind wiederum an einer Kontrastmittelanreicherung im Randbereich in Kombination mit Signalen für eine zentrale Flüssigkeitsansammlung zu erkennen. Raumforderungen können indes durch eine scharfe Abgrenzung und homogene Struktur (benigne Tumore) oder unscharfe Ränder sowie eine inhomogene Signalverteilung (bösartige Läsionen) auffallen.

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Fazit: Der Einsatz der MRT hängt bei Muskelschmerzen von der konkreten Fragestellung ab

Ob eine MRT bei Muskelschmerzen zum Einsatz kommt, entscheidet sich vor allem anhand der Verdachtsdiagnose sowie danach, welche Alternativen verfügbar sind. Die Sonographie spielt als schnell anwendbares bildgebendes Verfahren besonders bei oberflächlichen Muskelverletzungen eine wichtige Rolle.

Die Computertomographie (CT) verfügt als Untersuchungsmethode über Vorteile bei Knochenveränderungen oder wenn Verkalkungen in der Muskulatur vermutet werden. So ist die CT der MRT beispielsweise bei einer Knochenbildung im Muskelgewebe (Myositis ossificans) überlegen, da sich Verkalkungen mit ihr besser darstellen lassen.

Allgemein lässt sich daher festhalten, dass die Entscheidung für eine Untersuchungsmethode bei Muskelbeschwerden von den Rahmenbedingungen, der medizinischen Fragestellung und patientenindividuellen Faktoren – wie einer etwaigen Kontraindikation für eine MRT- oder CT-Untersuchung – abhängt.

FAQ zur MRT bei Muskelschmerzen: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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