Hinter dem kompliziert klingenden Begriff Muskelfaserriss verbirgt sich eine Verletzung, bei der einzelne oder mehrere Muskelfasern gerissen sind – im Gegensatz zu anderen Verletzungen wie beispielsweise dem Bänderriss, bei dem eine Ruptur eines der stabilisierenden Bänder im Körper vordergründig ist.
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Muskelfaserriss: Definition, Ursachen, Arten, Symptome, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation

Was ist ein Muskelfaserriss?

Hinter dem kompliziert klingenden Begriff Muskelfaserriss verbirgt sich eine Verletzung, bei der einzelne oder mehrere Muskelfasern gerissen sind – im Gegensatz zu anderen Verletzungen wie beispielsweise dem Bänderriss, bei dem eine Ruptur eines der stabilisierenden Bänder im Körper vordergründig ist.

Diese Muskelverletzung tritt oft während intensiver körperlicher Aktivität auf, etwa bei Sportarten, die schnelle Bewegungen, plötzliche Richtungswechsel oder hohe Belastungen erfordern.

Die Ausprägung eines Muskelfaserrisses variiert und ist abhängig vom Ausmaß des Muskelgewebes, das betroffen ist. Der Schweregrad der Verletzung kann angefangen von einer leichten Zerrung bis hin zu einem vollständigen Riss des Muskels oder Muskelfaserbündels reichen. Zur Behandlung werden in der Regel Ruhe, Eis, Kompression, Hochlagern des betroffenen Bereichs sowie physikalische Therapie empfohlen, um die Heilung zu fördern und die Funktion des Muskels wiederherzustellen.

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Ursachen von Muskelfaserrissen

Einem Muskelfaserriss liegt eine Überdehnung der Muskulatur zugrunde, was beispielsweise beim exzessiven Laufen der Fall sein kann. Hierbei strecken die Muskeln der Oberschenkelrückseite das Hüftgelenk und beugen gleichzeitig das Kniegelenk. Nach dieser Kontraktion muss die Muskulatur sofort wieder elastisch nachgeben. Diese plötzlichen und intensiven Belastungen sind oft der Auslöser für einen Muskelfaserriss.

Wenig überraschend ist es daher, dass insbesondere die Beinmuskulatur im Oberschenkel und die Muskulatur in der Wade einem erhöhten Risiko für Muskelfaserrisse ausgesetzt sind und diese Art von Verletzung besonders häufig bei Sportarten auftritt, die eine hohe Muskelbeanspruchung und abrupte Bewegungsabläufe erfordern. Profi-Fußballer oder Sprinter sind daher potenziell häufiger von einem Muskelfaserriss betroffen.

Die oben genannten Faktoren begünstigen jedoch nicht nur einen Muskelfaserriss, sondern auch andere Verletzungen wie Zerrungen und Dehnungen. Speziell bei Sportarten mit hohem Tempo und intensivem Krafteinsatz ist es daher wichtig, den Körper gut aufzuwärmen und sich ausreichende Erholungszeiten zu gönnen.

Die verschiedenen Arten von Muskelfaserrissen

Bei Arten von Muskelfaserrissen wird unterschieden zwischen einem Muskelfaserriss, einer Muskelzerrung und einem Muskelbündelriss. Zwar handelt es sich bei allen drei Arten um eine Verletzung des Muskels, jedoch gibt es deutliche Unterschiede hinsichtlich der Schwere der Erkrankung und der betroffenen Gewebestrukturen.

Von einem Muskelfaserriss spricht man, wenn einzelne Muskelfasern oder Faserbündel reißen. Schmerzen, Schwellungen und gegebenenfalls Blutergüsse sind die Folge. Eine Muskelzerrung hingegen bezeichnet eine Überdehnung des Muskels, die zu Mikrorissen in den Fasern der Muskulatur führt. Die Symptome einer Muskelzerrung sind zwar ähnlich wie die eines Muskelfaserrisses, in der Regel aber weniger schwerwiegend. Anders sieht es bei einem sogenannten Muskelbündelriss aus. Dieser stellt eine ernsthafte und vor allem langwierige Verletzung dar, bei der ganze Bündel von Muskelfasern durchreißen. Starke Schmerzen, eine deutliche Schwellung und möglicherweise ein spürbarer Defekt im Muskel sind kennzeichnend dafür.

Insgesamt sind Muskelfaserriss, Muskelzerrung und Muskelbündelriss alle potenziell schmerzhafte Verletzungen, die durch Muskelgeweberisse gekennzeichnet sind, wobei die Behandlung und Genesung je nach Schweregrad variieren kann.

Die in diesem Zusammenhang schwerwiegendste Art der Muskelverletzung ist ein vollständiger Muskelriss. Bei diesem ist der Muskel gänzlich durchtrennt, was zu einem vollständigen Verlust der Kontinuität führt. Die Symptome eines kompletten Muskelrisses sind schwerwiegend. Extreme Schmerzen, eine deutliche Schwellung oder sogar sichtbare Deformitäten des Bereichs sind deutliche Anzeichen. Eine solche Verletzung erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung, häufig einschließlich chirurgischer Intervention.

Symptome von Muskelfaserrissen

Typische Anzeichen von Muskelfaserrissen sind plötzliche, stechende Schmerzen während körperlichen Anstrengung. Bewegungen des betroffenen Muskels sind äußerst schmerzhaft. Ebenso möglich sind Hämatome über dem Bereich des Faserrisses.
Wenn Sie also feststellen, dass ein Muskel beim Sport plötzlich stark schmerzt, wird es Zeit für eine Pause, denn eine fortgesetzte Belastung kann die Verletzung verschlimmern. Weitere typische Symptome, die auf einen Muskelfaserriss hinweisen, sind:

  • eine sicht- und tastbare Delle in der Muskulatur
  • Schwellungen der betroffenen Stelle
  • Schmerzen bei Druckausübung und Dehnung
  • Einschränkungen der Muskelfunktion, insbesondere in Bezug auf Kraft und Dehnfähigkeit

Gelegentlich kann ein Muskelfaserriss auch atypische Symptome aufweisen wie ein dumpfes oder ziehendes Gefühl im betroffenen Bereich. Manchmal treten auch nur leichte oder zeitversetzte Schmerzen auf, die erst bei bestimmten Bewegungen stärker werden.

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Diagnose von Muskelfaserrissen

Im Falle von Verdacht auf eine Muskelzerrung oder einen Muskelfaserriss sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen, der die Vermutung durch eine umfassende Untersuchung sowie anschließende Diagnose entweder bestätigen oder ausschließen kann.

In der Regel ist die Ultraschalluntersuchung, für die einige Vorbereitungsmaßnahmen sinnvoll sind, die bevorzugte erste Maßnahme. Sie ermöglicht es, klar zu bestimmen, ob und wie stark der Muskel gerissen ist oder ob möglicherweise lediglich eine Zerrung vorliegt.

Je nach Fall kann es auch notwendig sein, eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchzuführen. Ein MRT bei Muskelfaserriss ist besonders dann nützlich, wenn die Verletzung tieferliegende Muskelschichten betrifft oder eine genauere Beurteilung des Ausmaßes der Verletzung erforderlich ist. Für klaustrophobische Patienten kann auch ein offenes MRT-Gerät genutzt werden. Es gibt mehrere Krankenkassen, die die Kosten für eine Behandlung mit solch einem offenen MRT tragen.

Therapie von Muskelfaserrissen

Bei einem Verdacht auf einen Muskelfaserriss in der Wade, im Unterschenkel oder im Oberschenkel, ist es ratsam, als Sofortmaßnahme die Pech-Schema-Anwendung durchzuführen. Diese kann hilfreich sein, um die Heilung des verletzten Muskels zu beschleunigen und Schwellungen, Blutergüsse sowie Schmerzen zu lindern.

Die P.E.C.H.-Regel besteht aus den vier folgenden Schritten:

  1. P = Pause
  2. E = Eiskühlung mit Coolpacks oder Eisbeuteln
  3. C = Compression, Anlegen eines Druckverbandes
  4. H = Hochlagern

Zusätzlich ist es bei einem Muskelfaserriss ratsam, mit sportlichen Aktivitäten zu pausieren, bis feststeht, ob und wie schwer der Muskel beschädigt ist.

Entzündungshemmende Schmerzmittel, Massagen und Physiotherapie verkürzen die Heilungsdauer und kräftigen das Muskelgewebe rasch. Ob und wann physiotherapeutische Anwendungen und Übungen durchgeführt werden können, ist hier abhängig vom individuellen Krankheitsbild.

Rehabilitation und Prävention von Muskelfaserrissen

Um einem Muskelfaserriss vorzubeugen, ist eine angemessene Aufwärmphase vor dem Sport von entscheidender Bedeutung. Zusätzlich ist ein ausgewogenes Training zur Stärkung der Muskulatur und Förderung der Flexibilität wichtig. Hierdurch vermeiden Sie ein Ungleichgewicht und erhöhen die Belastbarkeit der Muskeln.

Regelmäßige Pausen zur Erholung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr reduzieren das Risiko von einem Muskelfaserriss zusätzlich.

Für eine vollständige Genesung der Muskelfunktion und -kraft ist es unausweichlich, die Rehabilitation nach einem Muskelfaserriss nicht zu vernachlässigen. Gezielte Mobilisierungs-, Kräftigungs- und Dehnungsübungen, bestenfalls begleitet von Physiotherapie nach Muskelfaserriss-Erkrankungen in Form von Elektrotherapie und durchblutungsanregenden Wärmebehandlungen fördern den Heilungsprozess. Ratsam ist zudem ein gradueller Wiedereinstieg in sportliche Aktivitäten.

Ebenso kann Kinesiotaping die Heilung unterstützen. Kälteanwendungen sorgen für Schmerzlinderung und zur Förderung der Durchblutung. Sie können für die Rehabilitation ebenso hilfreich sein wie der Einsatz von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln, die eine entzündungshemmende Wirkung aufweisen. Ausreichende Ruhe und eine gesunde Ernährung unterstützen den Heilungsprozess zusätzlich. Wichtig hier: Stimmen Sie diese Maßnahmen immer mit Ihrem behandelnden Facharzt ab.

FAQ zum Thema Muskelfaserriss

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