Wie läuft eine PSMA-PET-CT ab und wie lange dauert sie? – Leitfaden für den Untersuchungstag
Die PSMA-PET-CT ist eine wichtige Hybriduntersuchung, die im Zusammenhang mit verschiedenen Fragestellungen bei Prostatakrebs bzw. dem Verdacht auf die Erkrankung zum Einsatz kommt. Letztere gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern, ist bei einer rechtzeitigen Diagnose aber vergleichsweise gut behandelbar. Schätzungen gehen davon aus, dass selbst bei einer Ausbreitung in die regionalen Lymphknoten die Überlebenswahrscheinlichkeit immer noch relativ hoch ist [1].
Die Bedeutung der frühzeitigen Diagnosestellung – besonders vor der Entstehung erster Fernmetastasen – wird auch in der medizinischen Literatur unterstrichen. Ein allein auf strukturellen Aspekten basierender Ansatz (der nach Veränderungen in der Anatomie der Prostata sucht) geht in diesem Zusammenhang nicht weit genug. Als funktionelles Bildgebungsverfahren kann mit der PSMA-PET-CT eine pathologisch relevante Läsion bereits detektiert werden, wenn diese mit anderen Verfahren noch nicht sicher zu diagnostizieren ist.
Die Bedeutung der PSMA-PET-CT bei Prostatakrebs
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Untersuchung bietet Vorteile durch Kombination aus anatomischer und funktioneller Bildgebung.
- Suche nach Metastasen und Rezidiven mit PSMA-PET-CT möglich.
- Das Verfahren spielt in der Therapieplanung eine Rolle.
In der Krebsmedizin (Onkologie) spielt die Kombinationsuntersuchung aus der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Computertomographie (CT) bei verschiedenen Fragestellungen rund um das Prostatakarzinom eine Rolle. Empfohlen wird der Einsatz etwa bei Hochrisikopatienten zur Ausbreitungsdiagnostik (Staging), da bei diesen unter bestimmten Voraussetzungen eine hohe Wahrscheinlichkeit der Metastasenbildung besteht.
Aufgrund der funktionellen Komponente verfügt die PSMA-PET-CT über eine höhere Sensitivität als die CT oder die Magnetresonanztomographie (MRT) allein. Da die Aktivität des PSMA (Prostataspezifisches Membran-Antigen) auf der Tumoroberfläche schon bei kleinen Läsionen zu erkennen ist, kann das Verfahren frühe Lymphknoten- oder Knochen- und Fernmetastasen in inneren Organen anzeigen.
Neben dem Staging gehört der Verdacht auf ein Rezidiv zu den Anwendungsfällen der PSMA-PET-CT. Nach einer Resektion oder Strahlentherapie normalisiert sich der PSA-Wert idealerweise. Steigt der Wert jedoch wieder an, kann dies auf ein Rezidiv in der Prostataloge (Bereich, aus dem das Organ entfernt wurde) oder Metastasen hindeuten.
Des Weiteren kommt die PSMA-PET-CT zur Therapiekontrolle zum Einsatz, da sich über die Bildakquisition klar erkennen lässt, wie sich die Expression von PSMA unter der Behandlung verändert. Stellt sich dabei heraus, dass der Tumor nicht adäquat reagiert, können Onkologen nach alternativen Behandlungsoptionen suchen, beispielsweise durch eine Veränderung der Radiotherapie (unter anderem durch eine Dosiseskalation). Zudem spielt das Verfahren in der Planung der Lutetium-177-PSMA-Radioligandentherapie eine Rolle.
Vorbereitung auf die PSMA-PET-CT: Was ist zu beachten?
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Zur Vorbereitung auf die PSMA-PET-CT ist kein besonderer Ernährungsplan einzuhalten.
- Vor der Untersuchung muss eine Patientenaufklärung stattfinden, in der unter anderem über mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen informiert wird.
- Etwaige Medikamenteneinnahmen und Unverträglichkeiten des Patienten sind zu klären.
Die PSMA-PET-CT folgt einem klar definierten Untersuchungsprotokoll, das auch die Vorbereitung auf die Untersuchung einschließt. Allgemein sind diesbezüglich keine besonderen Maßnahmen zu treffen. Patienten müssen daher nicht zwingend auf nüchternen Magen erscheinen, ein leichtes Frühstück am Untersuchungstag ist in der Regel erlaubt. Wichtig: Je nach Praxis die Rahmenbedingungen jedoch voneinander abweichen.
Seitens des Patienten sollte die durchführende Praxis bzw. Einrichtung im Fall des Vorliegens auf bestimmte Sachverhalte hingewiesen werden. Dazu gehören:
- eine eingeschränkte Nierenfunktion (spielt für die Ausscheidung des PSMA-Tracers eine Rolle bzw. den Einsatz von Röntgenkontrastmittel),
- die Einnahme von Metformin (speziell beim Zusammenspiel mit einer eingeschränkten Nierenfunktion),
- bekannte Reaktionen auf Bestandteile des Radiopharmakons oder das Kontrastmittel und
- Medikamenteneinnahmen, wenn diese Einfluss auf das PSMA haben.
In Rücksprache mit dem betreffenden Arzt sind bei verschiedenen Wirkstoffen bzw. Medikamenten am Untersuchungstag eine Pause einzulegen. Zudem sind für die Untersuchung relevante Unterlagen – unter anderem Ergebnisse aus Voruntersuchungen, die aktuellen Nieren- und PSA-Werte, histologische Befunde – mitzubringen. Darüber hinaus ist auch die Bereitstellung von Aufnahmen aus früheren CT- und MRT-Untersuchungen für die Durchführung der PSMA-PET-CT von Vorteil.
Ist die Verabreichung von Röntgenkontrastmitteln geplant, ist zudem eine Information über die aktuellen Schilddrüsenwerte sowie ein Blick auf die Nierenwerte erforderlich, da sich bei einer zu hohen Belastung des Doppelorgans Komplikationen ergeben können. Wichtig: Da die für die Durchführung benötigten Radiopharmaka genau für den Untersuchungstag angefertigt werden, ist im Fall der Terminabsage eine rechtzeitige Informierung der Praxis durch den Patienten wichtig.
Teil der Vorbereitung ist die Patientenaufklärung, die häufig im Rahmen eines Aufklärungsbogens erfolgt, grundsätzlich aber auch als Aufklärungsgespräch stattfinden kann. Funktion der Patientenaufklärung ist es, dem Patienten einen Eindruck von der Untersuchung zu vermitteln und ihn über mögliche Nebenwirkungen zu informieren.
Ablauf der PSMA-PET-CT: Was passiert am Untersuchungstag?
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Am Untersuchungstag wird der Patient in der Praxis auf die PSMA-PET-CT vorbereitet.
- Über einen Venenzugang wird der Tracer verabreicht.
- Nach dem Ende der Uptake-Phase erfolgt die Aufnahme der Bilder.
Am Untersuchungstag wird der Patient vor Ort in der Praxis unmittelbar auf die PSMA-PET-CT vorbereitet. Dazu gehört auch die Überprüfung, ob der aktuelle Gesundheitszustand des Patienten die Untersuchung tatsächlich zulässt.
Injektion des Tracers und Verteilungsphase
In der eigentlichen Durchführungsphase wird zunächst das schwach radioaktiv markierte PSMA-Pharmakon intravenös verabreicht, das sich nach der Injektion im Körper zu verteilen beginnt. Die damit verbundene Wartezeit ist notwendig, damit der Tracer seinen Zielort erreichen und sich in den Prostatakarzinomzellen anreichern kann (Uptake-Phase).
Die Länge dieses Zeitraums liegt – je nach verwendetem Tracer und Praxis – in der Regel bei 45 bis 90 Minuten. Während dieser Phase sollte etwa ein halber bis ein Liter Wasser getrunken werden, um eine ausreichende Entleerung der Harnblase zu gewährleisten. Bei einer gefüllten Harnblase wäre die Differenzierung von an der Blasenwand anliegenden Raumforderungen erschwert [2]. Wichtig: Die Ausscheidung der Flüssigkeit (Diurese) sollte auch nicht zu früh beginnen, um dem Tracer ausreichend Zeit zur Bindung an das PSMA zu geben.
Aufnahme der Bilder
Nach Ablauf der Uptake-Phase beginnt die eigentliche Bildaufnahme. Dazu wird der Patient auf dem Untersuchungstisch des PET-CT-Geräts positioniert. Die Bildakquisition wird in Rückenlage angefertigt und umfasst in der Regel eine Ganzkörperuntersuchung.
Für die Aufnahme sind circa 20 bis 30 Minuten einzuplanen. Während dieser Aufnahmephase sollte sich der Patient nicht bewegen, um Artefakte und Bildstörungen zu vermeiden, welche die Befundung erschweren würden. Normalerweise werden zuerst die Aufnahmen mit der PET angefertigt und anschließend erfolgt die CT-Bildaufnahme.
Nach der PSMA-PET-CT
Die gesamte Dauer der PSMA-PET-CT beträgt in der Regel zwei bis drei Stunden. Haben die PET-CT-Aufnahmen die erforderliche Qualität, kann der Patient die Praxis in der Regel wieder verlassen. Im Anschluss an die Untersuchung ist auf eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit zu achten, um die Ausscheidung des Radiopharmakons zu unterstützen. Die radioaktive Belastung durch die PSMA-PET-CT ist allgemein sehr gering, da die verwendeten Tracer eine kurze Halbwertszeit haben. Dennoch ist aus Gründen des Strahlenschutzes ein enger Kontakt zu Schwangeren und Kleinkindern für einige Stunden nach der Untersuchung zu vermeiden.
Generell bestehen keine besonderen Einschränkungen in Bezug auf das Führen eines Fahrzeugs oder das Bedienen von Maschinen. Diese Aussage gilt allerdings mit einer Ausnahme: Wurde wegen einer Klaustrophobie ein Beruhigungsmittel eingesetzt, kann die Verkehrstüchtigkeit des Patienten am Tag der Untersuchung eingeschränkt sein.
Die Befundung erfolgt üblicherweise nicht direkt nach der Untersuchung, sondern – je nach Dringlichkeit – in einem gewissen zeitlichen Abstand. Die Bewertung übernehmen erfahrene Fachärzte, die dabei oft nach dem Mehr-Augen-Prinzip arbeiten. Auf diese Weise sollen Fehlinterpretationen – die unter anderem durch die Interobserver-Variabilität (unterschiedliche Beobachter kommen beim gleichen Befund zu anderen Ergebnissen) entstehen können – vermieden werden. Die Befunde werden regelmäßig nicht dem Patienten direkt, sondern dem überweisenden Arzt übermittelt. Dieser leitet dann eine adäquate Therapie oder – sofern der Befund unklar ist – weitere Diagnostikpfade ein.
Mehr über LifeLink
Finden Sie jetzt die
Praxis in Ihrer Nähe!
Wir sind überzeugt, dass die Medizin von morgen anders aussehen sollte. Wir sehen den Menschen im Mittelpunkt exzellenter Medizin.
Fazit: Die PSMA-PET-CT ist weder in der Vorbereitung noch in der Durchführung besonders aufwändig
Mit der PET-CT kann unter Verwendung von PSMA-Liganden ein Prostatakarzinom sichtbar gemacht werden. Für die Durchführung der Untersuchung müssen Patienten in der Regel keine besonderen Vorbereitungsmaßnahmen treffen bzw. Verhaltensregeln beachten. Wichtig ist, bekannte Reaktionen auf Kontrast- und Arzneimittel gegenüber der durchführenden Praxis zu kommunizieren. Am Untersuchungstag selbst nimmt die PSMA-PET-CT meist nur bis zu drei Stunden in Anspruch und ist ein belastungsarme, nichtinvasive Methode, um Prostatakrebs und Metastasen zu identifizieren.
[1] Deutsches Ärzteblatt, Prostatakarzinom: Großteil der Patienten mit Fernmetastasen sterben an ihrer Krebserkrankung, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 19.12.2025).
[2] Lawal I, Mushtaq A, Gitau S, Makhdomi K, Rupji M, Switchenko J, Chaudhary K, Jani A, Schuster D, Marcus C. Bladder activity of different PSMA PET radioligands and impact of furosemide. Res Sq [Preprint]. 2025 May 8:rs.3.rs-6537072. doi: 10.21203/rs.3.rs-6537072/v1. PMID: 40386385; PMCID: PMC12083678.