Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei der CT im Vergleich zum Röntgen?
Die Computertomographie (CT) und das konventionelle Röntgen sind Verfahren der Radiologie, bei denen ionisierende Strahlung zur Bilderzeugung genutzt wird. Während beim Röntgen eine einzelne Aufnahme aus einem bestimmten Winkel entsteht, ergibt die CT durch die Rotation der Röntgenröhre um den Patienten detaillierte Schnittbilder.
Dieser Unterschied in der Aufnahmetechnik beeinflusst auch die Strahlenbelastung. Aufgrund der mehrfachen Bildakquisition ist die Strahlung bei CT-Scans häufig höher. Einfluss auf das Ausmaß der Strahlenbelastung haben dabei immer auch der Umfang der Untersuchung (Ganzkörper-Scan oder nur einzelne Organe oder Körperregionen) sowie die Aufnahmeprotokolle.
Strahlenbelastung bei konventionellen Röntgenaufnahmen
Bei konventionellen Röntgenuntersuchungen variiert die Strahlenbelastung je nach der untersuchten Körperregion. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Thorax) verursacht beispielsweise eine Dosis von bis zu 0,25 Millisievert (mSv) [1]. Aufnahmen von Extremitäten und Gelenken liegen im Bereich von 0,01 mSv. Höhere Werte werden bei Untersuchungen der Wirbelsäule erreicht. Die Strahlendosis kann sich dabei auf bis zu 1,5 mSv belaufen, während es bei einem Röntgenbild des Bauchraums bis circa 0,7 mSv sind.
Diese Werte sind im Vergleich zur natürlichen Strahlenbelastung, der jeder Mensch ausgesetzt ist, relativ gering. In Deutschland beträgt die durchschnittliche natürliche Strahlenexposition – die sich aus kosmischer sowie terrestrischer Strahlung (über radioaktive Minerale im Gestein bzw. die Aufnahme radioaktiver Stoffe aus der Nahrung) zusammensetzt – etwa 2,1 mSv pro Jahr [2].
Deutlich höhere Strahlendosis bei CT-Scans
Die Strahlenbelastung bei CT-Untersuchungen liegt deutlich über der von Röntgenaufnahmen. Eine CT des Schädels verursacht etwa 2 bis 3 mSv, eine CT des Thorax erreicht Werte zwischen 6 und 15 mSv. Besonders hoch ist die Strahlung bei Untersuchungen des Abdomens (Bauchraum) mit circa 10 bis 20 mSv sowie bei der Ganzkörper-CT, die je nach Protokoll eine noch größere Dosis erreicht [3].
Ursache dieses deutlichen Unterschieds zum herkömmlichen Röntgen ist die Akquisitionstechnik: Während beim Röntgen ein zweidimensionales Bild entsteht, werden (durch Rotation der Röntgenröhre um den Patienten) mit der CT mehrere Schnittbilder erzeugt. Computergestützt zu dreidimensionalen Aufnahmen verarbeitet, erreicht das Verfahren eine hohe diagnostische Aussagekraft, geht zugleich aber auch mit einer höheren Strahlendosis einher.
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Fazit: Klarer Unterschied zwischen CT und Röntgen in puncto Strahlenexposition
Im direkten Vergleich ist die Strahlenbelastung für den Patienten bei einer CT-Untersuchung gegenüber konventionellen Röntgenaufnahmen höher. Dies beruht auf den Unterschieden in der Aufnahmetechnik.
Trotzdem ist die CT aufgrund der hochaufgelösten Bilder und der Möglichkeit, die Schnittbilder zu einer räumlichen Darstellung zusammenzusetzen, bei vielen medizinischen Fragestellungen ein zentrales bildgebendes Verfahren.
Zudem kommen bei modernen CT-Geräte inzwischen verschiedene Techniken zur Dosisreduktion zum Einsatz. Dazu gehören die automatische Dosisanpassung, Verfahren zur Bildoptimierung und spezielle Low-Dose-CT-Protokolle.
[1] Diederich S, Lenzen H. Radiation exposure associated with imaging of the chest: comparison of different radiographic and computed tomography techniques. Cancer. 2000 Dec 1;89(11 Suppl):2457-60. doi: 10.1002/1097-0142(20001201)89:11+<2457::aid-cncr22>3.3.co;2-z. PMID: 11147626.
[2] Bundesamt für Strahlenschutz, Natural radiation in Germany, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 06.02.2026).
[3] Sato T, Saito Y, Saito N, Ooba M. [Multicenter Investigation of the Effective Dose for Whole-body CT Scanning]. Nihon Hoshasen Gijutsu Gakkai Zasshi. 2017;73(4):258-266. Japanese. doi: 10.6009/jjrt.2017_JSRT_73.4.258. PMID: 28428468.

