Wie wird man Facharzt für Innere Medizin und Angiologie?
Fachärzte für Innere Medizin und Angiologie befassen sich mit der Erkennung, Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße. Bedeutende Krankheitsbilder, die in dieses Fachgebiet fallen, sind unter anderem die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und die Arteriosklerose (Gefäßverkalkung).
Um den Titel Facharzt für Innere Medizin und Angiologie führen und in diesem Bereich praktizieren zu dürfen, muss ein mehrjähriger Bildungsweg absolviert werden. Dieser lässt sich in zwei wesentliche Abschnitte einteilen: das Medizinstudium und die Facharztweiterbildung Innere Medizin und Angiologie.

Voraussetzungen, Dauer und Aufbau der Facharztweiterbildung Innere Medizin und Angiologie
In Deutschland ist das erfolgreich abgeschlossene Studium der Humanmedizin unabdingbare Voraussetzung jeder Facharztweiterbildung. Das Studium der Humanmedizin dauert zwölf Semester (sechs Jahre) zuzüglich drei Monate Prüfungszeit. Nach der bestandenen Ärztlichen Prüfung kann die Approbation, die staatliche Zulassung zur Ausübung des Arztberufs, beantragt werden.
Die Facharztweiterbildung Innere Medizin und Angiologie ist in den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern geregelt, die sich an der Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer orientieren. Dort ist eine Dauer der Facharztweiterbildung von mindestens 72 Monaten an zugelassenen Weiterbildungsstätten – üblicherweise sind dies Krankenhäuser und angiologische Schwerpunktpraxen – vorgesehen. Von den 72 Monaten entfallen 36 Monate auf die Innere Medizin und Angiologie, von denen wiederum 24 Monate in der stationären Patientenversorgung stattfinden. Weitere 24 Monate werden in mindestens zwei anderen Facharztkompetenzen der Inneren Medizin absolviert. Hinzu kommen zwei jeweils sechsmonatige Stationen in der Notfallaufnahme und der Intensivmedizin.
Die mündliche Facharztprüfung ist der Abschluss der Facharztweiterbildung Innere Medizin und Angiologie. Für die Zulassung zur Prüfung ist das Weiterbildungslogbuch als Nachweis der absolvierten Weiterbildungsinhalte vorzulegen. Nach dem Bestehen der Prüfung und dem Erhalt der Facharzturkunde darf die Bezeichnung „Facharzt für Innere Medizin und Angiologie“ geführt werden.
Themen der Facharztweiterbildung Innere Medizin und Angiologie
Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf verschiedenen Untersuchungsverfahren, zum Beispiel der nicht-invasiven Diagnostik mit der Duplexsonographie (Ultraschallverfahren, das Gefäßwand und Blutfluss in einer Untersuchung darstellt), der Dopplersonographie (Messung des Blutflusses) und der Echokardiographie (Ultraschall des Herzens). Hinzu kommen Verfahren wie die arterielle Verschlussdruckmessung (Knöchel-Arm-Index zum Vergleich der Blutdruckwerte an Arm und Knöchel), die Kapillarmikroskopie (zur Beurteilung der kleinsten Gefäße) und die die Ergometrie (Belastungstest, etwa mit Bestimmung der schmerzfreien Gehstrecke).
Mit diesen Verfahren werden unter anderem die pAVK, Venenthrombosen (Blutgerinnsel in tiefen Venen) und Entzündungen der Gefäße (Vaskulitiden) diagnostiziert, mit denen sich die Facharztweiterbildung inhaltlich beschäftigt. Da der Facharzt in die Innere Medizin eingebunden ist, umfasst die Weiterbildung auch Kompetenzen zur infektiologischen und kardiologischen Basisbehandlung und Grundlagen des Strahlenschutzes.
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Fazit: Dem Praktizieren als Facharzt für Innere Medizin und Angiologie geht ein mehrjähriger Bildungsweg voraus
Wer als Facharzt für Innere Medizin und Angiologie praktizieren will, braucht nicht nur das abgeschlossene Medizinstudium, sondern muss auch die entsprechende Facharztweiterbildung absolvieren. Diese dauert mindestens 72 Monate (sechs Jahre), sodass der gesamte Weg vom Studienbeginn bis zur Facharztanerkennung mindestens gut zwölf Jahre umfasst. Die Facharztweiterbildung ist damit mehr als eine formale Hürde – sie bildet die fachliche Grundlage und zugleich die Voraussetzung für eine Laufbahn als Angiologe. Wer sie erfolgreich abschließt, ist als Experte für Gefäßerkrankungen qualifiziert und kann diese Spezialisierung in Klinik oder Praxis einbringen. Für Ärzte, die sich langfristig auf die Gefäßmedizin ausrichten möchten, ist sie damit ein entscheidender Karriereschritt.




