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Bei anhaltenden Rückenschmerzen gehört eine Entzündung der Knochen (Osteomyelitis) häufig nicht zu den Krankheitsbildern, an die sofort gedacht wird. Tatsächlich können unspezifische Rückenschmerzen jedoch ein Anzeichen einer Wirbelsäulenentzündung sein. Da die Beschwerden im Vergleich zur akuten Form häufig diffuser wirken, besteht die Gefahr der Fehlinterpretation als degenerative Knochenerkrankung. Gerade die frühe Erkennung der Osteomyelitis ist jedoch entscheidend für eine günstige Prognose des weiteren Krankheitsverlaufs. In diesem Beitrag stellen wir die Krankheit vor und gehen ausführlich auf die Ursachen und Symptomatik ein. Darüber hinaus betrachten wir die diagnostischen Möglichkeiten und die Behandlung der Knochenentzündung.

Osteomyelitis (Knochenentzündung): Ursachen, Symptome, Diagnostik & Behandlung

Die Osteomyelitis ist eine entzündliche Erkrankung der Knochen und des Knochenmarks. Betroffene verspüren anhaltende Schmerzen, die oft von einer Schwellung der betroffenen Region und Fieber begleitet werden. Eine Knochenentzündung kann prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten, wobei das Erscheinungsbild und die Lokalisation deutlich variieren. Bei Kindern sind häufig die langen Röhrenknochen betroffen, während es bei Erwachsenen eher die Wirbelsäule – in Form der Spondylodiszitis – ist [1]. Auch bei Erwachsenen kann die endogene Form auftreten, dann vorwiegend an der Wirbelsäule.

Wie die Prognose für den weiteren Behandlungserfolg ausfällt, ist stark vom Zeitpunkt der Diagnosestellung abhängig. Da die Beschwerden anfangs oft uncharakteristisch sind und deshalb fehlinterpretiert werden können, wird eine Osteomyelitis mitunter erst spät diagnostiziert. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass die Erkrankung eine chronische Verlaufsform annimmt. Bildgebende Verfahren der Radiologie sowie der Nuklearmedizin ermöglichen eine präzise Beurteilung der Situation und liefern Informationen für die weitere Therapieplanung.

osteomyelitis-knochenentzuendung-ursachen-symptome-risikofaktoren-diagnostik

Was ist die Osteomyelitis?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Bei der Osteomyelitis handelt es sich meist um eine durch Bakterien verursachte Knocheninfektion.
  • Man unterscheidet verschiedene Formen, unter anderem nach Verlauf und Entstehung.
  • Die endogene Form betrifft häufig Kinder, die exogene tritt oft als Komplikation des diabetischen Fußsyndroms auf.

Der Begriff „Osteomyelitis“ bezeichnete ursprünglich eine allgemeine Entzündung der Knochen (osteo) und des Knochenmarks (myelos) ohne Berücksichtigung der Ursache, wird inzwischen aber vorrangig für entzündliche Prozesse verwendet, die auf eine Infektion zurückgehen. Erreger – vor allem Bakterien – befallen das Knochenmark und die angrenzende Knochensubstanz. In der Folge entwickeln sich Entzündungsreaktionen. Dehnt sich die Entzündung auf die Knochenhaut (Periost) aus, handelt es sich um eine Periostitis. Dies kann später als Reaktion der Knochenhaut im Röntgenbild sichtbar werden.

Zur Klassifikation werden verschiedene Parameter verwendet. Eine Unterscheidung basiert auf dem zeitlichen Verlauf: Die akute Osteomyelitis entwickelt sich überwiegend innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen. Eine chronische Osteomyelitis besteht dagegen über einen längeren Zeitraum und ist durch Phasen mit stärkeren und schwächeren Beschwerden gekennzeichnet.

Besonders kritisch sind chronische Verläufe, da es bei diesen zu Veränderungen der Knochenstruktur kommt. Dabei bilden sich Bereiche mit abgestorbenen Knochenanteilen, die als „Sequester“ bezeichnet werden. Zugleich versucht der Körper häufig, im Umfeld der entzündlichen Regionen neue Knochensubstanz zu bilden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Fistelgänge (krankhafter Gang vom Entzündungsherd zur Hautoberfläche, über den Sekret austritt) entstehen, über die sich Sekret entleert.

Ein weiteres Klassifizierungskriterium ist der Infektionsweg:

  • Bei der endogenen (hämatogenen) Osteomyelitis gelangen Erreger aus einem entfernten Infektionsherd – beispielsweise dem einer Mandelentzündung – über die Blutbahn in den Knochen.
  • Die exogene Osteomyelitis entsteht durch eine direkte Erregereinschleppung von außen – zum Beispiel aufgrund eines offenen Knochenbruchs (Fraktur) oder chirurgischen Eingriffs – oder das Übergreifen einer Weichgewebeinfektion auf den angrenzenden Knochen.

Die beiden Varianten unterscheiden sich in ihrem Auftreten. Die endogene Form betrifft oft Kinder und Jugendliche. Deren Röhrenknochen sind im Wachstumsalter besonders gut durchblutet. Allerdings fließt das Blut in den wachstumsaktiven Zonen langsam, was die Absiedlung von Erregern begünstigt. Die Infektionsherde bilden sich deshalb bevorzugt im Bereich dieser Wachstumszonen von Oberschenkel, Schienbein und Oberarm. Bei Erwachsenen ist die endogene Form seltener und betrifft vorwiegend die Wirbelsäule (vertebrale Osteomyelitis bzw. Spondylodiszitis). Die exogene Osteomyelitis tritt dagegen häufig als Komplikation des diabetischen Fußsyndroms auf.

Ursachen der Osteomyelitis und begünstigende Risikofaktoren

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Der häufigste Auslöser einer Osteomyelitis ist das Bakterium Staphylococcus aureus.
  • Erreger können über die Blutbahn oder direkt von außen in den Knochen gelangen.
  • Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen und Implantate erhöhen das Erkrankungsrisiko.

Bei der überwiegenden Zahl der Erkrankungen an Osteomyelitis lässt sich das Bakterium Staphylococcus aureus (kurz: S. aureus) als Erreger nachweisen [1]. Der Keim findet sich bei vielen Menschen im Mikrobiom der Haut und der Schleimhäute, ohne jedoch Beschwerden zu verursachen. Kommt es zu dessen Eindringen in tiefere Gewebeschichten, kann S. aureus ausgeprägte Entzündungsreaktionen hervorrufen. Problematisch sind insbesondere Methicillin-resistente Varianten von S. aureus (MRSA), die gegen eine ganze Reihe der heute in der Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten eingesetzten Antibiotika unempfindlich sind. Ihr Auftreten steht oft in Zusammenhang mit Krankenhausaufenthalten oder chirurgischen Eingriffen, weshalb gerade Intensivpatienten häufig einem höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind [2] [3].

Neben S. aureus kommen je nach Ausbreitungsweg weitere Erreger infrage. Bei Infektionen aufgrund offener Frakturen kann sich eine Mischinfektion entwickeln, an der folgende Erreger beteiligt sein können:

  • Streptokokken,
  • gramnegative Bakterien wie Escherichia coli oder Pseudomonas aeruginosa sowie
  • anaerobe Bakterien (deren Stoffwechsel ohne Sauerstoffanwesenheit abläuft).

Bei Menschen mit einer Sichelzellanämie (angeborene Form der Blutarmut aufgrund einer Verformung der roten Blutkörperchen) haben außerdem Salmonellen Bedeutung für die Entstehung der Osteomyelitis, während bei stark immunsupprimierten Patienten (unter anderem durch die Behandlung bestimmter Autoimmunerkrankungen) auch Pilze als potenzielle Erreger in Betracht kommen.

Risikofaktoren, die eine Osteomyelitis begünstigen

Bestimmte Grunderkrankungen erhöhen das Risiko, an Osteomyelitis zu erkranken. Dazu zählt Diabetes mellitus. Von Bedeutung sind dabei sowohl die Entwicklung peripherer Durchblutungsstörungen als auch diabetischer Nervenschädigungen (Polyneuropathie), da beide das Auftreten chronischer Fußwunden und als deren Folge die exogene Knochenentzündung begünstigen. Auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) – eine Durchblutungsstörung der Beinarterien – erschwert die Wundheilung und erhöht gleichzeitig das Infektionsrisiko.

Ein weiterer Risikofaktor sind im Gewebe vorhandene Fremdkörper. Entsprechende Beispiele sind künstliche Gelenke (Endoprothesen) oder Schrauben und Platten zur Frakturversorgung (Osteosynthesematerial). Auch ursprünglich nur temporär – zum Beispiel zur Behandlung von unfallbedingten Verletzungen – eingesetztes Fremdmaterial, das anschließend nicht vollständig entfernt wird, bietet Bakterien eine Oberfläche, auf der sie sich festsetzen und einen Biofilm bilden können. Dieser schützt Erreger sowohl vor dem körpereigenen Immunsystem als auch vor Antibiotika, was zur Folge hat, dass mit Implantaten assoziierte Infektionen oft therapieresistent sind.

Zusätzlich wirkt sich ein geschwächtes Immunsystem – etwa durch eine HIV-Infektion, eine immunsuppressive Therapie oder eine Chemotherapie – ebenfalls nachteilig auf die Anfälligkeit für eine Knochenentzündung aus, da deren Erreger nicht mehr adäquat bekämpft werden können. Auch intravenöser Drogenkonsum ist ein Risikofaktor, da der Stichkanal Erregern als Eintrittspforte dient – insbesondere dann, wenn verunreinigtes Injektionsbesteck verwendet wird.

Symptome der Osteomyelitis

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die akute Osteomyelitis verursacht oft starke Schmerzen und kann von systemischen Symptomen begleitet werden.
  • Die chronische Verlaufsform äußert sich meist nur durch unspezifische Beschwerden.
  • Eine die Wirbelsäule betreffende Entzündung macht sich durch Rückenschmerzen bemerkbar.

Welche Beschwerden sich bei einer Osteomyelitis zeigen, wird davon beeinflusst, welche Knochen von der Entzündungsreaktion betroffen sind und ob die Erkrankung einen akuten oder einen chronischen Verlauf nimmt.

So macht sich die akute Form durch plötzliche starke oder zunehmende Schmerzen im Bereich der Knochen, auf die sich das infektiöse Geschehen ausbreitet, bemerkbar. Zudem treten bei Betroffenen eine Schwellung, Rötung und Überwärmung der darüberliegenden Haut in unterschiedlichem Ausmaß auf. Wird der Knochen bewegt oder belastet, können sich die Schmerzen verstärken. Darüber hinaus können sich die Beschwerden auf die benachbarten Gelenke ausdehnen.

Begleitende Krankheitszeichen einer akuten Osteomyelitis sind

  • Fieber,
  • Schüttelfrost,
  • Abgeschlagenheit,
  • Müdigkeit und
  • ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Gerade bei älteren oder immungeschwächten Betroffenen besteht die Möglichkeit, dass diese Allgemeinsymptome ausbleiben, was die Beurteilung und Einordnung der spezifischen Symptome erschwert.

Bei Kindern kann die Osteomyelitis dazu führen, dass eine ausgeprägte Schonhaltung der betroffenen Extremität eingenommen wird – bis hin zur vollständigen Verweigerung der Bewegung (ein als „Pseudoparalyse“ bezeichneter Zustand).

Die chronische Verlaufsform zeigt üblicherweise weniger auffällige Beschwerden und ist von einem Wechsel zwischen Abklingen und Wiederkehren der Schmerzen geprägt. Darüber hinaus können schlecht heilende Wunden ein mögliches Symptom sein. Typisch für fortgeschrittene chronische Osteomyelitis ist die Bildung von Fistelgängen. Hält die Entzündung an, besteht auch ohne zusätzliche Belastung ein erhöhtes Frakturrisiko. Besonders kritisch ist ein Fortschreiten bei Heranwachsenden, da es zu Wachstumsstörungen kommen kann.

Gerade im Erwachsenenalter tritt die Spondylodiszitis vermehrt auf. Diese kann neben den Wirbelkörpern auch die angrenzenden Bandscheiben beeinträchtigen. Besonders die Lendenwirbelsäule gilt als häufig von der vertebralen Osteomyelitis betroffener Bereich. Eine Infektion mit S. aureus ist auch in diesem Fall einer der zentralen Auslöser.

Betroffene leiden häufig unter neu auftretenden oder zunehmenden Rückenschmerzen. Sind die oberen Bereiche der Wirbelsäule betroffen, kann es zu Schmerzen im Bereich des Nackens kommen. Da Fieber ausbleiben kann, besteht die Gefahr, dass eine Spondylodiszitis zunächst als degenerative Veränderung der Wirbelsäule fehlinterpretiert wird. Bleibt mangels korrekter Diagnosestellung eine adäquate frühzeitige Behandlung aus, drohen Komplikationen in Form einer Ausbreitung der Entzündung in Richtung des Rückenmarks oder der abgehenden Nerven, was wiederum das Auftreten von neurologischen Beschwerden wie

  • Muskelschwäche,
  • Gefühlsstörungen oder
  • Harnblasen- und/oder Darmdysfunktionen

bedingen kann. Ist dies der Fall, ist eine schnelle medizinische Abklärung erforderlich.

Diagnostik bei Verdacht auf Osteomyelitis

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die Labordiagnostik liefert erste Hinweise, während Blutkulturen dem Erregernachweis dienen.
  • Mit der Magnetresonanztomographie lassen sich bereits frühzeitig Hinweise auf eine Osteomyelitis erkennen.
  • Um den Erreger eindeutig festzustellen, können auch Gewebeproben entnommen werden.

Grundsätzlich greifen für die Diagnostik bei einem Verdacht auf Osteomyelitis mehrere Untersuchungsschritte ineinander. Am Anfang stehen die Anamnese und die körperliche Untersuchung. Dabei spielen vorausgehende Verletzungen und Operationen, vorhandene Implantate, chronische Wunden sowie bekannte Grunderkrankungen – etwa Diabetes mellitus – eine Rolle. In der körperlichen Untersuchung werden die Belastbarkeit sowie die Beweglichkeit der betroffenen Extremität geprüft. Zudem wird festgestellt, ob es erkennbare lokale Entzündungszeichen gibt oder sich eine Fistelöffnung gebildet hat. Außerdem kann die Art der Schmerzentstehung Hinweise liefern, da im Fall der vertebralen Osteomyelitis ein Klopfschmerz über dem betroffenen Wirbelsegment auftreten kann.

In der labormedizinischen Untersuchung zeigt sich bei einer akuten Osteomyelitis oft ein erhöhter Wert des C-reaktiven Proteins (CRP), eine beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) sowie eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozytose). Bei einer chronischen Verlaufsform können diese Auffälligkeiten geringer ausgeprägt oder die Laborwerte sogar komplett unauffällig sein.

Von besonderer Bedeutung sind Blutkulturen, also medizinische Laboruntersuchungen, mit denen Krankheitserreger wie Bakterien oder Pilze im Blut nachgewiesen werden. Auch bei einem Verdacht auf eine hämatogene Osteomyelitis wird das Verfahren zum Erregernachweis angewendet. Dieser Schritt ist für die Therapieplanung – die Wahl des passenden Antibiotikums – besonders wichtig. Lässt sich das Bakterium indes nicht sicher bestimmen, kann die Entnahme einer Gewebe- bzw. Knochenprobe (Biopsie) notwendig sein, um das Material in der Pathologie zu untersuchen.

Bildgebende Verfahren in der Osteomyelitis-Diagnostik

Häufig wird das konventionelle Röntgen als erste bildgebende Untersuchung durchgeführt. Insbesondere zu Beginn der Erkrankung sind meist noch keine Auffälligkeiten erkennbar. Frühestens nach etwa zehn bis 14 Tagen sind typische Veränderungen wie ein Abbau von Knochengewebe (Osteolyse) oder eine Reaktion der Knochenhaut röntgenologisch sichtbar.

Aufgrund der hohen Weichgewebe- und Knochenmarkauflösung auf ihren Bildern lassen sich mit der Magnetresonanztomographie (MRT) Entzündungszeichen zu einem deutlich früheren Zeitpunkt erkennen. Mit dem Verfahren kann ein Knochenmarködem bereits in einem frühen Stadium dargestellt werden, ebenso wie Anzeichen für Abszesse (Flüssigkeitsansammlungen wie Eiter) und eine Beteiligung des umliegenden Weichgewebes. Damit liefert die MRT entscheidende Informationen für die Therapieplanung.

Ist eine MRT aus verschiedenen Gründen – etwa wegen eines bestimmten Herzschrittmachers oder anderen, für die Untersuchung nicht tauglichen Implantaten – nicht durchführbar, kann die Skelettszintigraphie oder Antigranulozytenszintigraphie (Entzündungsszintigraphie) herangezogen werden.

Bei komplexen Fragestellungen, etwa einer implantatassoziierten oder chronischen Osteomyelitis, kommt zunehmend auch die PET-CT – ein Kombinationsverfahren aus Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie (CT) – zum Einsatz. Die PET-CT kann durch die Verwendung spezieller radioaktiv markierter Substanzen (Tracer) entzündliche Areale im Körper darstellen. Die CT-Komponente liefert zudem detaillierte Schnittbilder und eignet sich für die Darstellung von abgestorbenen Knochenfragmenten sowie zur Planung einer Biopsie.

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Behandlung der Osteomyelitis

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die Antibiotikatherapie bildet die Basis der Behandlung einer rechtzeitig erkannten Osteomyelitis.
  • Bei chronischer Osteomyelitis oder Abszessen ist in der Regel eine operative Sanierung erforderlich.
  • Unter bestimmten Umständen kann die Amputation der betroffenen Gliedmaße erforderlich sein.

Die Behandlung einer Osteomyelitis stützt sich auf zwei Komponenten: die Antibiotikatherapie und die operative Sanierung des betroffenen Knochens. Bezüglich der Antibiose wird mit einer kalkulierten Medikamentengabe meist schon vor dem Vorliegen des Erregernachweises begonnen. Nach der genauen Identifizierung des Bakteriums wird die Medikation dann gezielt angepasst. Die Behandlung startet in der Regel intravenös und wird nach klinischer Besserung sowie einem Zurückgehen der Entzündungswerte auf ein oral eingenommenes Präparat umgestellt. Die Dauer richtet sich nach Verlauf und Ausdehnung der Erkrankung. Bei einer akuten hämatogenen Osteomyelitis ist die Behandlungsphase üblicherweise kürzer als bei einer chronischen. Eine engmaschige Kontrolle der Laborwerte ermöglicht die Beurteilung des Therapieerfolgs.

Bei einer chronischen Osteomyelitis oder dem Vorliegen von nekrotisierten Arealen (Bereiche mit abgestorbenem Material) und Abszessen ist eine chirurgische Sanierung erforderlich, da Antibiotika in nicht mehr durchbluteten Arealen nur unzureichend wirksam sind. Im Rahmen dieser Wundreinigung wird abgestorbenes und infiziertes Gewebe entfernt.

Liegt eine implantatassoziierte Entzündung vor, kann eine Entfernung oder ein Wechsel des Implantats notwendig sein, da der Biofilm die Antibiotikatherapie erschwert. Ob das Implantat erhalten werden kann, hängt unter anderem vom Zeitpunkt der Infektion ab.

In ausgewählten, besonders therapieresistenten Fällen kann ergänzend eine Behandlung in einer Druckkammer mit Sauerstoff zum Einsatz kommen. Sollte es bereits zu einer ausgedehnten Knochen- und Weichgewebezerstörung gekommen sein, kann eine Amputation der betroffenen Gliedmaße als letzte Behandlungsoption in Betracht kommen. Dies ist zum Beispiel bei Betroffenen mit einem fortgeschrittenen diabetischen Fußsyndrom der Fall.

FAQ zur Osteomyelitis: Die wichtigsten Fragen und Antworten

[1] Hatzenbuehler, J. und Pulling, T. J. (2011): Diagnosis and Management of Osteomyelitis. In: American Family Physician, Jg. 84, H. 9, S. 1027-1033. online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 13.10.2026).

[2] Chang, Y. et al. (2022): Analysis of clinical features and poor prognostic factors of acute hematogenous osteomyelitis in children. In: Zhonghua Er Ke Za Zhi, Jg. 60, H. 8, S. 756-761. DOI: 10.3760/cma.j.cn112140-20220610-00534.

[3] Coello, R. et al. (1997): Risk factors for developing clinical infection with methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) amongst hospital patients initially only colonized with MRSA. In: Journal of Hospital Infection, Jg. 37, H. 1, S. 39-46. DOI: 10.1016/s0195-6701(97)90071-2.

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