Pneumothorax: Ursachen, Symptome, Diagnostik & Behandlung des Lungenkollaps
Gelangt Luft in den Spalt zwischen der Lunge und der Brustwand (Pleuraspalt), geht der dort herrschende Unterdruck verloren und die Lunge kann sich beim Einatmen nicht mehr vollständig ausdehnen. Dieses Phänomen wird als „Pneumothorax“ bezeichnet. Typisch sind ein plötzlich einsetzender, einseitiger Brustschmerz und Atemnot. Je nach Luftmenge kann der betroffene Lungenflügel teilweise oder vollständig in sich zusammenfallen (Lungenkollaps). In der Diagnostik spielen die bildgebenden Verfahren der Radiologie eine bedeutende Rolle. Neben dem Röntgen des Brustkorbs werden je nach Situation auch die Sonographie und die Computertomographie eingesetzt.
In Deutschland wurden zwischen 2011 und 2015 durchschnittlich rund 10.500 Fälle des Spontanpneumothorax (Kollaps ohne äußere Einwirkung) pro Jahr stationär behandelt. Männer sind mit 22,2 Fällen pro 100.000 Männer mehr als dreimal so häufig betroffen wie Frauen mit 6,7 Fällen pro 100.000 Frauen. Bei Männern liegt der Altersgipfel bei etwa 25 Jahren, ein zweiter Gipfel findet sich um das 75. Lebensjahr. Bei Frauen liegt das Maximum bei etwa 30 Jahren, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau. [1]

Was ist ein Pneumothorax?
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Bei einem Pneumothorax gelangt Luft in den Spalt zwischen Lunge und Brustwand.
- Die betroffene Lunge kann dadurch teilweise oder vollständig zusammenfallen.
- Der Spannungspneumothorax ist eine lebensbedrohliche Variante, die umgehend behandelt werden muss.
Für die Erklärung des Pneumothorax ist ein grundlegendes Verständnis vom Aufbau des Brustraums außerhalb der Lunge erforderlich. Der Brustraum wird von einer dünnen, glatten Haut, dem Brustfell (Pleura), ausgekleidet. Es umhüllt zugleich die Lunge und besteht aus zwei Schichten: Die Oberfläche der Lunge wird vom Lungenfell (Pleura visceralis) überzogen, während das Rippenfell (Pleura parietalis) die Innenseite des Brustkorbs bedeckt. Zwischen diesen beiden befindet sich der Pleuraspalt, der unter normalen Bedingungen wenig Flüssigkeit enthält und in dem ein Unterdruck herrscht. Im Zusammenspiel ermöglichen diese Bestandteile das Atmen, bei dem sich die Lungenflügel entsprechend den Bewegungen des Brustkorbs und des Zwerchfells ausdehnen.
Da die Lunge keine eigene Muskulatur besitzt, wird sie nur durch den Unterdruck im Pleuraspalt an der Brustwand gehalten und folgt so deren Atembewegungen. Geht dieser Unterdruck verloren, zieht sie sich aufgrund ihrer Elastizität zusammen. Je nach Luftmenge kann dabei entweder nur ein bestimmter Teil des Lungenflügels betroffen sein oder ein vollständiger Kollaps eintreten.
Folgende Formen des Pneumothorax werden in der Medizin unterschieden:
- Primärer Spontanpneumothorax: entsteht ohne vorausgegangene Verletzung, Lungenerkrankung oder medizinische Behandlung.
- Sekundärer Spontanpneumothorax: entwickelt sich im Zusammenhang mit einer Lungenerkrankung.
- Traumatischer Pneumothorax: wird durch eine Verletzung des Brustkorbs oder der Lunge verursacht.
- Iatrogener Pneumothorax: entsteht infolge eines medizinischen Eingriffs.
- Hämatopneumothorax: bezeichnet die gleichzeitige Ansammlung von Luft und Blut im Pleuraspalt.
Eine besondere Variante ist der Spannungspneumothorax. Dieser kann sich aus jeder der genannten Formen entwickeln, wenn ein „biologisches Rückschlagventil“ entsteht: Luft kann beim Einatmen in den Pleuraspalt eindringen, entweicht aber nicht oder nur unvollständig. Dadurch steigt der Druck im Pleuraspalt immer weiter an. Die Lunge wird zusammengedrückt, Herz und große Blutgefäße werden zur gesunden Seite verdrängt, und das Blut kann nicht mehr ausreichend zum Herzen zurückfließen. Folglich stellt der Spannungspneumothorax einen medizinischen Notfall dar, der eine unverzügliche Druckentlastung erfordert. Bleibt sie aus, besteht die Gefahr eines schweren Kreislaufversagens.
Ursachen des Pneumothorax und begünstigende Risikofaktoren
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Ein primärer Spontanpneumothorax kann sich ohne Lungenerkrankung oder Trauma plötzlich entwickeln.
- Die sekundäre Variante entwickelt sich aufgrund einer bereits bestehenden Lungenerkrankung.
- Ein bedeutender Risikofaktor ist das Rauchen.
Die Ursachen für den Pneumothorax sind sehr vielfältig und variieren je nach vorliegender Form. Der primäre Spontanpneumothorax tritt ohne bekannte Lungenerkrankung auf. Er entsteht meist, wenn kleine, luftgefüllte Bläschen unter dem Lungenfell (Blebs) oder größere Lungenblasen (Bullae), die vorwiegend an der Lungenspitze sitzen, einreißen und infolgedessen Luft in den Pleuraspalt entweicht. Von dieser Form sind vor allem hochgewachsene, schlanke Personen betroffen. Bei ihnen wirken in den oberen Lungenabschnitten stärkere Zugkräfte auf das Lungengewebe. Das belastet die Gewebewand der dortigen Bläschen und Blasen stärker und begünstigt ihr Einreißen.
Der sekundäre Spontanpneumothorax entwickelt sich häufig bei einer bereits vorgeschädigten Lunge. Zu den möglichen Grunderkrankungen gehören
- die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD),
- die Mukoviszidose,
- das Asthma,
- die Lungenfibrose (narbiger Umbau des Lungengewebes),
- die Sarkoidose und
- Infektionen wie die Lungenentzündung (Pneumonie) mit Gewebezerfall (nekrotisierende Pneumonie).
Auch Tumore in den Lungenflügeln (Lungenkrebs) können als Ursache in Betracht kommen. Als Risikofaktor gilt das Rauchen, da es sowohl bei Lungengesunden als auch bei Lungenkranken die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Pneumothorax erhöht [1].
Seltener ist ein Spontanpneumothorax durch eine genetische Erkrankung bedingt. So kann er beispielsweise im Rahmen eines Birt-Hogg-Dubé-Syndroms, eines Marfan-Syndroms (erbliche Bindegewebserkrankung), eines Alpha-1-Antitrypsin-Mangels oder einer Lymphangioleiomyomatose auftreten.
Beim Birt-Hogg-Dubé-Syndrom, einer erblichen Erkrankung, die auf Veränderungen des FLCN-Gens beruht, bilden sich Lungenzysten, die einreißen können. Zusätzlich besteht ein erhöhtes Risiko für Nierentumoren, weshalb bei einem familiär gehäuften Pneumothorax eine genetische Abklärung sinnvoll sein kann. Im Fall des Marfan-Syndroms begünstigen Veränderungen des Bindegewebes und subpleurale Blasen die Entstehung. Ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel kann über ein früh auftretendes Lungenemphysem mit Bullae das Risiko erhöhen. Die Lymphangioleiomyomatose ist eine seltene zystische Lungenerkrankung, die überwiegend Frauen betrifft und mit dem wiederkehrenden Auftreten des Spontanpneumothorax einhergehen kann. Liegt dem Pneumothorax wie beim Alpha-1-Antitrypsin-Mangel und bei der Lymphangioleiomyomatose eine Lungenerkrankung zugrunde, handelt es sich um einen sekundären Spontanpneumothorax. Familiäre Häufungen weisen darauf hin, dass genetische Faktoren an der Entstehung beteiligt sind [2] [3].
Traumatische und iatrogene Ursachen
Ein verletzungsbedingter Pneumothorax kann sehr unterschiedliche Auslöser haben. Rippenfrakturen, spitze Gegenstände oder stumpfe Brustkorbverletzungen, etwa bei einem Verkehrs-, Sport- oder Arbeitsunfall, können die Lunge und das Brustfell verletzen. Auch medizinische Eingriffe können einen Pneumothorax auslösen (iatrogener Pneumothorax). Das Risiko besteht etwa bei einer Lungenbiopsie, bei der das Brustfell punktiert werden kann, beim Legen zentraler Venenkatheter oder bei einer Beatmung mit erhöhtem Druck, die das Lungengewebe schädigen kann.
Symptome des Pneumothorax
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Die Bandbreite der Beschwerden reicht von kaum wahrnehmbaren Beschwerden bis zu ausgeprägter Atemnot.
- Typisch sind plötzlich einsetzende einseitige Schmerzen im Brustkorb, die von Atemnot begleitet werden können.
- Der steigende Druck beim Spannungspneumothorax schränkt die Herzfunktion und den Kreislauf ein.
Die Beschwerden treten bei einem Pneumothorax in der Regel plötzlich auf. Betroffene bemerken üblicherweise einen stechenden Schmerz in der betroffenen Brustkorbseite, der sich beim tiefen Einatmen verstärken und in Schulter oder Rücken ausstrahlen kann.
Begleitet werden die Schmerzen typischerweise von Atemnot, deren Intensität stark variieren kann. Eine lungengesunde Person verspürt bei einer kleinen Luftansammlung möglicherweise nur geringe Einschränkungen. Bei Menschen, die bereits durch eine Lungenerkrankung eingeschränkt sind, kann ein gleich großer Pneumothorax hingegen zu deutlich schwerwiegenderen Atembeschwerden führen.
Weitere mögliche Symptome sind
- beschleunigte Atmung,
- trockener Husten,
- Engegefühl im Brustkorb,
- erhöhte Herzschlagfrequenz,
- innere Unruhe und
- eingeschränkte körperliche Belastbarkeit.
Anzeichen wie
- zunehmende Atemnot,
- stark beschleunigter Puls und niedriger Blutdruck,
- bläulich verfärbte Lippen (Zyanose) und
- gestaute Halsvenen
deuten auf den Notfall des Spannungspneumothorax hin. Die Druckentlastung sollte in diesem Fall schnellstmöglich und auch ohne vorherige Bildgebung erfolgen. Treten plötzlich Brustschmerzen zusammen mit Atemnot auf, insbesondere in Verbindung mit den genannten Warnzeichen, sollte umgehend der Notruf (112) gewählt werden, da sich ein Pneumothorax, ein Herzinfarkt und eine Lungenembolie anhand der Beschwerden allein nicht sicher voneinander unterscheiden lassen.
Diagnostik bei Verdacht auf einen Pneumothorax
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Anamnese und körperliche Untersuchung liefern erste Hinweise auf einen Pneumothorax.
- Röntgen ist das Standardverfahren, ergänzend kommen Sonographie und bei besonderen Fragen die Computertomographie zum Einsatz.
- Bei Verdacht auf einen Spannungspneumothorax ist eine umgehende Behandlung ohne umfassende Diagnostik angezeigt.
Mit Ausnahme des Spannungspneumothorax, der eine sofortige Intervention erfordert, folgt die Diagnostik der verschiedenen Varianten einem Untersuchungsprotokoll, das mit der Anamnese (Arztgespräch) beginnt. Dabei werden unter anderem der Beginn und der Verlauf der Beschwerden, bestehende Lungenerkrankungen, Risikofaktoren wie das Rauchen oder mögliche Verletzungen erfragt. Darüber hinaus geht es in der Anamnese auch um etwaige frühere Pneumothoraxe.
Die körperliche Untersuchung umfasst das Abhören (Auskultation) und Abklopfen (Perkussion) des Brustkorbs sowie die Messung der Sauerstoffsättigung (Pulsoxymetrie). Ein Pneumothorax kann dabei durch abgeschwächte Atemgeräusche und einen verstärkt hallenden (hypersonoren) Klopfschall auf der betroffenen Brustkorbseite auffallen. Bei schweren Verläufen wird eine Blutgasanalyse durchgeführt, die den Gehalt von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut bestimmt.
Ein zentraler Aspekt ist zudem die Differenzialdiagnostik, da beim Pneumothorax auftretende Beschwerden wie Brustschmerz und Atemnot auch für andere Erkrankungen wie einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie (Gefäßverschluss in der Lunge durch ein Blutgerinnsel) oder eine Lungenentzündung sprechen können. Ein Herzinfarkt wird mittels Elektrokardiogramm (EKG) und Troponin-Bestimmung in der Labormedizin ausgeschlossen, andere Ursachen werden mittels Bildgebung abgegrenzt.
Röntgen und Sonographie
Das Bildgebungsverfahren der ersten Wahl ist bei einem Verdacht auf Pneumothorax das Röntgen, mit dem sich der Brustraum schnell und für den Patienten belastungsarm begutachten lässt. Im Strahlengang von hinten nach vorn werden Aufnahmen im Stehen beim Einatmen angefertigt. Auf dem Bild sind dann unter anderem der Verlauf des Lungenfells und die Abstände zur Brustwand erkennbar. Durch deren Messung lässt sich eine Spaltvergrößerung als Indiz für das Vorliegen eines Pneumothorax bestimmen.
Eine alternative Untersuchungsmöglichkeit bietet die Sonographie (Ultraschall), mit der sich ein Pneumothorax anhand verschiedener Merkmale erkennen lässt. Ein typisches Ultraschallzeichen ist das Ausbleiben des Lungengleitens (der normalerweise sichtbaren Verschiebung von Lungen- und Rippenfell gegeneinander). Des Weiteren ist in der Sonographie der Punkt zu sehen, an dem sich gesundes und kollabiertes Gewebe berühren (Lungenpunkt). Mit dem Verfahren lässt sich jedoch nicht das Ausmaß eines Pneumothorax bestimmen.
Bedeutung der Computertomographie bei einem Pneumothorax
In der Diagnostik des Pneumothorax ist die Computertomographie (CT) kein Standardverfahren, eignet sich aber zur Abklärung bestimmter Fragen. Das Verfahren kommt unter anderem bei unklaren Befunden, weiterhin bestehendem klinischem Verdacht trotz unauffälliger Röntgenaufnahme, einem komplizierten Verletzungsmuster oder bei einem vermuteten sekundären Spontanpneumothorax zum Einsatz. Im Rahmen der CT lassen sich unter anderem blasige Veränderungen des Gewebes (wie Bullae), Emphyseme, Fibrosen und Tumore sichtbar machen. Aufgrund der im Vergleich zum Röntgen höheren Auflösung hilft die CT auch bei der Planung von operativen Eingriffen. Liegt aber ein unkomplizierter primärer Spontanpneumothorax vor, ist die Durchführung einer CT-Untersuchung in der Regel nicht erforderlich.
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Behandlung des Pneumothorax
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Entscheidend sind Ausdehnung, Beschwerden (vor allem Atemnot) und Vorerkrankungen.
- Zur Entfernung der Luft kommen Punktion und Thoraxdrainage infrage.
- Bei Komplikationen oder dem erneuten Auftreten des Pneumothorax kann eine operative Versorgung notwendig werden.
Bei der Behandlung eines Pneumothorax geht es grundsätzlich um das Wiederausdehnen der Lunge und die Vorbeugung von Rückfällen. Welche Methode diesbezüglich im Einzelfall zur Anwendung kommt, richtet sich nach dem klinischen Befund und ist auch von der Ausdehnung des Bereichs abhängig, in dem die Lunge kollabiert ist. Zudem wird bei der Behandlungsentscheidung auch berücksichtigt, ob sich der Pneumothorax erstmals ereignet hat und inwiefern wegen einer Vorerkrankung mit einem wiederholten Auftreten zu rechnen ist.
Der Spannungspneumothorax ist ein Notfall und erfordert eine sofortige Behandlung. Der Überdruck im Pleuraspalt wird entlastet, indem Luft über eine Hohlnadel abgelassen wird (Entlastungspunktion). Anschließend wird eine Thoraxdrainage gelegt, über die die Luft dauerhaft abfließen kann [1]. Bildgebende Untersuchungen dürfen diese Maßnahmen nicht verzögern.
Patienten mit einem kleinen primären Spontanpneumothorax, bei denen keine Atemnot vorliegt, werden beobachtet oder ambulant betreut, sofern innerhalb von 24 Stunden eine erneute ärztliche Kontrolle möglich ist. Ein sekundärer Spontanpneumothorax wird in der Regel stationär behandelt. Bei Atemnot ist in der Regel eine Behandlung erforderlich. Dabei wird die Luft aus dem Pleuraspalt abgesaugt, entweder mit Nadel und Spritze (Nadelaspiration) oder über eine Thoraxdrainage, einen dünnen Schlauch, der in den Pleuraspalt eingelegt wird. Zusätzlich kann Sauerstoff gegeben werden, um die Atmung zu unterstützen. Wichtig ist eine angemessene Auswahl der medizinischen Instrumente zur Ableitung – gerade bei einem behandlungsbedürftigen primären Spontanpneumothorax wird das Absaugen der Luft mit Nadel und Spritze oder einer kleinlumigen Thoraxdrainage (geringer Durchmesser des Schlauchs) empfohlen.
Liegt eine entsprechende Indikation vor – etwa wenn sich das anhaltende Luftleck nicht verschließt oder der Pneumothorax zurückkehrt (Rezidiv) – kommt als Therapieoption eine Operation in Betracht. Mittels videoassistierter Thoraxchirurgie (VATS, ein minimalinvasiver Eingriff) können Bullae und Blebs entfernt werden. Zusätzlich wird auch das Rippenfell teilweise entfernt oder verklebt, um Rückfälle zu verhindern. Bei Patienten, für die sich diese Behandlungsmethode nicht eignet, kann eine Verklebung von Lungen- und Rippenfell (Pleurodese) verhindern, dass ein luftgefüllter Pleuraspalt erneut entsteht.
FAQ zum Pneumothorax: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Darf nach dem Abheilen des Pneumothorax wieder regulär Sport getrieben werden?
Ja, nach dem Abheilen ist Sport in der Regel wieder möglich. Sobald sich die Lunge vollständig wieder ausgedehnt hat und der Arzt zustimmt, kann schrittweise mit Alltags- und Freizeitsport begonnen werden. Sportarten mit extremer Belastung oder Körperkontakt sollten jedoch erst nach ausdrücklicher ärztlicher Freigabe folgen. Auf das Tauchen sollte dauerhaft verzichtet werden, weil sich die Luft beim Auftauchen ausdehnt und ein erneuter Pneumothorax unter Wasser lebensbedrohlich sein kann. Nach bestimmten Operationen sind Ausnahmen möglich.
Was ist bei einem Pneumothorax in der Schwangerschaft und bei einem katamenialen Pneumothorax zu beachten?
In der Schwangerschaft wird ein Pneumothorax grundsätzlich wie bei Nichtschwangeren behandelt, die Maßnahmen werden jedoch auf die Sicherheit von Mutter und ungeborenem Kind abgestimmt. Ein katamenialer Pneumothorax tritt meist bei jüngeren Frauen innerhalb von etwa 72 Stunden um die Regelblutung auf, überwiegend rechts, und kehrt häufig wieder. Als mögliche Ursache wird eine thorakale Endometriose diskutiert, also gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe im Brustraum. In diesem Fall wird zusätzlich eine gynäkologische Diagnostik durchgeführt.
Wie sieht die Prognose nach dem Auftreten des Pneumothorax aus?
Beim primären Spontanpneumothorax ist die Prognose bei rechtzeitiger Behandlung in der Regel gut. Der sekundäre Spontanpneumothorax verläuft häufiger schwer und mit höherer Sterblichkeit, weil die zugrunde liegende Lungenerkrankung die Atmung zusätzlich belastet und die Behandlung aufwendiger macht. Im ersten Jahr kehrt der Pneumothorax laut Studien meist bei etwa 20 bis 30 Prozent der Betroffenen zurück [1]. Eine Operation oder eine Pleurodese senkt das Rückfallrisiko, ebenso ein Rauchstopp.
[1] Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT), S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie von Spontanpneumothorax und postinterventionellem Pneumothorax, AWMF-Register Nr. 010-007, Stand 03/2018. Zentralbl Chir 2018; doi: 10.1055/a-0588-4444. online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 20.10.2026).
[2] Boone PM, Scott RM, Marciniak SJ, Henske EP, Raby BA. The Genetics of Pneumothorax. Am J Respir Crit Care Med. 2019 Jun 1;199(11):1344-1357. doi: 10.1164/rccm.201807-1212CI. PMID: 30681372; PMCID: PMC6543724. online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 20.10.2026).
[3] Chen X, Ryu JH, Hu X. Spontaneous pneumothorax-associated with genetic disorders. Ther Adv Respir Dis. 2026 Jan-Dec;20:17534666261437339. doi: 10.1177/17534666261437339. Epub 2026 Mar 29. PMID: 41905781; PMCID: PMC13033888. online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 20.10.2026).




