In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick darüber, was genau eine Schleimbeutelentzündung ist, deren Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten. Sollten Sie den Verdacht haben, dass bei Ihnen eine Schleimbeutelentzündung bestehen könnte, wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt.
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Schleimbeutelentzündung: Definition, Ursachen, Arten, Symptome, Diagnose, Therapie, Rehabilitation

Eine Schleimbeutelentzündung kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig entsteht sie durch eine vorangegangene Überlastung. Allerdings gibt es auch andere mögliche Ursachen wie bakterielle Infektionen oder zugrundeliegende Erkrankungen. Auch der altersbedingte Verschleiß kann eine Schleimbeutelentzündung verursachen. In den meisten Fällen ist eine konservative Therapie ausreichend.

In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick darüber, was genau eine Schleimbeutelentzündung ist, deren Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten. Sollten Sie den Verdacht haben, dass bei Ihnen eine Schleimbeutelentzündung bestehen könnte, wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt.

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Was ist eine Schleimbeutelentzündung?

Laut Definition handelt es sich bei einer Schleimbeutelentzündung um eine akute oder chronische Entzündung eines Schleimbeutels. Der medizinische Fachbegriff lautet Bursitis. Bursa ist der lateinische Begriff für Beutel, die Endung „itis“ bezeichnet im medizinischen Fachjargon eine Entzündung. Schleimbeutel sind Gewebepolster, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. Im menschlichen Körper gibt es rund 160 Schleimbeutel.

Die meisten Schleimbeutel befinden sich im Bereich von Gelenken wie den Knie- und Schultergelenken, aber auch den Hand- und Knöchelgelenken. Zudem gibt es Schleimbeutel in Körperregionen, in denen Haut, Muskeln, Sehnen oder Bänder direkt über einem Knochenvorsprung liegen. Schleimbeutel dienen als eine Art Puffer zwischen harten und weichen Körperstrukturen. Sie wirken als Polster, sodass auch bei Bewegungen möglichst wenig Druck zwischen den Körperstrukturen aufgebaut wird.

Schleimbeutel sind wenige Zentimeter lang. Im Normalfall sind die mit Flüssigkeit gefüllten Gewebestrukturen sehr flach. Wenn sich der Schleimbeutel jedoch entzündet, so schwellen diese an. Dann passiert das, wovor die Schleimbeutel die umgebenden Strukturen eigentlich schützen sollen: Sie üben Druck auf die umgebenden Strukturen aus und verursachen so Schmerzen. Außerdem kann die Schwellung zu Bewegungseinschränkungen in dem betroffenen Bereich führen.

Ursachen von Schleimbeutelentzündungen

Eine Schleimbeutelentzündung kann unterschiedliche Ursachen haben. Je nach Ursache unterscheiden sich die Symptome einer Schleimbeutelentzündung. Zudem gibt es auch bei der Behandlungsstrategie Unterschiede, je nachdem, was der Auslöser der Schleimbeutelentzündung ist. Folgende Ursachen kann eine Bursitis haben:

  • Reizung durch Fehlbelastung oder Überlastung, beispielsweise durch wiederholte Bewegungen, einseitige Überlastungen oder durch Überlastung durch Übergewicht
  • Verletzung oder Trauma durch Sturz, Stöße oder eine andere Verletzung
  • Zugrundeliegende Erkrankungen wie Gicht, Pseudogicht oder rheumatische Arthritis
  • Bakterielle Infektionen, insbesondere nach Bagatellverletzungen der Haut oder nach Knochenbrüchen

Die häufigsten Arten der Schleimbeutelentzündung:

Grundsätzlich können alle rund 160 Schleimbeutel, die sich im menschlichen Körper befinden, von einer Schleimbeutelentzündung betroffen sein. In der Praxis treten Schleimbeutelentzündungen jedoch vorrangig an einigen wenigen Schleimbeuteln auf, da diese meist besonders gefährdet für Überlastung, Verletzungen und auch Infektionen sind.

Bursitis subacromialis – Die Schleimbeutelentzündung der Schulter

Im Bereich der Schulter gibt es insgesamt vier Schleimbeutel. Am häufigsten ist die sogenannte Bursa subacromialis von Schleimbeutelentzündungen betroffen. Dieser Schleimbeutel befindet sich über dem Schulterdach. Seine Aufgabe ist es, das Anstoßen des Oberarmknochens gegen das knöcherne Dach der Schulter beim Anheben des Armes zu verhindern.

Bursitis trochanterica – Die Schleimbeutelentzündung der Hüfte

Im Bereich der Hüfte gibt es gleich mehrere Schleimbeutel. Besonders häufig von einer Schleimbeutelentzündung betroffen sind die Bursa iliopectinea sowie die Bursa trochanterica. Letztere befindet sich an der Außenseite der Hüfte. Statistisch sind Frauen etwas häufiger von Schleimbeutelentzündungen im Bereich der Hüfte betroffen als Männer.

Bursitis olecrani – Die Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen

Der Ellenbogenschleimbeutel mit dem Namen Bursa olecrani befindet sich auf der Außenseite des Armes, genau an der Spitze des Ellenbogens. Seine Aufgabe ist es, den Ellenbogen beim Aufstützen zu polstern, aber auch die Reibung zwischen Haut und Knochen bei normalen Bewegungsabläufen zu reduzieren.

Bursitis praepatellaris – Die Schleimbeutelentzündung des Knies

Im Knie gibt es zwei Schleimbeutel, die das Kniegelenk schonen sollen. Durch Überlastung und Verletzungen entsteht am Knieschleimbeutel, Bursa praepatellaris, der sich vor der Kniescheibe befindet, häufig eine Schleimbeutelentzündung. Der zweite Knieschleimbeutel, die Bursa infrapatellaris, befindet sich unterhalb der Kniescheibe.

Akute oder chronische Entzündung

Neben der Lokalisation der Schleimbeutelentzündung kann diese sowohl akuter als auch chronischer Natur sein. Bei einer akuten Schleimbeutelentzündung stehen in der Regel Symptome wie Schwellungen und Rötungen der Haut im Vordergrund. Wird eine akute Schleimbeutelentzündung nicht behandelt oder treten Schleimbeutelentzündungen an der gleichen Stelle immer wieder auf, so kann eine chronische Schleimbeutelentzündung entstehen. Bei einer chronischen Schleimbeutelentzündung kann es zu einer Verdickung der Wand des Schleimbeutels kommen. Dies führt dann zu einer deutlichen Einschränkung der Beweglichkeit, was zudem die Muskeln in dem Gebiet schwächen kann.

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Symptome von Schleimbeutelentzündungen

Eine Schleimbeutelentzündung ist mit einer Vielzahl an Symptomen verbunden. Diese variieren etwas, je nachdem, um welche Art von Bursitis es sich handelt. Im Vordergrund stehen bei einer Schleimbeutelentzündung die Schmerzen, die oft als stechend beschrieben werden. Die Schmerzen verstärken sich besonders bei Bewegung oder wenn Druck auf die betroffenen Körperareale ausgeübt wird. Teilweise reicht dabei bereits der Druck, den Kleidungsstücke auf die betroffenen Regionen ausüben.

Zu den weiteren Symptomen einer Schleimbeutelentzündung gehören Schwellungen und Rötungen der betroffenen Körperstellen. Durch die Schwellung von Schleimbeuteln kann es zu einer Einschränkung der Beweglichkeit kommen, wenn es sich um gelenknahe Schleimbeutel handelt. Zudem kann ein Wärmegefühl über dem entzündeten Schleimbeutel auftreten.

Insbesondere bei einer Schleimbeutelentzündung, die durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wurde, kann es zu allgemeinen Krankheitssymptomen wie Fieber und Unwohlsein kommen. In diesen Fällen tritt zudem häufig eine Schwellung der Lymphgefäße auf, die sich in der Nähe der entzündeten Schleimbeutel befinden.

Aufgrund der Schmerzen sowie der Schwellungen nehmen Betroffene oftmals eine Schonhaltung ein. Dies kann dann zu weiteren gesundheitlichen Problemen aufgrund der Fehlhaltung führen. Eine chronische Schleimbeutelentzündung, vor allem dann, wenn sich eine Verdickung der Schleimbeutelwand entwickelt hat, führt zu deutlichen Bewegungseinschränkungen im Bereich des betroffenen Gelenks.

Diagnose von Schleimbeutelentzündungen

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie eine Schleimbeutelentzündung haben könnten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn je nach Ursache der Schleimbeutelentzündung ist es wichtig, dass eine Therapie schnell eingeleitet wird. Außerdem kann eine akute, an sich gut therapierbare Schleimbeutelentzündung zu einer chronischen Schleimbeutelentzündung werden, wenn diese unbehandelt bleibt. Um eine Schleimbeutelentzündung zu diagnostizieren, geht ein Arzt in folgenden Schritten vor:

  1. Anamnese: Zunächst befragt der Arzt den Patienten zu den Beschwerden. Dabei geht es darum, welche Symptome bestehen, seit wann diese bestehen und wann diese besonders stark ausgeprägt sind. Zudem wird der Arzt nach Grunderkrankungen wie Gicht oder rheumatischer Arthritis befragt.
  2. Körperliche Untersuchung: Als nächstes erfolgt eine körperliche Untersuchung. Hierbei untersucht der Arzt vor allem die betroffene Körperregion. Er achtet auf Schwellungen und Rötungen und prüft die Beweglichkeit der angrenzenden Gelenke.
  3. Bei Verdacht auf eine Schleimbeutelentzündung, die durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wurde: Die Körpertemperatur wird bestimmt, um herauszufinden, ob der Patient Fieber hat. Zudem wird der Arzt Blut abnehmen und es im Labor auf Entzündungsparameter hin untersuchen lassen. Sollten diese auffällig sein, ist in der Regel eine Gewebeentnahme aus dem Schleimbeutel mittels Punktion erforderlich. So kann der Erreger der Schleimbeutelentzündung festgestellt und ein geeignetes Antibiotikum zur Bekämpfung des Erregers ausgewählt werden.
  4. Weiterführende Untersuchungen: In unklaren Fällen können weitere Untersuchungen erforderlich sein. Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Ultraschall bei Weichteilverletzungen, Magnetresonanztomografie sowie digitaler Radiologie oder konventionellen Röntgenaufnahmen können die entzündeten Strukturen bildlich dargestellt und so besser beurteilt werden. So lassen sich unter anderem Veränderungen an den Schleimbeutelwänden diagnostizieren. Außerdem dienen die bildgebenden Verfahren zur Ausschlussdiagnostik. Es kann mit deren Hilfe festgestellt werden, ob es sich um eine Schleimbeutelentzündung oder ein anderes Problem handelt, wie beispielsweise eine rheumatische Erkrankung.

Therapie von Schleimbeutelentzündungen

Die Behandlung einer Schleimbeutelentzündung wird von einem Orthopäden durchgeführt. Dieser entscheidet auf Basis der Diagnostik, welche Maßnahmen erforderlich sind. Grundsätzlich wird zwischen einer konservativen Behandlung und invasiven Maßnahmen unterschieden. Konservative Behandlungen sind alle nicht-operativen Behandlungen, also solche Maßnahmen, bei denen kein Eingriff in den Körper erforderlich ist. Dementsprechend handelt es sich bei den invasiven Maßnahmen um solche Therapien, die mit Eingriffen in den Körper verbunden sind.

Ein konservativer Behandlungsansatz kommt in der Regel bei allen akuten Schleimbeutelentzündungen zur Anwendung, es sei denn, diese ist durch eine bakterielle Infektion ausgelöst worden. Hier stehen folgende therapeutische Maßnahmen zur Wahl:

  • Ruhe und Hochlagern: Das betroffene Gelenk wird vorübergehend ruhig gestellt, um eine weitere Überlastung zu vermeiden. Die Ruhigstellung kann mittels Schiene erfolgen. Vor allem bei Schleimbeutelentzündungen im Bein trägt das Hochlagern zu einer Besserung bei.
  • Kälteanwendungen: Durch das Auflegen von Eis oder Kühlpacks werden Schmerzen gelindert und Schwellungen reduziert.
  • Medikamente: Schmerzmittel und Entzündungshemmer können ebenfalls im Rahmen einer konservativen Therapie der Schleimbeutelentzündung eingesetzt werden. Diese werden als Salben oder Gels lokal angewendet oder als Tabletten eingenommen. Je nach Ursache der Schleimbeutelentzündung kommen mitunter auch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zur Anwendung.
  • Physiotherapie: Anschließend an die Ruhigstellung kann Physiotherapie verordnet werden.
  • Stoßwellentherapie: Hierbei werden spezielle akustisch-mechanische Wellen auf die betroffene Körperstelle übertragen, um das umliegende Gewebe besser zu durchbluten und zu einer Reduzierung der Entzündung beizutragen.

Bei einer akuten Schleimbeutelentzündung, die durch eine bakterielle Infektion verursacht wurde, sowie bei chronischen Schleimbeutelentzündungen, kommen invasive Maßnahmen zum Einsatz:

  • Punktion zur Analyse sowie zur Entlastung: Mit einer Nadel wird Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel entnommen und im Labor untersucht, um den Erreger zu bestimmen.
  • Injektionen von Kortikosteroiden: Hierdurch kann die Entzündung zeitnah eingedämmt werden.
  • Operative Entfernung des Schleimbeutels: Dies kommt vornehmlich bei chronischen Schleimbeutelentzündungen in Frage, bei denen andere Behandlungsansätze nicht zum Ziel geführt haben.

Prävention und Rehabilitation von Schleimbeutelentzündungen

Schleimbeutelentzündungen werden durch bakterielle Infektionen, Grunderkrankungen und durch Überlastungen, Fehlbelastungen sowie Stürze verursacht. Insbesondere Schleimbeutelentzündungen durch Über- und Fehlbelastungen lassen sich vorbeugen:

  • Ergonomische Anpassungen des Arbeitsplatzes
  • Aufwärm- und Dehnübungen vor sportlichen Aktivitäten
  • Vermeidung von Überlastung und einseitigen Bewegungen

Ist eine Schleimbeutelentzündung ausgeheilt, sollte sich eine Rehabilitation anschließen. Im Rahmen der Physiotherapie wird die Stärkung der betroffenen Muskelpartien sowie eine Verbesserung der Beweglichkeit angestrebt. Wichtig ist, dass die Wiederaufnahme der Aktivitäten schrittweise erfolgt.

FAQ zum Thema Schleimbeutelentzündung

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