Multiples Myelom: Ursachen, Symptome, Diagnostik & Behandlung des Plasmozytoms
Ein Multiples Myelom entsteht durch eine Entartung von Zellen des blutbildenden Systems. Damit gehört es in die gleiche Gruppe wie Leukämie (Blutkrebs) und Non-Hodgkin-Lymphome. Gekennzeichnet ist das Multiple Myelom durch eine unkontrollierte Vermehrung von Plasmazellen im Knochenmark, die zu Knochenschmerzen, einer erhöhten Infektanfälligkeit und einer fortschreitenden Beeinträchtigung der Nierenfunktion führt. Synonym wird für die Krebserkrankung des Knochenmarks auch der Begriff „Plasmozytom“ verwendet, wobei dieser – genau genommen – spezifisch den Tumorherd beschreibt. In Deutschland erkranken jährlich etwa 7.000 Männer und Frauen neu, das Erkrankungsalter liegt bei durchschnittlich 71 Jahren [1].
Da die Beschwerden bei einem Multiplen Myelom zu Beginn in der Regel unspezifisch auftreten und häufig im Bereich des Rückens lokalisiert sind, gehen Betroffene anfangs meist von einem degenerativen Rückenleiden aus. Wird ein Multiples Myelom erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, können sich bereits Komplikationen entwickelt haben. Verfahren der Radiologie und Nuklearmedizin wie die Ganzkörper-Magnetresonanztomographie sowie die Kombinationsuntersuchung aus Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie (PET-CT) haben in der Diagnostik einen hohen Stellenwert.
Was ist ein Multiples Myelom?
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems, speziell innerhalb des Knochenmarks.
- Betroffen sind Zelltypen, die zu den weißen Blutkörperchen gehören.
- Das Multiple Myelom lässt sich anhand der Antikörper, die von den Zellen produziert werden, einteilen.
Als bösartige (maligne) Erkrankung des blutbildenden Systems betrifft das Multiple Myelom eine bestimmte Zellgruppe der weißen Blutkörperchen, die B-Lymphozyten. Im gesunden Körper sind diese bei der Immunabwehr für die Bildung von Antikörpern zuständig. Bei einem Myelom kommt es zur klonalen Vermehrung von entarteten Plasmazellen im Knochenmark (letzte Stufe der B-Lymphozyten), bei der genetisch identische Tochterzellen entstehen.
Diese produzieren Antikörperproteine (bestimmte Immunglobuline), die in der körpereigenen Abwehr meist keine Funktion erfüllen und als „Paraprotein“ oder auch „M-Gradient“ (leitet sich vom charakteristischen Nachweis im Labor ab) bezeichnet werden. Allerdings können diese Eiweiße pathologisch wirksam sein, indem sie die Nieren und andere Organe schädigen. Durch die Unterdrückung der gesunden Blutbildungsprozesse sowie durch die Ausschüttung von Botenstoffen, die den Knochenabbau fördern, kommt es zu den typischen Krankheitszeichen eines Multiplen Myeloms.
Dem eigentlichen Multiplen Myelom geht häufig die Entwicklung einer Vorstufe voraus, die als „monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS)“ bezeichnet und als gutartige Veränderung eingestuft wird. Es kommt zu einer Vermehrung monoklonaler Plasmazellen ohne nachweisbare Organschäden. Die Progressionsrate – also die Häufigkeit, mit der sich aus der Vorstufe ein Multiples Myelom entwickelt – liegt bei etwa einem Prozent. Auf dem Weg zum Plasmozytom kann sich mit dem Schwelenden Multiplen Myelom (Smoldering Multiple Myeloma, SMM) eine Zwischenstufe ausbilden. In beiden Fällen ist eine umgehende Behandlung zwar nicht erforderlich, jedoch sollte eine regelmäßige ärztliche Kontrolle stattfinden, um den Übergang in eine maligne Form frühzeitig zu erkennen.
Anhand der gebildeten Antikörpertypen erfolgt die Klassifizierung des Plasmozytoms in folgende Varianten:
- IgG-Myelom (mit einem Anteil von circa 50 Prozent die verbreitetste Form),
- IgA-Myelom,
- IgD-Myelom,
- IgM-Myelom und
- IgE-Myelom.
Die letzten drei Varianten treten deutlich seltener – mit Anteilen von höchstens einem Prozent – auf. Bei etwa fünfzehn Prozent der Betroffenen produzieren die Tumorzellen ausschließlich unvollständige Antikörper (sogenannte Leichtketten). Für die Prognoseabschätzung und die Therapieplanung ist der Krankheitsfortschritt entscheidend, der in drei Stadien eingeteilt wird. Dazu wird entweder das Revised International Staging System (Revised ISS) oder die Methode nach Salmon und Durie herangezogen. Entscheidend ist in beiden Fällen der Befund aus dem Labor, wobei der Fokus jeweils etwas unterschiedlich ausgerichtet ist.
Ursachen des Multiplen Myeloms und begünstigende Risikofaktoren
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Die genaue Ursache des Multiplen Myeloms ist bislang nicht geklärt.
- Möglicherweise spielen genetische Faktoren für die Entstehung eine Rolle.
- Auch die Exposition gegenüber bestimmten Umweltfaktoren wie Strahlung oder Chemieprodukten werden als Risikofaktoren diskutiert.
Was genau die Entartung der Plasmazellen – und damit die Entwicklung des Multiplen Myeloms – auslöst, ist nach aktuellem Stand der medizinischen Forschung nicht abschließend geklärt. Derzeit wird aber von einem biologischen Prozess ausgegangen, der über mehrere Stufen verläuft. Als wahrscheinlich gilt, dass es über Jahre zu einer Anhäufung genetischer Veränderungen kommt. Diese führen im Verlauf zu einer malignen Transformation der Vorstufen.
Als einer der zentralen Risikofaktoren wird im Zusammenhang mit dem Plasmozytom das Lebensalter angesehen. Das Krankheitsbild tritt vor dem 35. Lebensjahr sehr selten auf, während es ab dem Alter von fünfzig Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen kommt. Dabei sind Männer etwas häufiger als Frauen betroffen. Geschlechtsspezifische Unterschiede können bei bösartigen Erkrankungen ein Hinweis darauf sein, dass hormonelle Aspekte oder gewisse Lebensstilfaktoren (Männer neigen durchschnittlich mehr zum Rauchen und höherem Alkoholkonsum als Frauen) Einfluss haben. Zudem zeigt sich eine ethnische Variabilität, die ebenfalls ein Hinweis auf die Beteiligung genetischer Faktoren sein kann. Schließlich wird diese Annahme auch durch die Beobachtung einer familiären Häufung gestützt: Verwandte ersten Grades von Erkrankten tragen ein erhöhtes Risiko, dass sich bei ihnen ebenfalls ein Plasmozytom bildet.
Ist bei Betroffenen bereits eine Vorstufe wie MGUS bekannt, erhöht sich das Risiko für eine Entartung der Plasmazellen. Somit gilt auch dies als Risikofaktor. Im Rahmen von Forschungsarbeiten wird darüber hinaus nach weiteren Umweltfaktoren gesucht, auf deren Einwirkung ein Multiples Myelom zurückzuführen sein kann. Unter anderem werden in diesem Zusammenhang
- die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung sowie Produkten der Petrochemie und Gummiverarbeitung und
- die Einwirkung bestimmter Pestizide
diskutiert. Allerdings ist der Einfluss dieser Faktoren auf das Krankheitsgeschehen bislang nicht gesichert. Auch starkes Übergewicht und chronische Entzündungen stehen im Verdacht, zur Entwicklung eines Plasmozytoms beizutragen, wobei auch diesbezüglich eine abschließende Aussage nicht getroffen werden kann.
Symptome des Multiplen Myeloms
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Knochenschmerzen, insbesondere im Rücken, sind ein häufiges Symptom des Multiplen Myeloms.
- Durch die Aktivität der malignen Zellen kann es zu einer Schädigung der Nieren einschließlich des Auftretens entsprechender Symptome kommen.
- Ein Plasmozytom verursacht außerdem eine erhöhte Infektneigung.
Wie bei vielen malignen Erkrankungen macht sich auch ein Plasmozytom im frühen Stadium selten durch eindeutige Beschwerden bemerkbar. Es dominieren eher unspezifische, schleichend beginnende Symptome. Deshalb werden die Anzeichen oft zuerst anderen Krankheiten zugeschrieben. Dies gilt insbesondere für die anhaltenden Knochenschmerzen, die unter anderem die Wirbelsäule sowie das Becken betreffen. Aber auch im Bereich der Rippen kann das Plasmozytom Beschwerden verursachen. Auslöser ist der durch die Tumorzellen initiierte Knochenabbau (Osteolyse). Dieser Prozess kann zu Knochenbrüchen (Frakturen) ohne ein erkennbares Trauma und Wirbelkörpereinbrüchen führen.
Für das Multiple Myelom charakteristische Organschäden werden in der Krebsmedizin (Onkologie) unter der Bezeichnung CRAB zusammengefasst, die für
- Calcium (erhöhter Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie)),
- Renal insufficiency (Niereninsuffizienz),
- Anaemia (Blutarmut) und
- Bone lesions (Knochenläsionen)
steht.
Die Hyperkalzämie äußert sich unter anderem durch Beschwerden wie Übelkeit, Appetitlosigkeit, Verstopfung, vermehrten Durst und Muskelschwäche. In ausgeprägten Fällen kann es sogar zu Bewusstseinsstörungen bis hin zu Komazuständen kommen. Durch eine Ablagerung der funktionslosen Antikörper in den Nierenkanälchen wird die Funktion des Doppelorgans beeinträchtigt. Dies kann so weit gehen, dass sich eine sogenannte Myelomniere bildet, die ein medizinischer Notfall ist und der sofortigen Behandlung bedarf.
Eine Anämie macht sich durch verschiedene Anzeichen wie Blässe, zunehmende Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit bemerkbar, weil die Muskeln und Zellen nicht mehr ausreichend versorgt werden.
Das Verdrängen der gesunden Blutbildungszellen im Knochenmark verringert zudem die Zahl funktionsfähiger weißer Blutkörperchen und Blutplättchen. Das Ergebnis ist eine höhere Infekt- und Blutungsneigung. Betroffene sind anfälliger für bakterielle Infekte, insbesondere der Atem- und der Harnwege.
Eine weitere mögliche Folge der Konzentration der Myelom-Antikörper im Blut ist das Hyperviskositätssyndrom. Infolge der erhöhten Eiweißkonzentration verändert sich die Konsistenz des Blutes – es wird zähflüssiger. Damit können nicht mehr alle Gefäße in gleicher Weise erreicht und versorgt werden, was zu Symptomen wie
- Sehstörungen,
- Kopfschmerzen und Schwindel,
- neurologischen Auffälligkeiten,
- Schwäche oder
- Herzinsuffizienz
führt.
Des Weiteren besteht bei einem Befall der Wirbelsäule das Risiko einer Rückenmarkskompression, die Lähmungserscheinungen nach sich zieht. Auch dies ist – wie einige andere Auswirkungen des Plasmozytoms – ein medizinischer Notfall.
Diagnostik des Multiplen Myeloms
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Ein Ansatz in der Diagnostik ist der Nachweis der funktionslosen Antikörper.
- Eine Punktion des Knochenmarks liefert Material für eine Zellanalyse.
- Die Bildgebung kann Herde im Knochenmark mit auffälliger Aktivität zeigen.
Für die Diagnostik gibt es auch beim Multiplen Myelom keine spezielle Untersuchung, mit der sich das Krankheitsbild sofort vollumfänglich erfassen lässt. Zur Anwendung kommt ein mehrstufiges Verfahren, an dessen Anfang die Anamnese und die körperliche Untersuchung stehen. Dabei geht es um Aspekte wie den Beginn der Symptome und ob diese plötzlich oder langsam einsetzen. Auch allgemeinere Anzeichen wie Knochendruckschmerzen, häufiger auftretende Infekte, Blässe und eine erhöhte Blutungsneigung werden thematisiert.
Da beim Plasmozytom das blutbildende System in besonderer Weise betroffen ist, gehören Untersuchungen im Labor zu den zentralen Diagnostikschritten. Unter anderem kann die Labordiagnostik mit der Serumproteinelektrophorese den M-Gradienten (als monoklonalen Peak) nachweisen, der ein zentraler Hinweis auf das Vorliegen eines Multiplen Myeloms ist.
Durch die genauere Bestimmung der Antikörpertypen sowie der freien Leichtketten im Serum lassen sich aus einem Laborbefund weitere wichtige Informationen herauslesen. Gleiches gilt für alle Parameter, die auf eine Anämie, die Veränderungen der Nierenfunktion oder den Knochenabbau (durch einen pathologisch erhöhten Kalziumspiegel) hindeuten. Bestimmte Laborparameter, wie Beta-2-Mikroglobulin und Albumin, sind für die Stadieneinteilung relevant.
Um den Verdacht auf ein Multiples Myelom abzusichern, werden histologische und zytologische Verfahren genutzt. Durch die Untersuchung des bei einer Knochenmarkpunktion entnommenen Probenmaterials ist die Bestimmung des Anteils veränderter Zellen im Knochenmark möglich. Mit Methoden wie der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) lassen sich die Veränderungen der Tumorzellen für die Risikoeinteilung und die Therapieplanung einschätzen.
Gerade für umfassende Analysen zur Klärung, wie weit sich das Plasmozytom bereits ausgebreitet hat, wird auf bildgebende Verfahren gesetzt. Eine Rolle spielen die Ganzkörper-Low-Dose-CT (zur Erfassung von Knochenherden) und die Magnetresonanztomographie (MRT). Mit Letzterer lässt sich nicht nur Weichgewebe in einer hohen Auflösung darstellen, sondern das Verfahren eignet sich auch für die Beurteilung des Knochenmarks und kann dessen Befall vor dem Auftreten erster struktureller Schwächen des Knochens zeigen. Die PET-CT liefert hingegen Informationen zur Stoffwechselaktivität der Krankheitsherde und wird unter anderem zur Verlaufskontrolle nach einer Therapie eingesetzt.
Untersuchungen in der Radiologie und Nuklearmedizin – bei LifeLink Termine flexibel online reservieren
Für sämtliche Verfahren der radiologischen und nuklearmedizinischen Basis- sowie Spezialdiagnostik nutzen hochqualifizierte Fachärzte an unseren bundesweiten Praxisstandorten modernste Ausstattung und Medizintechnik, die auf dem aktuellen Stand der Entwicklung ist. So gewährleisten wir eine stets hohe Qualität der Befundungen und eine patientenindividuelle und hochpräzise Behandlung im Bereich der Strahlentherapie. Unterstützung erhalten die erfahrenen LifeLink-Fachärzte in der täglichen Arbeit von den exzellent ausgebildeten Praxisteams, die unter anderem die Patientenbetreuung übernehmen und dafür sorgen, dass Untersuchungen und Behandlungen stets optimal vorbereitet sind und reibungslos ablaufen. Für eine flexible Terminbuchung steht unseren Patienten jederzeit das komfortable Online-Buchungstool zur Verfügung, mit dem die Auswahl und Reservierung im Handumdrehen gelingen.
Mehr über LifeLink
Finden Sie jetzt die
Praxis in Ihrer Nähe!
Wir sind überzeugt, dass die Medizin von morgen anders aussehen sollte. Wir sehen den Menschen im Mittelpunkt exzellenter Medizin.
Behandlung des Multiplen Myeloms
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- Vorstufen des Multiplen Myeloms müssen oft nicht behandelt werden.
- Die Behandlung mit speziellen Wirkstoffen und einer Hochdosis-Chemotherapie hängt vom Alter und Zustand des Patienten ab.
- Unter bestimmten Rahmenbedingungen bleibt das Zurückdrängen des Myeloms das Behandlungsziel.
Solange keine CRAB-Kriterien erfüllt sind oder andere Organschäden vorliegen, wird bei Vorstufen des Multiplen Myeloms eine eher abwartende Haltung eingenommen. Ist nach der Diagnostik oder in einer Kontrolluntersuchung Handlungsbedarf zu erkennen, werden üblicherweise im ersten Behandlungsschritt mehrere Wirkstoffe miteinander kombiniert. Diese sollen bestimmte biochemische Prozesse in den Tumorzellen hemmen, das Immunsystem modulieren sowie Entzündungen kontrollieren. In bestimmten Fällen werden spezifische monoklonale Antikörper eingesetzt, mit denen die Oberflächenproteine der entarteten Zellen markiert werden, um diese für die Immunabwehr besser erkennbar zu machen.
An die Erstlinienbehandlung mittels Induktionstherapie schließen sich häufig eine Hochdosis-Chemotherapie und eine Stammzelltransplantation an. Diese Abfolge lässt sich aber nicht auf alle Patientengruppen übertragen, sondern wird meist nur für jüngere Patienten ohne zusätzliche Erkrankungen empfohlen.
Bei Patienten, für die aufgrund der Rahmenbedingungen (höheres Alter, schlechter Allgemeinzustand) eine Hochdosistherapie nicht infrage kommt, werden Behandlungsansätze genutzt, die auf eine Verringerung der Immunglobulinkonzentration und der Knochenmarksplasmazellen abzielen. Im Vordergrund stehen dabei die Linderung der Symptome und der Erhalt der Lebensqualität. Die Auswahl der genauen Wirkstoffzusammensetzung wird für diese Patientengruppe von verschiedenen Faktoren beeinflusst – unter anderem davon, ob in den Verlaufsuntersuchungen eine gewisse Therapieresistenz gegen die gewählte Wirkstoffkombination erkennbar ist.
Neben der Bekämpfung der entarteten Plasmazellen liegt das Augenmerk bei der Behandlung des Multiplen Myeloms auch auf dem Knochenabbau. Dieser soll unter anderem durch die Bisphosphonate oder den Antikörper Denosumab gebremst werden. Werden im Rahmen der Behandlung Herde erkannt, in denen sich erhöhte Abbauprozesse abspielen, lassen sich diese durch einen operativen Eingriff stabilisieren. Zudem ist im Hinblick auf die Therapie die erhöhte Infektanfälligkeit des Patienten zu berücksichtigen und prophylaktisch in das Behandlungskonzept einzubinden.
FAQ zum Multiplen Myelom: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Wie gut ist ein Multiples Myelom behandelbar?
Grundsätzlich ist das Plasmozytom als eine Erkrankung einzustufen, die nicht ursächlich heilbar ist. Hinzu kommt, dass die Erkrankung von Fall zu Fall sehr unterschiedlich verlaufen kann. Allerdings stehen in der Onkologie heute Therapiemaßnahmen zur Verfügung, mit denen sich die Krankheitsaktivität in vielen Fällen zurückdrängen lässt.
Welche Komplikationen können im Verlauf des Plasmozytoms auftreten?
Neben Frakturen und einem möglichen Nierenversagen zählen schwere Infektionen zu den häufigen Komplikationen, da die körpereigene Produktion von Antikörpern empfindlich gestört ist. Gerade dieser Punkt und die Auswirkungen der Hyperkalzämie dürfen nicht unterschätzt werden.
Wie ist die Prognose bei einem Multiplen Myelom?
Die Prognose hat sich durch neue Behandlungsoptionen in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich verbessert, hängt aber dennoch stark vom Stadium zum Zeitpunkt der Diagnosestellung und der Zytogenetik der Tumorzellen ab. Die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei einem früh erkannten Plasmozytom bei über 80 Prozent, sinkt mit dem Fortschreiten der Erkrankung aber deutlich ab [2].
[1] Robert Koch-Institut (RKI) und Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (GEKID) (2025): Krebs in Deutschland für 2021/2022/2023. 15. Ausgabe. Berlin: Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut. Kapitel „Multiples Myelom (C90)“. online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 21.09.2026).
[2] D’Agostino, M. et al. (2022): Second Revision of the International Staging System (R2-ISS) for Overall Survival in Multiple Myeloma: A European Myeloma Network (EMN) Report Within the HARMONY Project. In: Journal of Clinical Oncology, Jg. 40, H. 29, S. 3406-3418. DOI: 10.1200/JCO.21.02614.