Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Kardiologen?
Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Damit gehört die kardiologische Versorgung zu den zentralen Teilgebieten der Inneren Medizin. Die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie bildet dafür die fachliche Grundlage und ist gleichzeitig die Voraussetzung für weiterführende Zusatzqualifikationen im Bereich der Herzmedizin (Kardiologie).
Das Erlangen der Zusatzqualifikationen wird unter anderem durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK), die Bundesärztekammer sowie die Landesärztekammern und private Bildungsträger ermöglicht. Zu unterscheiden ist bei den kardiologischen Weiterbildungen zwischen umfassenden Spezialisierungen, etwa in der interventionellen Kardiologie oder kardialen Bildgebung, und Zertifikaten, die beispielsweise zu Tätigkeiten in Schnittstellenbereichen wie der Medikamentenzulassung oder der kardiologischen Medizintechnik berechtigen.
Mögliche Zusatzweiterbildungen für Kardiologen nach der Musterweiterbildungsordnung (MWBO)
Die Musterweiterbildungsordnung (MWBO) der Bundesärztekammer bzw. die Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern regeln nicht nur die eigentliche Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, sondern sehen auch Zusatzweiterbildungen für Fachärzte der Kardiologie vor. Diese ermöglichen den Erwerb weiterer Qualifikationen und bereiten die Absolventen mitunter auf die Ausübung einer leitenden oder oberärztlichen Tätigkeit vor.
Überblick zu Weiterbildungsmöglichkeiten nach dem Facharzt aus der MWBO:
- Ein fachspezifisches Angebot ist die spezielle Kardiologie für Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (EMAH) mit einer Weiterbildungsdauer von 18 Monaten in Vollzeit. Die Teilnahme an der Weiterbildung ist neben Kardiologen auch Ärzten aus der Kinder- und Jugendmedizin (Schwerpunkt Kinder- und Jugendkardiologie) möglich.
- Mit der kardialen Magnetresonanztomographie (MRT) als Spezialisierung vertiefen Kardiologen ihre Kenntnisse in der Bildgebung des Herzens. Dies befähigt sie zur Durchführung einer umfassenden Diagnostik bei Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) und Herzmuskelentzündungen (Myokarditis). In der Anwendung sind sie später zudem eng mit der Radiologie verzahnt – durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und Nutzung gemeinsamer Geräteressourcen.
- Die internistische Intensivmedizin vertieft die bereits im Rahmen der Facharztweiterbildung gesammelte Erfahrung in der Betreuung schwerstkranker Patienten mit Erkrankungen aus dem Indikationsspektrum der Inneren Medizin, etwa nach einem Herzinfarkt oder bei akutem Herzversagen.
Zusatzqualifikationen für Kardiologen der DGK
Neben den Zusatzweiterbildungen der Ärztekammern bietet die DGK eigene, strukturierte Weiterbildungen an. Diese decken ein breites Spektrum verschiedener Teilbereiche der Herzmedizin ab und sind deshalb in der kardiologischen Praxis von hoher Relevanz, auch wenn es sich nicht um Qualifikationen der Ärztekammern handelt.
Beispiele dafür sind die interventionelle Kardiologie und die spezielle Rhythmologie. Die Inhalte der Zusatzqualifikationen betreffen verschiedene Aspekte wie
- die kardiovaskuläre Intensiv‑ und Notfallmedizin (K‑IN),
- die interventionelle Gefäßtherapie und
- die perkutane transluminale Koronarangioplastie.
Die einzelnen Spezialisierungen erstrecken sich über unterschiedliche Zeiträume (jeweils aber mehrere Monate) und sind teilweise aus unterschiedlichen Modulen aufgebaut. Für die Zusatzqualifikationen sind die jeweiligen Voraussetzungen – beispielsweise eine vorgeschriebene Mindesterfahrung im Fachgebiet – und eventuell geltende Rezertifizierungsfristen zu beachten.
Mehr über LifeLink
Finden Sie jetzt die
Praxis in Ihrer Nähe!
Wir sind überzeugt, dass die Medizin von morgen anders aussehen sollte. Wir sehen den Menschen im Mittelpunkt exzellenter Medizin.
Fazit: Spezialisierungen eröffnen vielfältige Karrierechancen in der Kardiologie
Die Facharztprüfung ist häufig nicht das Ende der fachlichen Weiterentwicklung. Durch die Zusatzweiterbildungen der Landesärztekammern ist eine umfassende Erweiterung der fachlichen Kompetenzen möglich, um sich beispielsweise in der Therapie von Erwachsenen mit Herzfehlern oder der kardialen Bildgebung zu spezialisieren. Zusammen mit den Zusatzqualifikationen der DGK und anderen Zertifizierungsmöglichkeiten bieten sich Kardiologen vielfältige Karrierewege – von der Spezialisierung auf die Behandlung komplexer Fälle über die Tätigkeit bei einer Zulassungs- und Koordinationsstelle bis zum Ausfüllen einer Leitungsposition.