Mit welcher Ausbildung wird man Kardiologe?
Der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie (kurz: Kardiologe) ist ein Spezialist für die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Herzens und der herznahen Blutgefäße. Die fachlichen Grundlagen der Spezialisierung im Bereich der Herzmedizin (Kardiologie) werden in zwei aufeinanderfolgenden Ausbildungsabschnitten gelegt.
Die Basis bilden das Medizinstudium einschließlich der Approbation (staatliche Zulassung zur Ausübung des Arztberufs) sowie die mehrjährige Facharztweiterbildung. Anders als der Facharzt für Innere Medizin ohne Schwerpunktbezeichnung mit einem breiten, allgemeinen internistischen Fokus, durchläuft der angehende Kardiologe von Beginn an eine gezielt auf die Herz-Kreislauf-Medizin ausgerichtete Weiterbildung. Insgesamt nimmt der Ausbildungsweg etwa zwölf Jahre in Anspruch.
Medizinstudium und Approbation als Grundlage
In Deutschland dauert das Studium der Humanmedizin in der Regel sechs Jahre und schließt mit dem Zweiten Staatsexamen sowie dem Praktischen Jahr ab. Nach bestandener Prüfung erhält der angehende Arzt die Approbation. Das Medizinstudium bildet damit die Basis für eine sich anschließende Spezialisierung in der Herzmedizin durch eine Facharztweiterbildung. Diese wird von zugelassenen Weiterbildungsstätten durchgeführt, zu denen häufig Kliniken mit kardiologischer Fachabteilung oder einem Herzzentrum gehören.
Ablauf der Facharztweiterbildung Innere Medizin und Kardiologie
Inhalt und Umfang der Ausbildung ergeben sich aus der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer sowie den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern. Für die Facharztweiterbildung ist ein Zeitraum von 72 Monaten vorgesehen. Zu ihren Schwerpunkten gehören die stationäre Basisweiterbildung im Gebiet der Inneren Medizin (in der internistische Grundlagen vermittelt werden), Aspekte der Intensivmedizin sowie die Vertiefung im Bereich der Kardiologie.
Letztere umfasst unter anderem die stationäre Patientenversorgung bei herzmedizinischen Behandlungen sowie mindestens zwei weitere internistische Facharztkompetenzen – beispielsweise die Gastroenterologie, Lungen- oder Nierenheilkunde. Ein weiteres Element der Facharztweiterbildung betrifft den Kompetenzerwerb im ambulanten Bereich, der beispielsweise in einem kardiologischen Medizinischen Versorgungszentrum erfolgen kann.
Ausbildungsinhalte der Facharztweiterbildung Innere Medizin und Kardiologie
Vermittelt werden innerhalb der Facharztweiterbildung Kenntnisse in den Bereichen Diagnostik, Behandlung und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Gerade der zuletzt genannte Aspekt hat im späteren Alltag Bedeutung, da Kardiologen eng mit Fachkollegen aus der Herzchirurgie, der Radiologie und der Diabetologie zusammenarbeiten – zum Beispiel im Rahmen fachübergreifender Fallbesprechungen zu Herzklappenerkrankungen oder komplexen Herzrhythmusstörungen. Aus diesem Grund ist die interdisziplinäre Perspektive Teil der Facharztweiterbildung.
Im Rahmen der Diagnostik stehen sowohl nichtinvasive Verfahren – wie das Elektrokardiogramm (EKG) in seinen verschiedenen Formen (Ruhe-, Belastungs- und Langzeit-EKG) und der Herzultraschall (Echokardiographie) – als auch interventionelle Methoden im Mittelpunkt. Diese umfassen die Koronarintervention zur Erweiterung von Herzkranzgefäßen, die interventionelle Gefäßuntersuchung und kathetergestützte Herzklappentherapie. Alle durch den angehenden Kardiologen absolvierten Inhalte werden fortlaufend im elektronischen Logbuch dokumentiert, das für die Zulassung zur Facharztprüfung bei der zuständigen Ärztekammer vorgelegt werden muss.
Am Ende der Weiterbildung steht die mündliche Facharztprüfung, nach deren Bestehen der Titel „Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie“ geführt werden darf. Im Anschluss kann in verschiedenen Bereichen, wie der Interventionellen Kardiologie oder dem komplexen Fachgebiet der akuten und chronischen Herzinsuffizienz, eine weitere Spezialisierung erfolgen.
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Fazit: Die Ausbildung zum Spezialisten für Herzkrankheiten ist umfangreich und zeitintensiv
Vom Ausbildungsbeginn bis zur praktischen Tätigkeit als Kardiologe vergehen in Deutschland mindestens zwölf Jahre, in denen mehrere Abschnitte erfolgreich absolviert werden müssen. Die wesentlichen Meilensteine auf dem Ausbildungsweg sind das Medizinstudium und die Facharztweiterbildung. Beide vermitteln das Wissen hinsichtlich der relevanten Krankheitsbilder und die Fähigkeiten in der Anwendung der entsprechenden Verfahren, auf denen die Spezialisierung in der Herzmedizin beruht. Nach erfolgreichem Abschluss der Facharztweiterbildung füllt der Kardiologe ein umfassendes Aufgabenspektrum aus, das sowohl die Diagnostik verschiedener Herzerkrankungen als auch deren Behandlung einschließt.