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Dass sich nach langem Stehen (zum Beispiel am Arbeitsplatz) Schwellungen an den Waden oder auch leichte Vorwölbungen am Übergang von Wadenmuskulatur und Knöchel zeigen können, ist ein bekanntes Phänomen. Dabei handelt es sich um Wassereinlagerungen (Ödeme), die häufig von allein wieder abklingen und in der Regel keinen konkreten Krankheitswert aufweisen. Es gibt aber auch Situationen, in denen sich Flüssigkeit im Gewebe als problematisch darstellt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Wassereinlagerungen nur auf einer Seite auftreten, was häufig Hinweis auf eine bestehende Grunderkrankung – beispielsweise eine Herzinsuffizienz – ist. In diesem Beitrag gehen wir den Fragen nach, wie Wassereinlagerungen in den Beinen entstehen, von welchen Grunderkrankungen sie ausgelöst werden können und wie man sie behandeln bzw. ihnen effektiv vorbeugen kann.

Wassereinlagerungen in den Beinen: Wie sie entstehen & was man gegen geschwollene Knöchel tun kann

Vielen Menschen sind geschwollene Knöchel nach langem Stehen am Arbeitsplatz nicht unbekannt. In der Regel verschwinden die dafür ursächlichen Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen über Nacht jedoch wieder von selbst. Treten sie jedoch immer wieder, mit zunehmender Häufigkeit oder nur einseitig auf, kann sich dahinter eine ernstzunehmende Erkrankung verbergen.

Die Bandbreite der möglichen Grunderkrankungen reicht dabei von Venenschwäche über Herzinsuffizienz bis zu Erkrankungen der Nieren und des Lymphsystems. Entsprechend umfassend kann die Diagnostik ausfallen, die aufgrund der Wassereinlagerungen durchgeführt wird. Neben der Anamnese und der Laboruntersuchung spielen auch verschiedene bildgebende Verfahren der Radiologie eine Rolle.

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Entstehung: Wie kommt es zu Wassereinlagerungen in den Beinen?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Ödeme entstehen durch eine vermehrte Konzentration von Flüssigkeit im extrazellulären Zwischenraum des Gewebes.
  • Vorübergehende Wassereinlagerungen in den Beinen können eine völlig normale Reaktion des Körpers sein.
  • Zusätzlich auftretende Symptome deuten häufig auf das Vorliegen einer Grunderkrankung hin.

Von einer Wassereinlagerung – bzw. einem Ödem – spricht die Medizin, wenn sich im Gewebe zwischen den Zellen eine Ansammlung von Flüssigkeit bildet. Als sichtbares Merkmal tritt eine Schwellung auf, die sich mit dem Daumen eindrücken lässt und sich durch enge Kleidung abzeichnet (Druckstellen bleiben auf der Haut für einige Minuten sichtbar). Dabei lassen sich lokal, einseitig und beidseitig auftretende Ödeme voneinander unterscheiden.

Die Entstehung der Wassereinlagerungen hängt mit einer Störung des Flüssigkeitsaustauschs zwischen den Blutgefäßen und dem Gewebe zusammen. Bei gesunden Menschen besteht zwischen dem Austritt von Flüssigkeit aus Gefäßen und der Rückkehr der Flüssigkeit in die Blutbahn (Rückresorption) ein physiologisches Gleichgewicht. Entscheidenden Einfluss haben diesbezüglich

  • der hydrostatische Druck,
  • der sogenannte „onkotische Druck“ (ein durch Eiweiße im Blut erzeugte Sog zur Stabilisierung des Blutvolumens),
  • die Durchlässigkeit der Gefäßwand sowie
  • der Abfluss über das Lymphsystem.

Gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken, sammelt sich vermehrt Flüssigkeit im Gewebe an.

Dass die Beine – insbesondere die Waden – häufig betroffen sind, hängt mit der Schwerkraft zusammen, die beim Stehen und Sitzen den Druck in den Beinvenen erhöht. Die Wadenmuskelpumpe unterstützt zwar den venösen Rückstrom zum Herzen – bei Bewegungsmangel arbeitet sie aber unzureichend. Typischerweise bildet sich die Schwellung zunächst am Knöchel, da der Druck in den Venen an dieser Stelle besonders groß ist.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer eher harmlosen Flüssigkeitseinlagerung, die sich vorübergehend nach langem Stehen oder bei Hitze bilden kann, und Schwellungen, die mit Warnzeichen wie

  • einseitigem Auftreten,
  • Schmerzen,
  • Atemnot oder
  • einem raschen Fortschreiten der Symptome

einhergehen. Eine ärztliche Untersuchung sollte in diesem Fall unbedingt erfolgen.

Auslöser: Welche Erkrankungen verursachen Wassereinlagerungen in den Beinen?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Eine häufige Ursache von Ödemen in den Beinen ist die chronisch venöse Insuffizienz.
  • Auch Herz-, Nieren- und Lebererkrankungen können Wassereinlagerungen in den Beinen auslösen.
  • Wassereinlagerungen in den Beinen können auch als Nebenwirkung verschiedener Medikamente auftreten.

Damit sich ein Ödem in den Beinen bildet, muss entweder der Rückstrom in die Blutgefäße gestört sein oder sich ein pathologischer Übertritt von Flüssigkeit in das Gewebe ereignen. Beide Mechanismen können auch kombiniert auftreten. Ursächlich für die Wassereinlagerungen können verschiedene Krankheitsbilder sein, bei denen häufig – aber nicht zwingend – ein Zusammenhang mit dem Blutkreislauf besteht.

Chronisch venöse Insuffizienz (Venenschwäche)

Die chronisch venöse Insuffizienz (CVI) ist eine Erkrankung, die den Rückfluss des Blutes beeinträchtigt und als häufige Ursache von Beinödemen gilt. Schließen die Venenklappen nicht mehr regelgerecht, staut sich das Blut und der Druck in den Venen steigt.

Das Ergebnis ist ein vermehrter Übertritt von Flüssigkeit ins Gewebe. Zu den die CVI begünstigenden Risikofaktoren gehören unter anderem ein höheres Lebensalter, Übergewicht, eine Schwangerschaft und chronischer Bewegungsmangel. Typisch ist eine beidseitige Schwellung, die abends stärker ausgeprägt ist und sich durch das Hochlagern der Beine zurückbildet.

Im Rahmen einer Studie gab zum Zeitpunkt der Befragung circa ein Sechstel der Teilnehmer an, in den vorangehenden vier Wochen unter ein- oder beidseitigen Schwellungen der Beine gelitten zu haben [1].

Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Bei einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) nimmt die Pumpleistung des Herzens zunehmend ab, wodurch sich Blut im Venensystem zurückstaut und Flüssigkeit ins Gewebe der Beine übertritt. Begleitend treten häufig Atemnot, nächtlicher Harndrang (Nykturie) und eine allgemeine Leistungsminderung auf. Gerade der vermehrte Harndrang im Liegen ist ein Anzeichen von Ödemen. Die Flüssigkeit tritt durch die verringerte Wirkung der Schwerkraft in den Blutkreislauf über, wodurch die Nieren nachts vermehrt Urin produzieren.

Nieren- und Lebererkrankungen

Bei Nierenerkrankungen ist die Ausscheidung von Wasser und Eiweiß gestört, was zu generalisierten, nicht selten auch im Gesicht sichtbaren Ödemen führt. Bei Lebererkrankungen sinkt durch eine verminderte Produktion des Eiweißes Albumin der onkotische Druck im Blut, sodass vermehrt Flüssigkeit ins Gewebe übertritt.

Beide Erkrankungskomplexe sind aber nicht nur durch die Wassereinlagerungen gekennzeichnet. Ist die Leber betroffen, kann es zu Schmerzen im rechten Oberbauch und bei einer stärkeren Schädigung des Organs auch zu einer Gelbfärbung der Haut (Ikterus) kommen. Bei Nierenfunktionsstörungen sind unter anderem Blutdruckschwankungen und Juckreiz (durch Ablagerung von Giftstoffen in der Haut) mögliche Symptome.

Lymphödem und Lipödem

Ein Lymphödem entsteht durch eine Störung des Lymphabflusses. Diese kann angeboren sein oder infolge von Operationen, Bestrahlungen oder Infektionen entstehen. Charakteristisch ist eine derbe, schlecht eindrückbare Schwellung, die oft einseitig auftritt. Davon abzugrenzen ist das Lipödem als schmerzhafte, symmetrische Fettverteilungsstörung, die zu einem hohen Anteil Frauen betrifft. Typisch ist dabei, dass eine Kompressionstherapie zwar Schmerzlinderung bringt, die eigentliche Zunahme des Gewebevolumens aber nicht unterbindet.

Medikamente und Schwangerschaft

Bestimmte Medikamente wie Kalziumantagonisten zur Blutdrucksenkung, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Hormonpräparate können die Einlagerung von Flüssigkeit im Gewebe als mögliche Nebenwirkung auslösen, insbesondere wenn der Patient neu auf ein Präparat eingestellt wird.

Im Rahmen einer Schwangerschaft treten leichte bis moderate Ödeme physiologisch häufig auf, sind aber nicht zwingend ein kritisches Symptom. Eine plötzliche, einseitige Schwellung sollte jedoch umgehend abgeklärt werden, da sie auf eine Thrombose hindeuten kann.

Diagnostik: Wie werden Wassereinlagerungen in den Beinen radiologisch untersucht?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die Anamnese und die körperliche Untersuchung stehen am Anfang der diagnostischen Kette.
  • Mithilfe der Sonographie steht ein Verfahren für die erste bildgebende Beurteilung der Venen zur Verfügung.
  • Organische Ursachen werden mit radiologischen und nuklearmedizinischen Verfahren näher untersucht.

Der erste Schritt in der Diagnostik ist die Anamnese. Im Rahmen der Patientenbefragung geht es um den Beginn und Verlauf der Beschwerden, ob die Ödeme ein- oder beidseitig auftreten sowie ob und welche Begleitsymptome sich zeigen. Auch Aspekte wie die Einnahme bestimmter Medikamente und bekannte Vorerkrankungen werden thematisiert. Die körperliche Untersuchung umfasst die Inspektion der Haut sowie das Abtasten der Schwellung, um zu prüfen, ob sich diese eindrücken lässt. Die Labormedizin kann ebenfalls wichtige Hinweise zur Diagnostik liefern, da die Nierenfunktions- und Leberwerte, der Eiweißwert Albumin sowie die verschiedenen Entzündungsparameter dabei helfen, die Ursache der Wassereinlagerungen einzugrenzen.

Die Duplexsonographie als Kombinationsuntersuchung aus Ultraschall (Sonographie) und Blutflussmessung der Beinvenen ist ein zentrales bildgebendes Verfahren beim Verdacht auf eine venöse Ursache oder eine Thrombose. Sie lässt sich schmerzfrei in vielen Arztpraxen durchführen und ist in der Regel schnell verfügbar. Darstellbar sind sowohl die Funktion der Venenklappen als auch mögliche Verschlüsse, die den Blutfluss beeinträchtigen.

Ergibt sich der Verdacht auf ein Lymphödem oder eine lokale Entzündung, lassen sich infolge der Sonographie Rückschlüsse auf die Gewebestruktur ziehen. Das Röntgen kommt im Rahmen der Primärdiagnostik zwar seltener zum Einsatz, kann aber Hinweise auf knöcherne Ursachen nach einem Trauma liefern.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Computertomographie (CT) spielen bei komplexeren Fällen eine Rolle, wenn es um die Abklärung organischer Ursachen geht. So kann mit den Verfahren etwa einem Verdacht auf eine Raumforderung im Becken, die Venen oder Lymphgefäße komprimiert, nachgegangen werden. Verfahren wie die

liefern Informationen zur Beurteilung der Herzfunktion, wenn diese als Ursache der Ödeme in den Beinen vermutet wird.

Liegt der Verdacht indes auf dem Lymphsystem bzw. liegen Lymphödeme unklarer Genese vor, bietet sich die MRT-Lymphographie als Methode an, da sie speziell der Abbildung des Lymphsystems dient.

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Behandlung und Vorbeugung: Was kann man gegen Wassereinlagerungen in den Beinen machen?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die Therapie von Ödemen in den Beinen setzt stets an der Grunderkrankung als Ursache an.
  • Um die Symptome zu lindern, kommen oft Kompressionsstrümpfe zum Einsatz, die den venösen Rückfluss unterstützen.
  • Eine Selbstmedikation mit entwässernden Wirkstoffen ohne ärztliche Begleitung ist nicht zu empfehlen.

Die Behandlung richtet sich immer nach der zugrundeliegenden Ursache, deren Beseitigung häufig auch die Ödeme zurückgehen lässt. Unterstützend wird an den Wassereinlagerungen selbst angesetzt. So verbessern zum Beispiel medizinische Kompressionsstrümpfe bei einer Venenschwäche den venösen Rückfluss und reduzieren die Schwellung.

Als positiv erweist sich häufig auch eine Reduktion der Salzaufnahme, da sich dadurch die Wassereinlagerung im Gewebe senken lässt. Dabei sollte jedoch stets auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, für die in den allgemeinen medizinischen Empfehlungen eine Menge von 1,5 bis 2,0 Litern pro Tag genannt wird – es sei denn, die ärztliche Anweisung lautet anders.

Gerade bei Ödemen in Kombination mit Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion sinnvoll sein, da sie das Venen- und Lymphsystem entlastet. Zur Verbesserung und Aktivierung der Wadenmuskelpumpe empfiehlt sich zudem regelmäßige Bewegung in Form von Spaziergängen, Treppensteigen oder Radfahren. Wer häufig und viel sitzt, kann mit Übungen wie Fußwippen oder Zehenheben den Rückfluss des Blutes unterstützen und sollte regelmäßig kurze Pausen einlegen, um sich zu bewegen.

Um in der Schwangerschaft Wassereinlagerungen vorzubeugen, helfen unter anderem Bewegung und Kompression sowie das Hochlegen der Beine. Grundsätzlich sollte in dieser Phase aber eine ärztliche Abklärung erwogen werden, um auf einseitige Schwellungen oder eine Verschlechterung der Beschwerden schnell zu reagieren.

Treten Wassereinlagerungen infolge der Einnahme einer neuen Medikation auf, sollte ärztlich geklärt werden, ob ein Präparatewechsel sinnvoll ist. Von einer Selbstmedikation mit Diuretika – also Wirkstoffen, die entwässernd wirken – ohne ärztliche Anweisung ist grundsätzlich abzuraten.

Fazit: Wassereinlagerungen in den Beinen sind häufig unproblematisch, aber nicht immer 

Wassereinlagerungen in den Beinen entstehen häufig durch langes Stehen oder Sitzen, können aber auch auf verschiedene Erkrankungen zurückgehen. Dabei handelt es sich bei einem Ödem meist nicht um eine eigenständige Pathologie, sondern das physiologische Anzeichen einer Grunderkrankung. Insbesondere Einschränkungen der Gefäßgesundheit oder des Herzens führen zu einer Störung des venösen Blutflusses aus den Beinen zurück zum Herzen.

Deshalb kann die Therapie nicht allein an einer Vermeidung der Flüssigkeitsansammlung bzw. deren Abbau durch Kompressionsstrümpfe oder Diuretika ansetzen. Zentral für die Behandlung ist vielmehr die Heilung der zugrunde liegenden Erkrankung, um das Gleichgewicht – das aus dem Übertritt von Flüssigkeit aus den Gefäßen und der Rückresorption entsteht – wiederherzustellen. Dies verdeutlicht zugleich die Bedeutung einer breit aufgestellten Diagnostik, mit der sich der Auslöser einer Wassereinlagerung in den Beinen präzise erfassen und eine individuelle Prognose zum Krankheitsverlauf stellen lässt.

FAQ zu Wassereinlagerungen in den Beinen: Die wichtigsten Fragen und Antworten

[1] Rabe, E./Pannier-Fischer, F./Bromen, K./Schuldt, K./Stang, A./Poncar, Ch./Wittenhorst, M./Bock, E./Weber, S./Jöckel, K.-H., Bonner Venenstudie der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie – Epidemiologische Untersuchung zur Frage der Häufigkeit und Ausprägung von chronischen Venenkrankheiten in der städtischen und ländlichen Wohnbevölkerung, in: Phlebologie 2003, 32(01): 1-14, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 07.08.2026).

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