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Ultraschalluntersuchungen kommen in der Medizin in verschiedenen Bereichen zum Einsatz, um eine schnelle Befundung durchzuführen – so auch bei Beschwerden, die auf Nierenprobleme hindeuten. Zu den typischen Symptomen gehören in diesen Fällen Schmerzen in den Seiten, verändertes Verhalten beim Wasserlassen oder ein starker Juckreiz. Der Nierenultraschall ermöglicht es dem Arzt dabei vor allem, sich in kurzer Zeit einen diagnostischen Überblick zu verschaffen. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Funktionsweise und den Ablauf, aber auch die wichtigsten Indikationen, bei denen eine Ultraschalluntersuchung der Nieren zur Anwendung kommt.

Nierenultraschall: Was zeigt er & wann kommt er zum Einsatz?

Die Nieren übernehmen als Doppelorgan zentrale Stoffwechselfunktionen – von der Filtration des Blutes bis zur Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts. Aufgrund der Steuerung des Salz- und Flüssigkeitsniveaus des Körpers üben sie einen Einfluss auf den Blutdruck aus. Zudem kommt es bei einer Nierenfunktionsschwäche (Niereninsuffizienz) zur Ausschüttung blutdrucksteigernder Hormone. Beschwerden wie Schmerzen in der seitlichen Bauchregion oder Blut im Urin können auf verschiedene Nierenerkrankungen hinweisen.

Der Nierenultraschall (Nierensonographie) ist oft die erste bildgebende Untersuchung, die in der Medizin zum Einsatz kommt, um sowohl die Struktur und Größe als auch die Durchblutung des Doppelorgans zu beurteilen. Im Gegensatz zur Computertomographie (CT) oder zum Röntgen kommt die Sonographie vollständig ohne ionisierende Strahlung aus und liefert Bilder in Echtzeit, weshalb sie in vielen Arztpraxen als belastungsarmes Verfahren für eine erste diagnostische Einschätzung genutzt wird.

ultraschall-der-nieren

Wie funktioniert ein Ultraschall der Nieren?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die Sonographie der Nieren nutzt für die Bilddarstellung Schallwellen.
  • Für die Untersuchung wird der Schallkopf auf die Haut aufgesetzt.
  • Häufig ist für die Befundung mittels Nierenultraschall keine besondere Vorbereitung des Patienten nötig.

Bei der Untersuchung der Nieren mittels Sonographie werden Schallwellen genutzt, deren Frequenz meist zwischen zwei und fünf Megahertz (MHz) liegt. Ein von außen auf den Körper des Patienten aufgesetzter Schallkopf gibt Impulse in ausreichender Tiefe in das Gewebe des hinteren Bauchraums ab. Die Nieren werden dabei seitlich sowie von Bauchseite in Längs- und Querschnitten dargestellt, wobei die Untersuchung in Rücken-, Seiten- oder Bauchlage erfolgen kann.

Beurteilt werden mit dem Ultraschallscan

  • die Nierenlänge (der Referenzbereich liegt zwischen 100 und 115 mm),
  • die Dicke des Nierenparenchyms (das funktionelle Gewebe, als Referenzbereich gelten 13 bis 18 mm) und
  • das Verhältnis des Parenchyms zum echoreichen Nierenbecken (Parenchym-Pyelon-Index).

Hintergrund: Schreiten chronische Nierenerkrankungen voran, nimmt die Dicke des funktionellen Gewebes häufig ab, während sich der zentrale Nierenbeckenbereich im Ultraschallbild weniger verändert. Damit ermöglicht das Verhältnis eine schätzungsweise Aussage darüber, wie lange die Funktionseinschränkungen bereits bestehen.

Ergänzend kommt mit der Doppler-Sonographie ein Verfahren zum Einsatz, das eine Bewertung der Durchblutung der Nierenarterien und des Nierenparenchyms erlaubt. Gemessen werden damit unter anderem der Resistance Index (RI) zur Bestimmung des Gefäßwiderstands im Organ (Normwert liegt zwischen 0,5 und 0,7) sowie die systolische (während der Kontraktionsphase des Herzens) und die diastolische (während der Entspannungsphase des Herzens) Flussgeschwindigkeit des Blutes in den Gefäßen.

Wann ist die Durchführung eines Nierenultraschalls angezeigt? – Die wichtigsten Indikationen

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Nierensteine und Harnstau werden häufig mittels Ultraschall befundet.
  • Zur Übersichtsdiagnostik kommt das Verfahren auch bei einem Verdacht auf eine Raumforderung zur Anwendung.
  • Bei unklarem Befund schließen sich weitere Diagnostikverfahren an den Nierenultraschall an.

Anlass zur Durchführung eines Nierenultraschalls geben unterschiedliche Auffälligkeiten, die von Schmerzen im Seitenbereich bis hin zu Harnabflussstörungen reichen. Neben akuten Problemen geht es auch um die Planung von Eingriffen oder eine Verlaufskontrolle bei chronischen Erkrankungen. Mit dem Ultraschall lassen sich bei anhaltenden Nierenfunktionsstörungen Größen- und Echoveränderungen darstellen, die auf eine fortgeschrittene Schädigung hindeuten.

Nierensteine und Harnstau

Nierensteine (Nephrolithiasis) und Harnleitersteine (Urolithiasis) – in der Fachsprache auch als „Konkremente“ bezeichnet – zählen zu den am häufigsten gestellten urologischen Diagnosen. Beim Verdacht auf das Vorliegen von Nieren- oder Harnleitersteinen gilt der Ultraschall als zentrales Verfahren der bildgebenden Diagnostik [1]. Auf den Ultraschallbildern zeigen sich die Konkremente als echoreiche Strukturen mit Schallschatten.

Tritt durch die Steine eine Verlegung der Abflusswege auf, entsteht ein Harnstau (Hydronephrose), bei dem der Ultraschallbefund für eine Therapieentscheidung nicht immer ausreicht. In diesem Fall kommt zur weiterführenden Diagnostik die CT in Betracht. Dies gilt auch, wenn ein Verdacht auf eine andere komplexe Abflussstörung vorliegt. Die Funktionsbeurteilung der Nieren kann mit einer Szintigraphie erfolgen.

Nach einer Behandlung ist es besonders wichtig, vorbeugend aktiv zu werden, da Konkremente in vielen Fällen zu wiederholtem Auftreten neigen.

Nierenzysten und Tumore

Nierenzysten zeigen sich in bildgebenden Untersuchungen oft als Zufallsbefunde. Dabei stellen sich einfache Zysten als glatt begrenzte, echofreie Raumforderungen dar. Typisch ist eine Schallverstärkung hinter der Zyste (aufgrund der Besonderheiten in der Schallweiterleitung), was dazu führt, dass der Bereich auf den Bildern heller erscheint. Allgemein handelt es sich bei Nierenzysten um einen gutartigen Befund, der meist keine weitere Kontrolle oder Behandlung erfordert.

Diese Aussage gilt aber nur, solange sich in den Raumforderungen keine oder kaum innere Strukturen wie Seitenwände (Septen), Wandverdickungen oder Verkalkungen bilden. Andernfalls kann entsprechend der Bosniak-Klassifikation eine bösartige Nierenläsion vorliegen. Als besonders kritisch gilt in diesem Zusammenhang ein Befund der Kategorie IV, der als zystisches Malignom beschrieben wird.

Um Auffälligkeiten zuverlässig einzuordnen, wird auf Untersuchungen mit Kontrastmittelunterstützung gesetzt. Bewährt haben sich dafür die CT, die Magnetresonanztomographie (MRT) und der kontrastverstärkte Ultraschall (Contrast Enhanced Ultrasound, CEUS).

Bei der Entdeckung von soliden Raumforderungen im Bereich der Nieren muss der damit einhergehende Verdacht auf ein Nierenzellkarzinom differentialdiagnostisch abgeklärt werden, weshalb eine zügige und präzise Charakterisierung der Läsionen erforderlich ist. Diese erfolgt in der Regel durch eine Bildgebung mittels kontrastmittelunterstützter CT oder – bei Vorliegen einer Kontraindikation oder weiterhin unklarem Befund – Nieren-MRT.

Entzündliche Nierenerkrankungen

Bei Verdacht auf eine akute Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) dient die Sonographie zur Basisdiagnostik – allerdings weniger zum direkten Nachweis der Erkrankung, sondern eher für den Ausschluss von Komplikationen wie einen Harnstau oder einen Abszess. Zusätzlich sind Nierensteine als Auslöser von Infektionen in den Aufnahmen zu erkennen. Bestehen trotz eingeleiteter Behandlung weiterhin Beschwerden, hält das Fieber an oder ergeben sich Hinweise auf einen schweren Verlauf, wird die Diagnostik oft durch eine kontrastmittelgestützte CT ergänzt.

Wie läuft eine Ultraschalluntersuchung der Nieren ab?

Eine besondere Vorbereitung auf den Nierenultraschall ist in der Regel nicht erforderlich. Sollen außerdem auch die Harnblase oder der Harnleiterabgang beurteilt werden, ist eine gefüllte Blase von Vorteil. Der Grund liegt darin, dass die Flüssigkeit Schallwellen besser leitet und tiefer liegende Organe dadurch besser sichtbar werden.

Für die eigentliche Untersuchung wird der Patient meist in Rücken- oder in Seitenlage positioniert. Anschließend trägt der untersuchende Arzt das Ultraschallgel (für eine bessere Schallübertragung auf der Haut) auf und platziert den Schallkopf über der jeweiligen Flanke.

Während des wenige Minuten dauernden Scans wird zunächst jede Niere in mindestens zwei Ebenen vermessen und auf strukturelle Auffälligkeiten hin untersucht. Danach erfolgt – sofern zur Klärung der vorliegenden Fragestellung erforderlich – die Doppler-Sonographie (oder als deren Weiterentwicklung ein Duplex-Ultraschall) zur Beurteilung der Durchblutung. Um ein möglichst genaues Bild der beiden Nieren zu erhalten und die Auswirkungen einer Überlagerung des Schallsignals durch Darmgase zu verringern, wird der Schallkopf während der Untersuchung mehrfach umgesetzt.

Welche Befunde treten in einem Nierenultraschall häufig auf?

Bei einem unauffälligen Befund zeigen sich die beiden Nieren jeweils mit einem glatten Rand. Das Nierenparenchym ist im Vergleich zu den Geweben der Leber und der Milz eher echoarm. Im Zentrum lässt sich hingegen ein Komplex mit hoher Echogenität ausmachen, der auf den Bildern sehr hell erscheint. Der Grund ist die innere Struktur dieses, als „Nierenbeckenkelchbereich“ oder „Nierenhilus“ bezeichneten Areals.

Pathologisch auffällige Befunde äußern sich unter anderem durch

  • eine Erweiterung des Nierenbeckenkelchsystems,
  • eine Verkleinerung des Parenchymsaums,
  • echoreiche Herde, bei denen ein Schallschatten zu erkennen ist (Hinweis auf Steine) oder
  • abgrenzbare, solide Raumforderungen.

Auch eine auffällige Seitendifferenz der Nierengröße oder ein erhöhter RI in der Doppler-Untersuchung gelten als relevante Befunde, die weiterführende Untersuchungen nach sich ziehen können.

Wie geht es nach einem auffälligen Befund im Nierenultraschall weiter?

Eine auffällige Entdeckung im Nierenultraschall ermöglicht allein meist noch keine abschließende Diagnosestellung, sondern ist Ausgangspunkt für eine gezielte weiterführende Bewertung. Welches Verfahren sich konkret anschließt, richtet sich nach der Art des Befundes.

Bei einem Verdacht auf Nierensteine oder wenn eine Harnstauung ohne eindeutige Ursache vorliegt, folgt in der Regel eine CT ohne Kontrastmittel, die Konkremente mit hoher Sensitivität nachweist. Zeigen sich unklare Raumforderungen oder komplexe Zysten, kommt oft eine MRT der Nieren zum Einsatz. Ihr Vorteil liegt darin, dass eine Befundung der Läsion ohne Strahlenbelastung möglich ist und die Bilder das Weichgewebe in hoher Auflösung darstellen.

Ist zur Beantwortung der medizinischen Fragestellung eine seitengetrennte Begutachtung der Nierenfunktion erforderlich ist, kann die Nierenfunktionsszintigraphie als nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren Informationen liefern. Diese fließen zum Beispiel in die Bewertung einer Harnabflussstörung oder in die Kontrollen nach einer Nierentransplantation ein.

Besteht der Verdacht auf eine Gefäßverengung (Stenose), schließt sich eine CT- oder MR-Angiographie zur Gefäßdarstellung an. Bleibt die Ursache einer Nierenfunktionsstörung trotz Bildgebung unklar, bietet die minimalinvasive Nierenbiopsie (Entnahme einer Gewebeprobe zur Betrachtung unter dem Mikroskop) eine weitere Untersuchungsmöglichkeit.

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Fazit: Mittels Ultraschall lässt sich die Gesundheit der Nieren schnell und strahlungsfrei beurteilen

Bei Funktionsstörungen der Nieren ist der Ultraschall eine der ersten bildgebenden Untersuchungen, da eine umfassende Vorbereitung darauf seitens des Patienten in der Regel nicht erforderlich ist und sich das Verfahren schnell durchführen lässt.

Aufgrund der Strahlungsfreiheit ist die Befundung selbst bei sensiblen Patientengruppen wie Heranwachsenden und Kindern sowie Schwangeren möglich. Zudem stören Implantate wie Herzschrittmacher die Darstellung nicht. Ergeben sich aus dem Nierenultraschall Anhaltspunkte für eine schwere akute oder chronische Beeinträchtigung, schließen sich ergänzende Diagnostikverfahren zur weiteren Abklärung an.

FAQ zum Nierenultraschall: Die wichtigsten Fragen und Antworten

[1] Arbeitskreis Harnsteine der Akademie der Deutschen Urologen / Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., S2k-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis, S. 22, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 14.07.2026).

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