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Atemnot, Brustschmerzen, Schwindel und Herzrasen – diese Symptome stehen mit einer ganzen Reihe von Erkrankungen im Zusammenhang. Eine davon ist die Lungenembolie, die durch eine Verstopfung wichtiger Blutgefäße entsteht und einen medizinischen Notfall darstellt. Allerdings verursacht nicht jede Embolie die klassischen Symptome. Zeigen sich eher diffuse Beschwerden, besteht die Herausforderung darin, eine Diagnose zu stellen, ohne den Patienten durch viele Untersuchungen zu stark zu belasten. Als Blutuntersuchung kann der D-Dimer-Test in einer solchen Situation wertvolle diagnostische Hinweise liefern. Wann der Test durchgeführt wird, was ein erhöhter D-Dimer-Wert bedeutet und welche Untersuchungen darauf folgen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

D-Dimer-Test: Was die Blutuntersuchung bei Thromboseverdacht bedeutet

Unter den Gefäßerkrankungen spielen venöse Thromboembolien (VTE) eine zentrale Rolle. Dazu gehören die tiefe Beinvenenthrombose (TBVT) und die Lungenembolie (LE), die nicht nur in Deutschland zu Sterbefällen führen, sondern europaweit pro Jahr für mehr als 100.000 Todesfällen verantwortlich sind. Als besonders gefährlich gilt die Lungenembolie, an deren Folgen – je nach Datenerhebung – pro Jahr zwischen 20.000 und 40.000 Menschen in Deutschland sterben. Damit ist die Erkrankung eine der drei häufigsten kardiovaskulären Pathologien.

Die Medizin geht für die venöse Thromboembolien von einer nicht unerheblichen Dunkelziffer aus, da sowohl die Beinvenenthrombose als auch die Lungenembolie ohne klassische Leitsymptome mit nur diffusen Beschwerden ablaufen können. Für die klinische Ersteinschätzung hat sich der D-Dimer-Test als wichtiges diagnostisches Instrument etabliert. Mit der Laboruntersuchung des Bluts wird ein spezifischer Abbaumarker des Gerinnungssystems bestimmt. Das Verfahren kann zwar keinen unmittelbaren Nachweis einer Thrombose liefern, bietet aber eine gewisse Sicherheit für deren Ausschluss.

d-dimer-test-laborwert-thrombose-bedeutung-messung-hoehe-indikationen

Diagnostische Bedeutung des D-Dimer-Tests – Was wird mit der Untersuchung gemessen?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • D-Dimere sind Abbauprodukte, die bei der Auflösung von Blutgerinnseln entstehen.
  • Ausgangspunkt ist das bei der Blutgerinnung entstehende Fibrin.
  • Mit dem Test lässt sich jedoch nicht die Lage eines Gerinnsels bestimmen.

Kommt es zu einer Verletzung von Blutgefäßen, setzt die Blutgerinnung ein. Dafür laufen im Körper verschiedene Prozesse ab, die gemeinsam die sogenannte „Gerinnungskaskade“ bilden. An deren Ende kommt es zum Wundverschluss, der den Körper vor dem Eindringen von Keimen schützt und einen weiteren Blutverlust verhindert.

Die Steuerung dieses Prozesses erfolgt durch verschiedene Gerinnungsfaktoren. Zentrale Bedeutung haben beispielsweise Fibrinogen und Thrombin. Letzteres sorgt dafür, dass es zur Fibrinogen-Spaltung kommt, an deren Ende das Protein Fibrin steht.

Dieses bildet ein fadenförmiges Gitter aus Fibrin, aus dem sich zusammen mit molekularen Bestandteilen des Bluts ein Pfropf als Wundverschluss aufbaut. Entsteht das Eiweiß bereits in den Blutgefäßen, entwickelt sich ein Gerinnsel (Thrombus), das durch eine Blockade bestimmter Arterien (etwa in der Lunge) zu Komplikationen wie einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einer Lungenembolie führen kann.

Der Körper ist in der Lage, Gerinnsel bis zu einer gewissen Größe im Rahmen der Fibrinolyse (durch das Enzym Plasmin) selbst aufzulösen. Beim Abbau des netzwerkartigen Verbunds entstehen Bruchstücke, die D-Dimere. Der ungewöhnliche Name leitet sich von deren Struktur ab, die einzelnen Fibrin-Spaltprodukte werden durch quer vernetzte D-Domänen charakterisiert.

Diagnostisch ist der Nachweis von D-Dimeren aus einem besonderen Grund von Bedeutung: Da diese sich ausschließlich aus dem bereits entstandenen Fibrin bilden (also einem existierenden Gerinnsel), zeigt ihr Vorkommen eine Gerinnungsreaktion an. Grundsätzlich ist im Blut immer eine gewisse Konzentration von D-Dimeren nachweisbar, da im Gefäßsystem auch unter normalen Bedingungen kontinuierlich Fibrin auf- und abgebaut wird.

Welche Konzentration von D-Dimeren im Blut ist normal?

Die Bestimmung des D-Dimer-Spiegels erfolgt grundsätzlich anhand einer Blutprobe. Als oberer Grenzwert (der sogenannte „Cut-Off“) gelten 500 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml). Allerdings kann auch ein niedriger Wert eine weiterführende Diagnostik nach sich ziehen, da er prinzipiell auf eine stattfindende Gerinnselbildung hinweist. Inwiefern Werte unterhalb von 500 ng/ml pathologisch relevant sind, hängt unter anderem vom Alter und den Rahmenbedingungen ab, da der Wert durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Grenzwert nur bis zu einem Alter von 50 Jahren gilt. Darüber wird die Bewertung stufenweise angepasst. Die Faustformel lautet dabei: Das Lebensalter mit dem Faktor zehn multipliziert ergibt den relevanten D-Dimer-Wert. So ergibt sich beispielsweise für eine 60 Jahre alte Person eine Obergrenze von 600 ng/ml. Für die altersbezogene Anpassung gibt es drei zentrale Gründe:

  • die Erhöhung der Fibrinogen-Produktion in der Leber,
  • das vermehrte Auftreten subklinischer Entzündungen,
  • die nachlassende Filterfunktion der Nieren.

Indikationen für einen D-Dimer-Test – Wann wird die Untersuchung durchgeführt?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Der D-Dimer-Test wird grundsätzlich beim Verdacht auf eine Lungenembolie eingesetzt.
  • Für die Bewertung des Laborwerts ist die Vortestwahrscheinlichkeit von zentraler Bedeutung.
  • Bei sehr deutlichen Anzeichen einer Lungenembolie kann auf den Test verzichtet werden.

Ob ein D-Dimer-Test aussagekräftig ist, richtet sich nach der Vortestwahrscheinlichkeit. Dabei wird eingeschätzt, ob der Patient an einer thrombo-embolischen Erkrankung leidet, bevor die Laboruntersuchung durchgeführt wird.

Für diese Einschätzung zieht die Medizin verschiedene klinische Score-Werte heran. Für die tiefe Beinvenenthrombose ist der Wells-Score etabliert, der verschiedenen Symptomen einen Punktwert zuordnet. Dazu zählen

  • eine Schwellung des Unterschenkels,
  • Schmerz, der entlang der Venen auftritt, sowie
  • bekannte Krebserkrankungen.

Im Fall der Lungenembolie wird neben dem Wells-Score auch der Geneva-Score genutzt. Überprüft werden in diesem Zusammenhang unter anderem die Herzfrequenz oder bereits früher aufgetretene venöse Thromboembolien. Je nach erreichtem Punktwert gilt die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Lungenembolie als niedrig, mittel oder hoch.

Bei niedriger Risikoeinstufung für ein Thromboseereignis schließt ein negativer D-Dimer-Wert eine venöse Thromboembolie mit hoher Sicherheit aus und ersparrt dem Patienten so eine unnötige Belastung durch weitere Untersuchungen. Die AWMF-S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und Lungenembolie betont den Aussagewert des Parameters, empfiehlt aber auch, die D-Dimer-Bestimmung nicht allein zur Basis der klinischen Einschätzung zu machen [1].

Liegt hingegen eine mittlere Risikoeinstufung vor und tritt ein positiver Testbefund ein, ist eine weiterführende Diagnostik angezeigt. Bei einer hohen Vortestwahrscheinlichkeit ist sogar direktes Handeln erforderlich. Der D-Dimer-Test wird in diesem Fall regelmäßig übersprungen. Stattdessen werden bildgebende Verfahren unmittelbar eingeleitet – beim Verdacht auf eine Lungenembolie beispielsweise die CT-Angiographie (eine kontrastmittelgestützte Computertomographie der Lungengefäße).

Welche Untersuchungen folgen nach der Feststellung eines erhöhten D-Dimer-Werts?

Ein erhöhter D-Dimer-Wert liefert einerseits Hinweise auf eine Gerinnselbildung, hat andererseits bei einem negativen Vortestergebnis nur eine begrenzte Aussagekraft im Hinblick auf das Vorliegen einer venösen Thromboembolie. Der D-Dimer-Wert kann in dieser Situation den Verdacht auf eine Lungenembolie oder eine tiefe Beinvenenthrombose nicht (vollständig) bestätigen, da der Abbau des Fibrins auch andere Ursachen haben kann. Daher ist der Befund Ausgangspunkt weiterführender Untersuchungen, zu denen auch bildgebende Verfahren gehören.

Liegt der Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose vor, ist die nicht-invasive Kompressions-Duplexsonographie die Methode der Wahl. Zu ihren Vorteilen gehören die strahlungsfreie Durchführung und weitläufige Verfügbarkeit. Im Rahmen der Untersuchung komprimiert der Arzt mit dem Ultraschallkopf die Venen. Gesunde Gefäße reagieren auf den Druck, während beim Vorliegen eines Thrombus eine schlechte Übertragung der Kompression zu beobachten ist.

Ist vom Vorliegen einer Lungenembolie auszugehen, kommt in der Regel die CT-Pulmonalisangiographie (CT-PA) zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um eine CT-Untersuchung der Lungengefäße mit einem intravenös verabreichten Kontrastmittel.

Auf diese Weise können Gefäßverschlüsse in den Lungenarterien direkt abgebildet werden. Die Auflösung der Bilder ist dabei so hoch, dass auch die kleineren Äste der Lungenarterien befundet werden können. Als Alternative steht bei bestimmten Kontraindikationen – etwa bei einer Kontrastmittelunverträglichkeit oder beim Vorliegen einer Niereninsuffizienz – die Ventilations-Perfusions-Szintigraphie (Lungenszintigraphie) zur Verfügung.

Erhöhter D-Dimer-Wert – Welche Ursachen können dahinter stehen?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Eine ganze Reihe von Erkrankungen löst eine Gerinnungsreaktion aus.
  • Unter anderem ist der D-Dimer-Wert nach einer Operation erhöht.
  • Der Arzt muss die Messergebnisse differenziert betrachten.

D-Dimere sind bei jeder Form von Gerinnungsaktivierung und der Fibrinolyse nachweisbar. Daher sind erhöhte Werte grundsätzlich nicht ausschließlich auf Thrombosen oder Lungenembolien als Auslöser zurückzuführen. Zu den häufigen Ursachen falsch-positiver Befunde zählen:

  • operative Eingriffe (erhöhte Werte können bis zu vier Wochen nach einer Operation nachweisbar sein),
  • Schwangerschaft,
  • maligne Erkrankungen (Krebserkrankungen aktivieren das Gerinnungssystem auf verschiedenen Wegen),
  • schwere Infektionen und Sepsis (Blutvergiftung),
  • Entzündungsreaktionen,
  • Herzinfarkt,
  • Leberzirrhose,
  • hohes Lebensalter.

Der Umfang dieser Liste macht deutlich, warum es in der medizinischen Praxis stets der differenzierten Betrachtung eines erhöhten D-Dimer-Werts bedarf. Prinzipiell sollte der Test im klinischen Alltag nur in einer Gesamtschau mit konkreten individuellen Symptomen sowie anderen Untersuchungsergebnissen bewertet werden, da seine diagnostische Aussagekraft in bestimmten Situationen stark eingeschränkt sein kann.

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Fazit: Die D-Dimer-Konzentration im Blut ist bei Verdacht auf eine Thrombose oder Embolie ein wichtiger Laborparameter

Tiefe Beinvenenthrombosen zeigen sich oft nicht durch spezifische Symptome. Auch die Lungenembolie äußert sich zum Teil eher diffus. Um Gerinnseln dennoch auf die Spur zu kommen – ohne den Patienten zugleich unnötigen Untersuchungsrisiken auszusetzen – bietet der D-Dimer-Test eine Möglichkeit.

Mit der Untersuchung werden Abbauprodukte gemessen, die bei der Auflösung von Gerinnseln durch körpereigene Prozesse entstehen. Ein hoher D-Dimer-Wert belegt demnach, dass an irgendeiner Stelle im Körper ein Thrombus entstanden ist. Allerdings zeigt der Laborwert nicht, wo genau das Gerinnsel lokalisiert ist und ob es ein lebenswichtiges Blutgefäß blockiert. Diese Aussage ist nur infolge einer weiterführenden Diagnostik möglich, die zum Beispiel CT-basierte Verfahren oder die Sonographie (Ultraschall) umfassen kann. Trotz der geringen Spezifität in Bezug auf eine Lungenembolie oder die Beinvenenthrombose ist der D-Dimer-Wert ein wichtiger Laborparameter.

FAQ zum D-Dimer-Wert: Die wichtigsten Fragen und Antworten

[1] Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und Lungenembolie, S2k-Leitlinie, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 07.07.2026).

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