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Hinter veränderten Monatsblutungen, Schmerzen und Druckgefühlen im Unterbauch sowie wiederholten Fehlgeburten kann ein Gebärmuttermyom stecken. Gutartige Tumore der Gebärmutter zählen in der gynäkologischen Praxis zu den häufigen Befunden und bleiben bei vielen Betroffenen asymptomatisch. Die radiologischen Verfahren der Transvaginalsonographie und der Magnetresonanztomographie tragen dazu bei, behandlungsbedürftige Gebärmuttermyome zu identifizieren. Auf dieser Seite fassen wir die wichtigsten Fakten zu den Arten, Ursachen und Symptomen zusammen und informieren über die Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung von Gebärmuttermyomen.

Gebärmuttermyome: Arten, Ursachen, Symptome, Diagnostik & Behandlung von Leiomyomen

Gebärmuttermyome – häufig auch als „Uterusmyome“ oder einfach „Myome“ bezeichnet – sind gutartige Tumore bei Frauen. Ihren Ausgangspunkt haben sie in der glatten Muskulatur, weshalb sie der Gruppe der Leiomyome zugerechnet werden. Gebärmuttermyome zählen zu den häufigsten benignen Tumoren des weiblichen Genitaltrakts. Insgesamt handelt es sich um einen Befund, der bei Frauen nach dem 30. Lebensjahr mit einer Häufigkeit von bis zu 30 Prozent auftreten kann [1]. Mit fortschreitendem Alter erhöht sich der Anteil der Myomerkrankungen weiter, allerdings nicht mehr in der Altersgruppe, die die Menopause bereits hinter sich hat. Häufig führen Gebärmuttermyome jedoch nicht zu Beschwerden oder bleiben sogar vollkommen unbemerkt.

Dass es sich um eine benigne Neubildung (Neoplasie) handelt, darf nicht den Eindruck erwecken, dass von einem Myom keine Probleme ausgehen. Klinisch relevant werden sie als Auslöser von Blutungsstörungen, Schmerzen und Druckbeschwerden. Zudem kann es zu einer Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit kommen. Da das Spektrum möglicher Beschwerden relativ weit reicht und Lage, Größe sowie Anzahl der Myome variieren, ist eine präzise Diagnostik entscheidend. Eine über die Scheide durchgeführte Ultraschalluntersuchung (Transvaginalsonographie bzw. transvaginaler Ultraschall) liefert wichtige Informationen und kann bei komplexen Befunden durch die Magnetresonanztomographie (MRT) ergänzt werden.

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Was sind Gebärmuttermyome?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Myome entstehen aus Zellen der glatten Muskulatur der Gebärmutterwand.
  • Es handelt sich um gutartige Tumore, die auf einer einzigen Zelle basieren.
  • Die Klassifikation erfolgt nach der Lage im Uterus und in der Gebärmutterwand.

Uterusmyome entwickeln sich aus den Zellen der glatten Gebärmuttermuskulatur (Myometrium, die mittlere Schicht der Gebärmutterwand). Dabei geht jeder Tumor aus der unkontrollierten Teilung einer einzigen gestörten Muskelzelle hervor und stellt somit eine monoklonale Gewebeneubildung dar.

Das Wachstum wird durch Hormone stimuliert, weshalb Myome in der Phase zwischen Pubertät und Menopause entstehen. Nach dem Eintritt der Wechseljahre und den damit verbundenen Veränderungen der Östrogen- und Progesteronspiegel kann es zu einer spontanen Rückbildung kommen.

Zu den Besonderheiten der Uterusmyome gehört ihre allgemein sehr deutliche Abgrenzung. Somit sind sie gegen das umgebende Gewebe makroskopisch gut differenzierbar – als grau-weißliche Tumore mit einer bindegewebigen Hülle. Anders als bösartige Raumforderungen des Uterus mit ihrem invasiven Wachstum verhalten sich Myome der Gebärmutter expansiv, sie verdrängen und komprimieren benachbartes Gewebe.

Klassifikation der Gebärmuttermyome

Entstehen mehrere Myome gleichzeitig in der Gebärmutter und führen zu deren Vergrößerung, spricht die Gynäkologie von einem Uterus myomatosus. Für die Einteilung der Tumore nutzt die Medizin verschiedene Merkmale, unter anderem die Lage in der Gebärmutter oder die Position in der Uteruswand. Diesbezüglich lassen sich folgenden vier Myomarten voneinander unterscheiden:

  • intramurale Myome (direkt in der Gebärmutterwand eingebettet),
  • subseröse Myome (direkt unterhalb der äußeren Schicht der Gebärmutterwand zur Bauchhöhle hin gelegen),
  • submuköse Myome (unterhalb der den Uterus auskleidenden Schleimhaut gelegen) und
  • intraligamentäre Myome (innerhalb des Bandapparats der Gebärmutter positioniert).

In der Gynäkologie werden Myome häufig nach der sogenannten FIGO-Klassifikation eingeteilt (Fédération Internationale de Gynécologie et d’Obstétrique, Internationaler Dachverband für Frauenheilkunde und Geburtshilfe). Grundsätzlich dient diese zur Bestimmung der Stadien (von 0 bis IV) gynäkologischer – speziell maligner – Tumore. Für Myome hat sich indes eine eigenständige, davon abweichende FIGO-Klassifikation etabliert, die nicht auf der Einteilung nach Stadien, sondern einer Unterteilung in neun Typen (0 bis 8) anhand der Lokalisation des Myoms in der Gebärmutterwand basiert. Mit einer Einschränkung der Fruchtbarkeit sind dabei besonders die beiden submukösen FIGO-Typen 0 und 1 assoziiert, da diese direkt unter der Gebärmutterschleimhaut wachsen – also dort, wo sich im Fall der Konzeption die befruchtete Eizelle einnisten soll.

Ursachen von Gebärmuttermyomen und begünstigende Risikofaktoren

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Für die Bildung von Myomen spielen die weiblichen Hormone eine zentrale Rolle.
  • Genetische Faktoren scheinen ebenfalls Einfluss auf die Entwicklung zu haben.
  • Nach den Wechseljahren können sich Myome auch wieder zurückbilden.

Bisher sind die genauen Ursachen für die Entstehung von Myomen nicht bekannt. Was sich anhand der bisherigen Erkenntnisse jedoch zunehmend herauskristallisiert, ist ein mit hoher Wahrscheinlichkeit multifaktorielles Geschehen. Diskutiert werden sowohl hormonelle und genetische als auch umweltbedingte (äußere) Faktoren.

Ein Hinweis auf die Beteiligung der Gene ist die höhere Wahrscheinlichkeit der Myombildung bei Frauen, deren Mütter ebenfalls Myome haben bzw. hatten. Zudem scheint es eine ethnische Häufung bei Frauen afrikanischer Abstammung zu geben [2]. Des Weiteren ist eine genetische Verbindung zwischen Leiomyomen und Endometriose erkennbar. Zumindest weisen die Ergebnisse einer medizinischen Studie auf eine Koinzidenz hin [3].

In erster Linie wird jedoch eine hormonelle Ursächlichkeit diskutiert, da Myome primär in der Phase der Geschlechtsreife auftreten und es danach zu deren Rückbildung kommen kann. Die Medizin geht von einer Stimulierung des Wachstums durch das Hormon Östrogen aus.

Zu den Risikofaktoren, die die Entstehung von Gebärmuttermyomen fördern können, gehört eine frühe erste Menstruationsblutung, da mit ihr ein längerer kumulativer Östrogeneinfluss auf die glatte Gebärmuttermuskulatur entsteht. Auch Adipositas erhöht das Risiko, da Fettgewebe das Hormon produziert und den Hormonspiegel anhebt. Zudem gilt Bluthochdruck als begünstigender Faktor.

Symptome von Gebärmuttermyomen

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Bei vielen Betroffenen bleiben die Myome ohne Symptome.
  • Veränderungen der monatlichen Blutung sind ein häufiges Anzeichen.
  • Bestimmte Myome können sich nachteilig auf die Fruchtbarkeit auswirken.

Viele Uterusmyome bleiben klinisch unauffällig und werden als Zufallsbefund im Rahmen einer gynäkologischen Routineuntersuchung oder bei einem Ultraschall aus anderem Anlass entdeckt. Ob und welche Beschwerden auftreten, hängt von der Lokalisation, der Größe sowie der Anzahl der Myome ab. Submuköse Myome werden häufiger symptomatisch, während subseröse Myome in der Regel erst bei deutlicher Ausdehnung klinisch in Erscheinung treten.

Blutungsstörungen

Ein häufiges Beschwerdebild symptomatischer Myome ist eine veränderte Menstruationsblutung. Dabei kann die Regelblutung übermäßig stark ausfallen, länger als sieben Tage anhalten oder als Zwischenblutung außerhalb des regulären Zyklus auftreten. Insbesondere bei intramuralen und submukösen Myomen zeigen sich diese Blutungsstörungen, da die Vergrößerung der Gebärmutterhöhle die Kontraktilität beeinträchtigt und den Blutabfluss erschwert. Ziehen die Zyklusveränderungen eine Eisenmangelanämie (Blutarmut durch Mangel an Eisen) nach sich, kann es zu Erschöpfung, einer verminderten Leistungsfähigkeit und Blässe kommen.

Schmerzen und Druckbeschwerden

Im Unterbauch lokalisierte Schmerzen sowie ein Druckgefühl oder eine schmerzhafte Menstruation sind ebenfalls Beschwerden, die vor allem mit größeren Myomen assoziiert sind. Durch die Verdrängung benachbarter Organe kommt es zu einem häufigen Harndrang bzw. kann das Wasserlassen durch Druck auf den Harnblasenausgang erschwert und schmerzhaft sein. Engt das Gebärmuttermyom den Mastdarm ein, besteht die Gefahr einer Verstopfung. Tiefsitzende Myome können außerdem Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen.

Fertilität und Schwangerschaft

Ein zentrales Problem bei Myomen sind deren Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Je nach Lokalisation verursachen Myome entweder Unfruchtbarkeit oder wiederholte Fehlgeburten, da die Einnistung einer befruchteten Eizelle gestört wird. Daneben besteht während einer Schwangerschaft das Risiko der Unterbrechung der Blutzufuhr des Myoms, was einen Gewebeuntergang und Einblutungen nach sich zieht. Typische Anzeichen dafür sind plötzlich auftretende, heftige Unterbauchschmerzen sowie Übelkeit, Erbrechen und leichtes Fieber.

Diagnostik bei Verdacht auf ein Gebärmuttermyom

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die Anamnese erfasst vor allem Auffälligkeiten in Bezug auf die Monatsblutung.
  • Transvaginale Ultraschalluntersuchungen sind eine wichtige diagnostische Maßnahme.
  • Mit einer MRT lassen sich Myome präziser abbilden.

Beim Verdacht auf die Existenz eines Gebärmuttermyoms werden im Rahmen der Anamnese die Blutungsmuster, die Zykluslänge sowie Charakter und Lokalisation des Schmerzes erfasst. Im Rahmen einer Tastuntersuchung ist die vergrößerte oder unregelmäßige Form der Gebärmutter mitunter bereits mit der Hand zu erkennen.

Ein wichtiges Verfahren der Myomdiagnostik ist die Transvaginalsonographie. Sie erlaubt die Darstellung von Lage, Größe und Anzahl der Myome. Gerade bei kleineren Myomen ermöglicht sie eine präzisere Befundung als ein Ultraschall über die Bauchdecke. Für eine noch genauere Beurteilung kann mittels Kochsalzinfusionssonographie (Hydrosonographie) der Kontrast innerhalb der Uterushöhle verbessert werden.

Die MRT erreicht gegenüber der Sonographie eine höhere Auflösung bei der Darstellung von Weichgewebe und ist in der Lage, Myome inklusive ihrer Lagebeziehungen zu benachbarten Strukturen und Organen – insbesondere Blase und Darm – abzubilden. In spezifischen Aufnahmesequenzen sind nicht-degenerierte Myome als signalarme, homogene Raumforderungen erkennbar.

Für die Durchführung einer MRT-Untersuchung sprechen

  • multiple bzw. sehr große Myome,
  • ein unklarer Ultraschallbefund,
  • ein Verdacht auf maligne Tumore wie das Leiomyosarkom (bösartiger Tumor der glatten Muskulatur) und
  • geplante Interventionen wie die operative Entfernung der Myome (Myomektomie).

Mithilfe der Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) ist die direkte Inspektion der Uterushöhle möglich. So lassen sich vor allem submuköse Myome begutachten und direkt operativ behandeln. Eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) ist aufwendiger und eignet sich eher bei intramuralen Myomen.

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Die Behandlung von Gebärmuttermyomen

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Symptomlose Myome erfordern in der Regel keine Behandlung.
  • Bei Symptomen und einem bestehenden Kinderwunsch ist eine adäquate Behandlung erforderlich.
  • Das Spektrum der Behandlungsoptionen reicht von medikamentösen Ansätzen bis zur chirurgischen Entfernung.

Für die Behandlung von Gebärmuttermyomen müssen individuelle Faktoren wie das Ausmaß der Beschwerden, die Lage und Größe der Raumforderungen sowie das Alter der Patientin berücksichtigt werden. Auch ein möglicherweise vorhandener Kinderwunsch spielt eine Rolle. Bei asymptomatischen Myomen ohne klinische Relevanz ist hingegen in der Regel keine aktive Intervention erforderlich. In diesen Fällen reicht eine regelmäßige Kontrolle mittels Ultraschall zur Verlaufsbeurteilung üblicherweise aus.

Das Ziel einer medikamentösen Behandlung besteht darin, die Symptome (Störungen der Monatsblutung und Schmerzen) zu kontrollieren und eine Verkleinerung des Myoms zu erreichen. Dafür lässt sich beispielsweise mit GnRH-Agonisten (Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonisten) Einfluss auf die Hormonproduktion der Eierstöcke nehmen und der Östrogenspiegel absenken. Bei der Anwendung von Medikamenten ist jedoch immer an mögliche Nebenwirkungen – beispielsweise ein Knochendichteverlust (bei anhaltender Einnahme) oder eine Leberschädigung – zu denken.

Sofern ein Kinderwunsch besteht, ist die operative Entfernung des Myoms (Myomektomie) das Mittel der Wahl. Dies kann sowohl hysteroskopisch als auch laparoskopisch erfolgen. Zu beachten ist dabei die mögliche Rezidivrate. Sollte die Familienplanung dagegen abgeschlossen sein, ist die Uterusarterienembolisation (UAE) als minimal-invasives radiologisches Verfahren eine Therapieoption. Dabei werden über einen Katheter Partikel gezielt in die Gebärmutterarterien eingebracht und die Blutversorgung der Myome unterbrochen. Die Folge ist eine Gewebedegeneration und Volumenverringerung der Myome.

Weitere Therapieansätze sind

  • der MRT-gesteuerte fokussierte Ultraschall (Magnetic Resonance-guided Focused Ultrasound Surgery, MRgFUS) als nicht-invasives Verfahren mit hochenergetischen Ultraschallwellen,
  • die Radiofrequenzablation (RFA) zur thermischen Verödung des Myomgewebes und
  • die Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) bei ausgeprägtem Beschwerdebild.

 

FAQ zu Gebärmuttermyomen: Die wichtigsten Fragen und Antworten

[1] Robert Koch Institut, GBE Kompakt 1/2014, 5. Jahrgang, Zahlen und Trends aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Hysterektomie, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 23.06.2026).

[2] Keaton JM, Jasper EA, Hellwege JN, Jones SH, Torstenson ES, Edwards TL, Velez Edwards DR. Evidence that geographic variation in genetic ancestry associates with uterine fibroids. Hum Genet. 2021 Oct;140(10):1433-1440. doi: 10.1007/s00439-021-02322-y. Epub 2021 Jul 23. PMID: 34302236; PMCID: PMC8463481.

[3] Gallagher CS, Mäkinen N, Harris HR, Rahmioglu N, Uimari O, Cook JP, Shigesi N, Ferreira T, Velez-Edwards DR, Edwards TL, Mortlock S, Ruhioglu Z, Day F, Becker CM, Karhunen V, Martikainen H, Järvelin MR, Cantor RM, Ridker PM, Terry KL, Buring JE, Gordon SD, Medland SE, Montgomery GW, Nyholt DR, Hinds DA, Tung JY; 23andMe Research Team; Perry JRB, Lind PA, Painter JN, Martin NG, Morris AP, Chasman DI, Missmer SA, Zondervan KT, Morton CC. Genome-wide association and epidemiological analyses reveal common genetic origins between uterine leiomyomata and endometriosis. Nat Commun. 2019 Oct 24;10(1):4857. doi: 10.1038/s41467-019-12536-4. Erratum in: Nat Commun. 2022 Sep 21;13(1):5543. doi: 10.1038/s41467-022-33222-y. PMID: 31649266; PMCID: PMC6813337.

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