Wie lange dauert die Ausbildung zum Strahlentherapeuten?
Um den Titel „Facharzt für Strahlentherapie“ (häufig auch als „Strahlentherapeut“ oder „Radioonkologe“ bezeichnet) führen zu dürfen, ist eine mehrjährige Ausbildung erforderlich, die das Studium der Humanmedizin und die Facharztweiterbildung umfasst.
Im Rahmen der Ausbildung werden die klinisch-medizinischen Kompetenzen sowie das physikalisch-technische Wissen vermittelt, um im Alltag die verschiedenen Verfahren der modernen Tumorbehandlung an Patienten anwenden zu können. Insgesamt nimmt die Ausbildung zum Strahlentherapeuten in Deutschland einen Zeitraum von rund elf Jahren in Anspruch und schließt mit der Facharztprüfung ab. Wird diese erfolgreich abgelegt, besteht die Berechtigung zum Führen des Facharzttitels.
Sechs Jahre Medizinstudium: Die Grundlage auf dem Weg zum Facharzt für Strahlentherapie
Die Grundlage auf dem Weg zum Facharzt für Strahlentherapie bildet das erfolgreich abgeschlossene Medizinstudium, das aus drei Abschnitten besteht. Die ersten vier Semester bilden den vorklinischen Abschnitt, in dem es vor allem um die theoretisch-naturwissenschaftlichen und die medizinischen Grundlagen geht. Den Abschluss bildet das auch als „Physikum“ bezeichnete erste Staatsexamen im Medizinstudium (M1).
Daran schließen sich sechs Semester Klinik an. Dieser Abschnitt dient dazu, die angehenden Ärzte in verschiedenen medizinischen Fachgebieten theoretisch und praktisch auszubilden, um ein breites Grundlagenwissen aufzubauen. Zu den Schwerpunkten gehören unter anderem
- die Krebsmedizin (Onkologie),
- die Herzmedizin (Kardiologie),
- die Endokrinologie und
- die Radiologie.
Der dreijährige Studienteil endet mit dem zweiten Staatsexamen Medizin (M2), dessen Bestehen Voraussetzung für die Zulassung zum Praktischen Jahr (PJ) ist. Am Ende des Praktischen Jahres steht das dritte und letzte Staatsexamen (M3). Wird dieses erfolgreich abgelegt, kann die Approbation beantragt werden.
Die Facharztweiterbildung zum Strahlentherapeuten dauert fünf Jahre
Nach dem Medizinstudium und dem Erhalt der Approbation kann die eigentliche Facharztweiterbildung begonnen werden, die durch die Weiterbildungsordnungen der einzelnen Landesärztekammern geregelt ist. Die Regelungen der Bundesländer orientieren sich an der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) der Bundesärztekammer, in der die Ausbildungszeit im Fachgebiet der Strahlentherapie auf 60 Monate – zu absolvieren an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte – festgelegt ist.
Als mögliche Ausbildungsstätten kommen in erster Linie Krankenhäuser und spezialisierte Strahlenkliniken in Betracht. Während der fünf Weiterbildungsjahre erwerben die angehenden Strahlentherapeuten Kenntnisse und Fertigkeiten unter anderem in
- der Indikationsstellung,
- der Bestrahlungsplanung,
- der Tumorbiologie sowie
- im Strahlenschutz.
Im Zentrum der Weiterbildung stehen strahlentherapeutische Verfahren wie die Brachytherapie oder die Stereotaktische Strahlentherapie (SBRT), die die Weiterbildungsteilnehmer umfassend kennenlernen. Eine besonders wichtige unter den zu erwerbenden Kompetenzen ist das Auswählen der passenden Strahlenbehandlung auf Grundlage der zuvor – häufig mittels Labormedizin, radiologischer Bildgebung oder histopathologischen Untersuchungen – gestellten Diagnose.
Neben den Kenntnissen im eigentlichen Fachgebiet sammeln die zukünftigen Fachärzte in den 60 Monaten der Weiterbildung auch Erfahrung in der fachübergreifenden Zusammenarbeit, wie sie beispielsweise bei der therapeutischen Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie stattfindet.
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Fazit: Bis zum Erwerb der Qualifikation als Strahlentherapeut vergehen circa elf Jahre
Der Facharzt für Strahlentherapie spielt gerade in der Behandlung bösartiger Erkrankungen – wie Tumore der Prostata, Brustkrebs oder das Bronchialkarzinom – eine zentrale Rolle. Zu seinen Aufgaben gehört die Planung der Bestrahlung und die Berechnung der erforderlichen Dosis, sodass diese im Tumorgewebe größtmögliche Wirkung entfalten kann.
Dabei müssen alle relevanten Vorgaben zum Strahlenschutz – im Sinne der Patienten- und Mitarbeitergesundheit – beachtet werden. Die dafür nötigen fachlichen Kenntnisse werden im Medizinstudium und der Facharztweiterbildung vermittelt. Insgesamt ergibt sich für die Ausbildung zum Strahlentherapeuten somit ein Zeitraum von circa elf Jahren.