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Im Rahmen einer Untersuchung mittels Computertomographie können auch Rundherde in der Lunge als Befund auftreten. Hierbei handelt es sich um Verschattungen, deren Auslöser sehr unterschiedlich sein können – Die Bandbreite reicht von überstandenen Lungenentzündungen bis zu tumorösen Raumforderungen. Je nachdem, wie sich der Lungenrundherd in den CT-Aufnahmen darstellt, gestaltet sich das weitere Vorgehen. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr darüber, welche Ursachen ein Lungenrundherd haben kann und wie die Lungenheilkunde auf diesen Befund reagiert.
Inhalt

Lungenrundherd in der CT: Bedeutung, Ursachen & nächste Schritte

Untersuchungen des Brustraums (Thorax) mittels der Computertomographie (CT) werden aus verschiedenen Gründen in Erwägung gezogen. Unter anderem gehören der Verdacht auf eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder eine Lungenfibrose zu den relevanten Indikationen. Im Rahmen einer solchen Befundung kann es auch zur Entdeckung eines Lungenrundherdes – alternativ bezeichnet als „pulmonaler Rundherd“ oder „pulmonaler Nodulus“ – kommen. Handelt es sich bei der Entdeckung um einen Zufallsfund, spricht die Medizin auch von einem „inzidentellen Rundherd“.

Grundsätzlich werden unter einem Lungenrundherd Verschattungen im Lungengewebe verstanden, die eine Größe von 30 Millimetern nicht überschreiten. Aus Patientensicht besonders wichtig ist, dass ein radiologischer Befund eines Lungenrundherdes selbst noch keine abschließende Aussage darüber enthält, ob es sich um eine bösartige Gewebsneubildung handelt, weshalb sich in der Regel eine weiterführende Diagnostik anschließt.

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Wie werden Lungenrundherde klassifiziert?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Lungenrundherde grenzen sich von größeren Auffälligkeiten (Lungenmassen) durch ihre Größe ab, die weniger als 30 Millimeter beträgt.
  • Mit der Klassifikation soll eine Aussage über das Risiko einer bösartigen Raumforderung erfolgen.
  • Zentrale Kriterien der Klassifikation sind die Signaleigenschaften, die Größe und die Randzonierung.

Die Beurteilung eines in der CT entdeckten Lungenrundherdes dient vor allem dazu, abzuschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer malignen Ursache ist. Dafür werden zunächst morphologische Merkmale herangezogen. Eine verbreitete Klassifikation beruht auf den sogenannten „Fleischner Kriterien“, für die die Röntgendichte (Strahlentransparenz im CT) eine zentrale Rolle spielt.

  • Solide Rundherde zeigen eine homogene Verdichtung, aufgrund derer das darunter liegende Lungengewebe nicht mehr differenzierbar ist. Sie sind der häufigste Typ und meist gutartiger (benigner) Natur.
  • Milchglasrundherde erscheinen als flächige Trübungen, durch die Gefäße und Bronchien noch erkennbar sind. Bestehen diese Rundherde fort, muss an Formen des Adenokarzinoms oder Metastasen anderer maligner Tumore gedacht werden.
  • Teilsolide Rundherde kombinieren Anteile der beiden anderen Varianten. Im Vergleich zu diesen gilt der Mischtyp hinsichtlich der Malignitätswahrscheinlichkeit als die Form mit einem höheren Risiko [1].

Neben der Dichte spielen weitere Aspekte für die Bewertung des Befundes eine Rolle. Dazu zählen unter anderem die Größe und die Randkontur, wobei eine klare, glatte Begrenzung allgemein eher für einen gutartigen Rundherd spricht. Auch die Lokalisation und Anzahl der Herde liefern für die radiologische Befundung Hinweise. Zudem müssen Risikofaktoren wie

  • Tabakkonsum,
  • Alter und
  • Krebserkrankungen in der Vergangenheit

berücksichtigt werden. Sollte sich aus der Befundung eine Wahrscheinlichkeit für Lungenkrebs von mehr als einem Prozent ergeben, ist die Durchführung von Kontrolluntersuchungen empfohlen.

Welche Ursachen kann ein Lungenrundherd haben?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Lungenrundherde bedeuten nicht automatisch eine Krebserkrankung.
  • Sie können durch gutartige Ursachen wie Lipome oder Fibrome verursacht werden.
  • Nur ein kleiner Anteil von Lungenrundherden entsteht aufgrund von malignen Tumoren.

Die Aussage, dass im CT-Scan ein pulmonaler Noduli erkannt wurde, ist für viele Patienten im ersten Moment mit einer hohen emotionalen Belastung verbunden. Medizinische Daten weisen indes darauf hin, dass ein großer Teil der Rundherde keine Krebserkrankung ist, sondern es sich um eine Auffälligkeit handelt, die von selbst wieder verschwindet [2].

Zu den häufigen benignen Ursachen zählen

  • Granulome (können im Zusammenhang mit chronischen Entzündungen oder durch Immunreaktionen entstehen),
  • Hamartome (gutartige Tumore aus Lungengewebe),
  • in der Lunge gelegene Lipome sowie
  • vernarbte Gewebebereiche nach einer abgeheilten Lungenentzündung.

Differenzialdiagnostisch ist gerade in Bezug auf entzündliche Aspekte an einige Krankheitsbilder zu denken, wie durch Pilze ausgelöste Pathologien (Aspergillose, Histoplasmose), Sarkoidose oder fortschreitende Fibrosen. Auch ein Pulmonalarterienaneurysma oder Fehlbildungen der Blutgefäße in der Brust erscheinen in der CT mitunter als Rundherd.

Ein geringer Teil der in der CT erkannten Noduli lässt sich mit malignen Erkrankungen in Verbindung bringen. Dazu gehören primäre Bronchialkarzinome (bösartige Tumore, die direkt im Bronchialsystem entstehen) sowie Lungenmetastasen (etwa bei Brustkrebs oder Nierenkarzinomen). Ebenfalls kommen Karzinoide (langsam wachsende neuroendokrine Tumoren), das Kaposi-Sarkom und Lymphome (sowohl Morbus Hodgkin als auch vom Non-Hodgkin-Typ) als bösartige Ursachen in Betracht.

Wie geht es nach dem Befund des Lungenrundherdes weiter?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Ein maßgebender Punkt ist die Bewertung des Malignitätsrisikos.
  • Ist der Lungenrundherd sehr klein und der Patient asymptomatisch, sind oft keine weiteren Kontrollen erforderlich.
  • Neben der CT-Verlaufskontrolle kann bei kritischen Befunden auch die PET-CT eingesetzt werden.

Grundsätzlich ist mit der CT keine abschließende Diagnosestellung hinsichtlich des Auslösers des Rundherdes möglich. Anhand verschiedener Auffälligkeiten kann ein erfahrener Radiologe jedoch zumindest erste Rückschlüsse ziehen.

Beispielsweise sprechen Verkalkungen, die zentral oder diffus verteilt sind, eher für einen Rundherd mit einer benignen Entstehungsursache, wie ein verknöchertes Granulom. Ebenfalls ein Indiz für gutartige Auslöser wären Fettanteile innerhalb des Nodulus, etwa bei einem Hamartom.

Merkmale, die dagegen den Verdacht auf eine maligne Läsion erhärten, sind unter anderem

  • strahlenförmige (spikulierte) oder gelappte Außenränder und
  • bei teilsoliden Herden ein randlich liegender solider Anteil.

Besonderes Augenmerk gilt der Volumenverdopplungszeit (VDT). Anhand der Zeit, in der sich ein Herd im Volumen verdoppelt, sind etwa Rückschlüsse auf eine Entzündung möglich, nämlich wenn die VDT unter 30 Tagen liegt. Bei vielen bösartigen Tumoren liegt die VDT hingegen eher bei mehr als 400 Tagen.

Das Management erkannter Noduli in der Lunge

Das weitere Vorgehen nach dem Auffinden eines oder mehrerer Lungenrundherde hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die in Deutschland durch die S3-Leitlinie Lungenkarzinom zusammengefassten Empfehlungen greifen auf

  • die Größe der Noduli und
  • den Status des Patienten

als Kriterien zurück.

Betroffenen, bei denen bisher keine malignen Vorerkrankungen bekannt sind und die aufgrund ihrer Lebensumstände ein geringes Risiko für Lungenkrebs haben, wird bei einer Herdgröße von unter fünf Millimetern (unter 80 mm3 Volumen) keine weitere CT-basierte Verlaufskontrolle empfohlen [3].

Größere Befunde zwischen fünf und acht Millimetern werden mit der CT weiter beobachtet, wofür innerhalb der ersten drei, anschließend zwischen sechs und zwölf und nach 18 bis 24 Monaten jeweils ein Kontrollscan erfolgt.

Liegt die Größe des Lungenrundherdes zwischen acht und 30 Millimetern, erfolgt eine Bewertung des Malignitätsrisikos. Bleibt dieses unter zehn Prozent, ist eine CT-Verlaufskontrolle angezeigt. Für höhere Risikowerte empfiehlt die Leitlinie die Erwägung einer Untersuchung mittels PET-CT. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren der Nuklearmedizin, das die tracergestützte Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit der CT verbindet, um die erhöhte Stoffwechselaktivität von Tumorzellen sichtbar zu machen. Je nach Ergebnis der Bewertung erfolgt eine CT-gesteuerte Biopsie oder direkt die chirurgische Entfernung des Rundherdes.

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Fazit: Lungenrundherde sind oft gutartig, müssen ab einer bestimmten Größe aber beobachtet werden

Lungenrundherde treten in der Pulmologie als Befund immer wieder in Erscheinung. Oft kann jedoch Entwarnung gegeben werden, nämlich dann, wenn es sich um einen Nodulus handelt, der aufgrund seiner Größe und Beschaffenheit ein eher geringes Malignitätsrisiko aufweist.

Allerdings ist für einen Teil der Befunde – gerade, wenn diese morphologisch suspekt wirken oder eine bestimmte Größe überschreiten – eine weitere Beobachtung bzw. Diagnostik erforderlich. So wird bei Lungenrundherden von über fünf Millimetern im Rahmen der Verlaufskontrolle das Wachstum abgeschätzt, um im Fall einer kritischen Entwicklung rechtzeitig eingreifen zu können. Wird der Lungenrundherd als besonders risikobehaftet eingeschätzt, steht dessen Entfernung als Behandlungsoption im Raum.

FAQ zur CT-Untersuchung von Lungenrundherden: Die wichtigsten Fragen und Antworten

[1] Hammer MM, Palazzo LL, Kong CY, Hunsaker AR. Cancer Risk in Subsolid Nodules in the National Lung Screening Trial. Radiology. 2019 Nov;293(2):441-448. doi: 10.1148/radiol.2019190905. Epub 2019 Sep 17. PMID: 31526256; PMCID: PMC6823608.

[2] Ärztezeitung, Kleine Rundherde in der Lunge – da reicht die jährliche Kontrolle, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 29.05.2026).

[3] Leitlinienprogramm Onkologie, Konsultationsfassung S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Version 5.01 – April 2026; S. 114-116, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 29.05.2026).

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