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Hinter Symptomen wie Atemnot unter Belastung, Schwindel bei körperlicher Anstrengung oder einem drückenden Gefühl in der Brust können sehr unterschiedliche Herzerkrankungen stehen. Eine der möglichen Ursachen ist die Aortenstenose, eine kardiologische Pathologie, bei der es zu einer zunehmenden Verengung der Aortenklappe kommt. Häufig bleibt diese Erkrankung im frühen Stadium unauffällig, weil der Körper die durch sie verursachten Defizite kompensiert. Da bei ungehindertem Fortschreiten schwere Komplikationen drohen, sind eine rechtzeitige ärztliche Untersuchung und Behandlung von entscheidender Bedeutung. Auf dieser Seite erfahren Sie alles Wichtige über die Ursachen und Symptome sowie die Diagnostik- und Therapieoptionen bei einer Aortenstenose.
Inhalt

Aortenstenose: Ursachen, Graduierung, Symptome, Diagnostik & Therapie

Die dreiflügelige Aortenklappe trennt die linke Herzkammer von der Hauptschlagader (Aorta). Kommt es an dieser Stelle zu einer Einengung (Stenose), muss der Herzmuskel gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten, um das Blut auszuwerfen. Durch die chronische Druckbelastung kommt es zu einer Verdickung der Herzwand (Hypertrophie) und in der Folge zu einer Einschränkung der Herzfunktion. Damit fällt die Erkrankung grundsätzlich in den Bereich der Herzmedizin (Kardiologie).

Mit einer Häufigkeit von zwei bis neun Prozent bei den über 65-Jährigen zählt die Aortenstenose zu den klinisch bedeutsamen Herzklappenerkrankungen [1]. Unter den bildgebenden Verfahren hat vor allem die Echokardiographie (Herzultraschall) eine hohe diagnostische Relevanz. Die Kardio-CT und die Kardio-MRT haben in der Diagnostik eine ergänzende Funktion und spielen zudem im Rahmen der Behandlungsvorbereitung eine Rolle.

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Was ist die Aortenstenose und wie wird sie eingeteilt?

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Die Aortenstenose ist eine Verengung im Bereich der Aortenklappe.
  • Die Erkrankung verläuft oft über viele Jahre unauffällig, bevor es zu klinisch relevanten Einschränkungen kommt.
  • Die Beurteilung des Schweregrades erfolgt primär mittels Echokardiographie.

Die Aortenklappe öffnet sich in der Auswurfphase des Herzens, um das Blut in die Aorta zu pumpen, während sie sich in der Entspannungsphase schließt, um einen Rückfluss zu verhindern. Bei einer Verengung ist die Öffnungsfläche der Aortenklappe reduziert. Damit muss die linke Herzkammer einen höheren Druck aufbauen, um das Blutvolumen durch die verkleinerte Klappenöffnung (Klappenostium) zu pressen. Der daraus entstehende Druckunterschied über der Klappe ist ein zentraler Messwert für den Schweregrad der Erkrankung.

Für die Entstehung der Stenose sind verschiedene Faktoren verantwortlich, die die Klappensegel (Blätter der Aortenklappe) betreffen. Kommt es zu Ablagerungen sowie entzündlichen Umbauprozessen und einer zunehmenden Einlagerung von Bindegewebe, erhöht sich die Steifigkeit dieser Klappensegel. Im weiteren Verlauf können diese dann an ihren Rändern verkleben, wodurch die Fähigkeit zur Öffnung der Klappe abnimmt.

Die Einteilung der Aortenstenose basiert auf mehreren Kriterien. Tritt sie in einem Alter von weniger als 55 Jahren auf, handelt es sich in der Regel um die angeborene Form, die im jungen Erwachsenenalter symptomatisch wird. Eine erworbene Verengung tritt hingegen meist erst im höheren Alter auf. Zusätzlich ist eine Einteilung nach der Lokalisation der Stenose möglich. Bei einer valvulären Aortenstenose verengt sich die Klappe selbst (daher auch „Aortenklappenstenose“), während die Verengung bei der supravalvulären und der subvalvulären Variante ober- bzw. unterhalb der Aortenklappe liegt.

Einteilung der Aortenstenose anhand des Schweregrades

Für die Einteilung einer Aortenstenose anhand des Schweregrades sind drei echokardiographische Parameter von zentraler Bedeutung: Die Klappenöffnungsfläche (KÖF), der mittlere Druckgradient zwischen den Klappenseiten und die maximale Flussgeschwindigkeit (Vmax) über der Klappe [2].

  • Leichtgradige Aortenstenose: Die KÖF liegt über 1,5 cm², der mittlere Gradient beträgt weniger als 20 mmHg und Vmax liegt unter 3,0 m/s. In diesem Stadium besteht oft keine größere Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit. Eine regelmäßige echokardiographische Kontrolle ist dennoch empfohlen.
  • Mittelgradige Aortenstenose: Die KÖF liegt zwischen 1,0 und 1,5 cm², der mittlere Gradient beträgt zwischen 20 und 40 mmHg und die Vmax liegt zwischen 3,0 und 4,0 m/s. Beschwerden können unter körperlicher Belastung auftreten und das Fortschreiten der Erkrankung sollte engmaschig kontrolliert werden.
  • Hochgradige Aortenstenose: Die KÖF liegt unter 1,0 cm², der mittlere Gradienten beträgt mehr als 40 mmHg und die Vmax liegt über 4,0 m/s. Liegen Symptome wie eine Angina Pectoris und Herzrhythmusstörungen vor, ist eine Intervention erforderlich. Andernfalls fällt die Prognose regelmäßig ungünstig aus.

Eine besondere Variante der Erkrankung ist die Low-Flow-Low-Gradient-Aortenstenose. Dabei handelt es sich um eine hochgradige Stenose, die allerdings im Hinblick auf den Flussgradienten nicht die diagnostischen Kriterien erfüllt. Die Ursache liegt unter anderem in einer Dysfunktion der linken Herzkammer.

Ursachen und Risikofaktoren der Aortenstenose

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Eine häufige Ursache sind degenerative Veränderungen der Aortenklappe.
  • Die Verengung der Herzklappe kann auch auf angeborene Fehlbildungen zurückzuführen sein.
  • Kardiovaskuläre Lebensstil-Risikofaktoren spielen für die Entwicklung eine große Rolle.

Ursachen einer Aortenstenose können angeborene Herzfehler oder erworbene, degenerative Veränderungen sein, die oft auf Lebensstilfaktoren und Erkrankungen – zum Beispiel eine Entzündung der Herzinnenhaut – zurückgehen.

Unter den angeborenen Formen treten beispielsweise Fehlbildungen mit nur zwei Klappensegeln in Erscheinung, die zwar schon mit der Geburt anatomisch angelegt werden, aber erst später durch das Auftreten von Symptomen klinisch relevant werden.

Die degenerativ-kalzifizierende Stenose steht in engem Zusammenhang mit kardiovaskulären Risikofaktoren, die sich aus dem Lebensstil ergeben. Dazu zählen

  • arterielle Hypertonie,
  • Diabetes mellitus,
  • hoher LDL-Cholesterinspiegel,
  • Bewegungsmangel und
  • Tabakrauchen.

Außerdem spielt die koronare Herzkrankheit (KHK) als begünstigender Faktor eine Rolle. Zudem wurden in den letzten Jahren einige Genvarianten für Lipoproteine entdeckt, die im Zusammenhang mit einem höheren Erkrankungsrisiko stehen.

Als weitere Ursache einer Aortenstenose kommt das rheumatische Fieber in Betracht, das nach einer Infektion mit Streptokokken auftritt. Allerdings ist diese Variante in westlichen Industrieländern heute eher selten, da die Erreger üblicherweise mit Antibiotika behandelt werden.

Symptome der Aortenstenose

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Bei der Aortenstenose kommt es zu einer Symptomtrias.
  • Beschwerden treten zunächst meist nur unter körperlicher Belastung auf.
  • Erste Krankheitszeichen gelten als kritischer Wendepunkt im Krankheitsverlauf.

Die Aortenstenose verläuft lange – häufig über Jahre – asymptomatisch, obwohl die Verengung der Klappe voranschreitet. Erst wenn die Kompensationsmechanismen des Herzens erschöpft sind, treten klinische Beschwerden auf. Dabei wird eine Symptomtrias als zentrales Charakteristikum angesehen.

  • Belastungsatemnot (Dyspnoe): Zur Luftnot unter körperlicher Anstrengung kommt es, weil das Herz durch die eingeschränkte Klappenöffnung das erforderliche Herzminutenvolumen nicht mehr ausreichend steigert.
  • Angina Pectoris: Der verdickte, druckbelastete Herzmuskel hat einen erhöhten Sauerstoffbedarf, den die Koronargefäße nicht mehr decken können. Es entsteht eine funktionelle Minderversorgung, die sich als typischer Druckschmerz oder Engegefühl in der Brust bemerkbar macht.
  • Synkope: Besonders unter Belastung kann es zu einem plötzlichen vollständigen oder unvollständigen Bewusstseinsverlust (möglicherweise begleitet von Schwindel, Blässe und/oder Schweißausbrüchen, Präsynkope) kommen. Ursächlich ist die unzureichende Pumpleistung, die zu einer verminderten Hirndurchblutung bei erhöhtem Bedarf führt.

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung treten weitere Beschwerden in den Vordergrund. Schnelle Erschöpfung und eingeschränkte körperliche Ausdauer gehören zu den häufig geschilderten Einschränkungen im Alltag.

Hinzu kommen Herzklopfen oder -rasen (Palpitationen), die auf begleitende Herzrhythmusstörungen hinweisen. In späten Stadien bilden sich zudem Wassereinlagerungen, vor allem in den Beinen und Knöcheln, als Zeichen einer Herzinsuffizienz.

Diagnostik bei Verdacht auf eine Aortenstenose

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Das Elektrokardiogramm und der Herzultraschall spielen in der Diagnostik zur Abklärung eines Verdachts auf Vorliegen einer Aortenstenose eine wichtige Rolle.
  • Mit dem Ultraschall kann die Klappe abgebildet werden und es lassen sich direkt wichtige Parameter bestimmen.
  • Die Kardio-CT und Kardio-MRT liefern ergänzend wichtige Informationen.

Zur Abklärung eines Verdachts auf Vorliegen einer Aortenstenose erfolgt die Diagnostik in mehreren Schritten – von der Anamnese zur Erhebung der Beschwerden und der körperlichen Untersuchung und bis zu bildgebenden Verfahren und der Labormedizin. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung prüft der Arzt unter anderem das Herzgeräusch mit einem Stethoskop, da bei einer Verengung ein charakteristisches Strömungsgeräusch wahrnehmbar ist.

Elektrokardiogramm (EKG) und Röntgen

Das EKG zeigt bei länger bestehender Aortenstenose häufig Zeichen einer Wandverdickung der linken Herzkammer sowie mögliche Erregungsleitungsstörungen. Durch das Röntgen des Thorax können sich Hinweise auf eine Herzvergrößerung oder eine Lungenstauung (erhöhter Venendruck in den Lungengefäßen) ergeben, was für eine konkrete Beurteilung des Schweregrades jedoch nicht ausreicht.

Echokardiographie

Die transthorakale Echokardiographie (TTE) ist eine Ultraschalluntersuchung von außen durch den Brustkorb. Diese ist in der Diagnostik ein zentrales Verfahren, mit dem sich die Klappenanatomie darstellen lässt. Im Rahmen der Untersuchung sind Messungen der Klappenöffnungsfläche sowie des Druckgradienten und der Flussgeschwindigkeit mittels Doppler-Sonographie möglich. Gleichzeitig können die Wanddicke und die Funktion der linken Herzkammer beurteilt werden.

Sollte die Bildqualität der TTE unzureichend oder eine präzisere anatomische Darstellung nötig sein, ist die transösophageale Echokardiographie (TEE) – also ein Ultraschall, der über die Speiseröhre erfolgt – eine Möglichkeit. Mit ihr lässt sich die Aortenklappe in höherer Auflösung abbilden.

Kardio-CT und Kardio-MRT

Die Kardio-CT spielt beim Einsatz eines kathetergestützten Klappenersatzes eine zentrale Rolle, da sie die Vermessung des Klappenrings und des Aortenwurzeldurchmessers ermöglicht. Darüber hinaus dient das Verfahren zur Bildgebung der Klappenmorphologie bzw. der Zugangsgefäße. Außerdem ist mit der Kardio-CT die quantitative Erfassung der Verkalkung (Kalzifizierung) der Aortenklappe zur Unterstützung der Schweregradbestimmung möglich.

Mit der Kardio-MRT lassen sich Informationen zur Struktur der linken Herzkammer sowie der Fibrose des Herzmuskels (mittels Kontrastmitteldarstellung) gewinnen. Insbesondere im Fall der Low-Flow-Low-Gradient-Aortenstenose kann die MRT entscheidende Hinweise liefern.

Herzkatheteruntersuchung

Die invasive Druckmessung mittels Herzkatheter hat durch den Ultraschall mittlerweile an Bedeutung verloren. Mit dem Verfahren lassen sich jedoch andere Herzklappenfehler ausschließen, was für die differenzialdiagnostische Bewertung relevant ist. Zudem kommt der Herzkatheter bei der Untersuchung der Herzkranzgefäße zum Einsatz.

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Behandlung der Aortenstenose

Wichtige Fakten auf einen Blick:

  • Es gibt keine adäquate Therapie, um die Stenose rückgängig zu machen.
  • In leichten bis mittelgradigen Fällen ist eine häufige Kontrolle und Beobachtung meist ausreichend.
  • Die ultimative Behandlungsoption ist der chirurgische Ersatz der Aortenklappe.

Die Behandlung der Aortenstenose richtet sich nach dem Schweregrad, den Symptomen sowie dem individuellen Risikoprofil des Patienten und der Funktion der linken Herzkammer (die gegen den Auslasswiderstand arbeiten muss). Solange bei leicht- und mittelgradiger Stenose keine Symptome vorliegen und die Pumpfunktion des Herzens erhalten ist, stehen Verlaufskontrollen im Vordergrund. Die Untersuchungshäufigkeit richtet sich dabei nach dem Schweregrad, woraus folgt, dass die Kontrollintervalle bei einer leichtgradigen Stenose weiter gefasst sein können. Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Hypercholesterinämie und Herzinsuffizienz werden entsprechend der jeweils gültigen Leitlinien behandelt.

Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, findet in der Regel ein Eingriff zum Ersatz der Aortenklappe statt.

  • Chirurgischer Aortenklappenersatz: Bei einem chirurgischen Eingriff – der unter Vollnarkose und Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erfolgt – wird die erkrankte Aortenklappe entfernt und durch eine mechanische oder biologische Prothese (aus tierischem Gewebe) ersetzt.
  • Kathetergestützter Aortenklappenersatz: Bei diesem minimalinvasiven Verfahren wird eine Klappenprothese über einen Katheter in Position gebracht und entfaltet. Dabei bleibt die körpereigene Klappe als Gerüst erhalten. Das Verfahren hat sich für Hochrisikopatienten, die für eine offene Operation nicht geeignet sind, etabliert.

Zudem kann die erkrankte Klappe mittels eines Ballonkatheters vorübergehend aufgeweitet werden (perkutane Ballonvalvuloplastie). Der Effekt ist aber meist nicht dauerhaft, weshalb das Verfahren heute üblicherweise nur als Übergangslösung vor einem Klappenersatz zur Anwendung kommt.

FAQ zur Aortenstenose: Die wichtigsten Fragen und Antworten

[1] Gelbe Liste, Aortenklappenstenose, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 11.06.2026).

[2] Alec Vahanian, Friedhelm Beyersdorf, Fabien Praz, Milan Milojevic, Stephan Baldus, Johann Bauersachs, Davide Capodanno, Lenard Conradi, Michele De Bonis, Ruggero De Paulis, Victoria Delgado, Nick Freemantle, Martine Gilard, Kristina H Haugaa, Anders Jeppsson, Peter Jüni, Luc Pierard, Bernard D Prendergast, J Rafael Sádaba, Christophe Tribouilloy, Wojtek Wojakowski, ESC/EACTS Scientific Document Group , ESC National Cardiac Societies , 2021 ESC/EACTS Guidelines for the management of valvular heart disease: Developed by the Task Force for the management of valvular heart disease of the European Society of Cardiology (ESC) and the European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS), European Heart Journal, Volume 43, Issue 7, 14 February 2022, Pages 561–632, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehab395

[3] Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V., Leitlinie Management von Herzklappenerkrankungen, online verfügbar unter: Link (Datum des letzten Zugriffs: 11.06.2026).

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