Mit welcher Ausbildung wird man Facharzt für Endokrinologie?
Die Endokrinologie und Diabetologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, dessen Fokus auf dem Hormonsystem und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus liegt. Fachärzte für Endokrinologie und Diabetologie sind ausgebildet für die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebennieren oder der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) sowie von komplexen Stoffwechselstörungen, zu denen Adipositas und Fettstoffwechseldysfunktionen gehören. Da es sich um eine Spezialisierung innerhalb der Inneren Medizin handelt, setzt die Qualifikation zum Facharzt für Endokrinologie und Diabetologie mehrere aufeinander aufbauende Ausbildungsabschnitte voraus.
Medizinstudium und Facharztausbildung – die zentralen Voraussetzungen des Facharztes für Endokrinologie
In Deutschland geht jeder Facharztweiterbildung das Studium der Humanmedizin als essenzielle Grundlage voraus. Innerhalb der Regelstudienzeit von zwölf Semestern werden im vorklinischen Abschnitt Grundlagenfächer wie Anatomie, Physiologie und Biochemie behandelt, während es im klinischen Abschnitt um Aspekte aus dem Bereich der Pathologie, der Pharmakologie und der Inneren Medizin geht. Den Abschluss des Medizinstudiums bilden das Praktische Jahr (PJ), das unter anderem einen besonderen Fokus auf die Innere Medizin richtet und das Dritte Staatsexamen. Erst nach Erteilung der Approbation als staatliche Zulassung zur Ausübung des Arztberufs kann die Weiterqualifikation auf dem Gebiet der Inneren Medizin beginnen.
Facharztweiterbildung in der Innere Medizin mit Spezialisierung auf Endokrinologie und Diabetologie
Die Endokrinologie und Diabetologie ist kein eigenständiger medizinischer Fachbereich, sondern in die Innere Medizin eingebettet. Der Kompetenzerwerb erfolgt innerhalb modularer Schwerpunkte, die von der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer sowie den daran angelehnten Landesärztekammer-Weiterbildungsordnungen vorgegeben werden.
Vermittelt werden dabei unter anderem Fähigkeiten und Kompetenzen in den Bereichen der
- Begutachtung,
- Beratung,
- medikamentösen Tumortherapie,
- funktionellen Störungen (Innere Medizin) sowie der
- Basisbehandlungen in der Angiologie, Gastroenterologie und Geriatrie (Fachgebiet, das sich den Erkrankungen älterer Patienten widmet).
Die gesamte Weiterbildungsdauer erstreckt sich über 72 Monate. Innerhalb dieser Zeit müssen angehende Endokrinologen mehrere fest vorgegebene Stationen durchlaufen, die sich zeitlich wie folgt aufteilen:
- 36 Monate sind in Weiterbildungsstätten der Inneren Medizin, Endokrinologie und Diabetologie abzuleisten (hiervon entfallen 24 Monate auf die stationäre Patientenversorgung).
- Ein Zeitrahmen von 24 Monaten entfällt auf mindestens zwei andere Facharztbereiche aus dem Gebiet der Inneren Medizin.
- Jeweils sechs Monate müssen laut Musterweiterbildungsordnung in der Notfallaufnahme und der Intensivmedizin absolviert werden.
Die zwei notwendigen Bereichswechsel können in verschiedenen Disziplinen absolviert werden. Dazu gehören unter anderem die
- Kardiologie (Herzmedizin),
- Gastroenterologie,
- Nephrologie (Nierenheilkunde),
- Hämatologie und die
- Onkologie (Krebsmedizin).
Dokumentiert wird der Fortschritt im Rahmen des Weiterbildungslogbuchs, das für die abschließende Facharztprüfung bei der Ärztekammer eingereicht werden muss. Mit dem Bestehen dieser Prüfung darf der Titel „Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie“ geführt werden.
Die Tätigkeiten im Alltag umfassen – neben vielen anderen Aufgaben – die Mitwirkung an der Behandlung neuroendokriner Tumore (NET), sowie die Untersuchung von Patienten mit vermutetem Wachstumshormonmangel oder hormonell bedingter Unfruchtbarkeit.
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Fazit: Endokrinologen sind hochspezialisierte Experten mit langjähriger und intensiver medizinischer Ausbildung
In der Endokrinologie stehen vor allem hormonell bedingte Erkrankungen im Vordergrund. Da dies potenziell eine Vielzahl von Organen betrifft, benötigen Fachärzte in diesem Bereich ein breites Wissen, dessen Grundlage das Medizinstudium in sechs Jahren legt und das in der ebenfalls sechs Jahre dauernden Facharztweiterbildung noch einmal vertieft wird. Bevor der Titel des Facharztes für Endokrinologie tatsächlich führen darf, ist eine insgesamt mindestens zwölfjährige Ausbildungszeit erfolgreich zu absolvieren. In der Praxis sind Endokrinologen unter anderem für die Radiologie und Onkologie sowie die Kinderheilkunde ein wichtiges Bindeglied in der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen wie beispielsweise der Schilddrüsenüberfunktion bzw. -unterfunktion und der Diabetes mellitus Typen 1 und 2.

