Wie lange dauert die Ausbildung zum Rheumatologen?
Der Begriff „Rheumatologe“ ist eine verkürzte Bezeichnung für den Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie – eine Spezialisierung, für die das Studium der Humanmedizin und eine anschließende Facharztweiterbildung absolviert werden müssen. Durch die dabei vermittelten Inhalte spezialisieren sich die angehenden Fachärzte auf die Diagnostik und Behandlung entzündlich-rheumatischer Gelenkerkrankungen, Kollagenosen, Vaskulitiden sowie weiterer Erkrankungen, die einen chronischen, nicht selten schubweisen Verlauf nehmen. Für den Erwerb dieser medizinischen Spezialisierung und der Berechtigung zum Führen des entsprechenden Facharzttitels ist ein Zeitraum von mindestens zwölf Jahren erforderlich.
Das Medizinstudium als erster Abschnitt auf dem Weg zum Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie
In Deutschland ist die Weiterbildung für die einzelnen medizinischen Fachbereiche präzise geregelt und standardisiert. Dies gilt auch für die Rheumatologie. Unabhängig von der späteren Spezialisierung bildet das Medizinstudium stets die Basisausbildung. Zu den drei wesentlichen Teilen des Medizinstudiums gehören die Vorklinik, der klinische Abschnitt und das Praktische Jahr.
In der Vorklinik geht es um die naturwissenschaftlich-medizinischen Grundlagen. Den Abschluss dieses Abschnitts bildet das Physikum (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung). Die eigentliche Vorbereitung auf den Arztberuf erfolgt im klinischen Abschnitt, in dem medizinisches Wissen aus verschiedenen Fachgebieten vermittelt wird und der mit dem zweiten medizinischen Staatsexamen (Zweiter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) abschließt. Das Praktische Jahr bildet den letzten Teil des Medizinstudiums. Mit dem Bestehen des nachfolgenden, dritten medizinischen Staatsexamens (Dritter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) ist die Voraussetzung für die Approbation erfüllt. Die Regelstudienzeit beträgt zwölf Semester und drei Monate.
Die Facharztweiterbildung in Innerer Medizin und Rheumatologie als zweiter Abscnitt
Die Facharztweiterbildung setzt in Deutschland die Approbation voraus. Geregelt ist sie in den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern, die sich an der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer orientieren. Für das Fachgebiet der Inneren Medizin und Rheumatologie ist eine Weiterbildungsdauer von 72 Monaten vorgesehen.
Die 72 Monate verteilen sich auf vier Abschnitte:
- 36 Monate in der Facharztkompetenz Innere Medizin und Rheumatologie – der fachliche Kern der Weiterbildung. Mindestens 18 dieser Monate sind in der stationären Patientenversorgung abzuleisten, die übrige Zeit kann im ambulanten Bereich erfolgen, etwa in einer rheumatologischen Schwerpunktpraxis.
- 24 Monate in der Inneren Medizin oder in mindestens zwei anderen Facharztkompetenzen des Gebiets – hier erwerben angehende Rheumatologen die breite internistische Grundlage, von kardiologischen über gastroenterologische bis zu endokrinologischen Krankheitsbildern.
- Sechs Monate in der Notfallaufnahme.
- Sechs Monate in der Intensivmedizin.
Da für die ärztliche Weiterbildung die Landesärztekammern zuständig sind, kann die konkrete Ausgestaltung je nach Bundesland abweichen. Maßgeblich ist immer die Weiterbildungsordnung der Kammer, deren Mitglied man ist.
Im Rahmen der Weiterbildung erwerben angehende Rheumatologen Kenntnisse und Fertigkeiten in
- der Diagnostik entzündlich-rheumatischer Gelenkerkrankungen (unter anderem der rheumatoiden Arthritis),
- der rheumatologisch-immunologischen Labormedizin,
- der Erkennung und Behandlung von Kollagenosen und Vaskulitiden,
- der immunsuppressiven und immunmodulatorischen medikamentösen Therapie und
- der Anwendung und Beurteilung bildgebender Verfahren zur Bewertung von Gelenk- und Weichteilveränderungen.
Nach Abschluss der Weiterbildungszeit erfolgt die Facharztprüfung vor einem Prüfungsausschuss der zuständigen Landesärztekammer. Nach bestandener Prüfung darf der Facharzttitel geführt werden. Für die Vorbereitung und den Antrag auf Zulassung zur Facharztprüfung sind noch einige weitere Monate einzuplanen.
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Fazit: Der Weg zum Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie dauert mindestens zwölf Jahre
Fachärzte für Innere Medizin und Rheumatologie nehmen in der Diagnostik und Langzeitbetreuung von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und systemischen Autoimmunerkrankungen wie Morbus Bechterew, dem systemischen Lupus erythematodes und der systemischen Sklerose (Sklerodermie) eine zentrale Rolle ein. Damit sie die komplexen und oft unspezifisch beginnenden Krankheitsbilder frühzeitig erkennen und individuelle Therapiekonzepte entwickeln können, durchlaufen angehende Fachärzte für Innere Medizin und Rheumatologie eine Ausbildung von mindestens zwölf Jahren.
Neben dem Erwerb der notwendigen fachlichen Grundlagen im Medizinstudium geht es in der Facharztweiterbildung auch um fachgebietsbezogene Spezialkenntnisse, den Umgang mit Patienten und den interdisziplinären Austausch mit angrenzenden medizinischen Fachbereichen wie der Radiologie.